Grosse Offenheit ist verschwommener Wahrnehmung geschuldet.
Ich glaub das muss man differenzierter betrachten. Offenheit, Verbundenheit, persönliche Freiheit, Toleranz,... viele unterschiedliche Werte die sich über die Jahrzehnte verschieben und ändern.
Aber ich könnt mir doch vorstellen dass man die heutige Gesellschaft als offener und toleranter bezeichnen könnte als die "Norm-Gesellschaft" der 70er und 80er. Ob wir dank der modernen Technik verbundener, empathischer oder wirklich freier sind steht auf einem anderen Blatt.
Zumindest sexuell betrachtet haben wir heute sogar Gesetze wie Gleichbehandlungsgrundsätze die es (gesamtgesellschaftlich) zB rechtlich schwer machen irgendwen wegen seiner sexuellen Orientierung schlechter zu behandeln.
Noch nie vorher in der Geschichte der Menschheit konnte sich der Mensch derart einigeln ohne aber auf Kontakte und Kommunikation zu verzichten.
Was wiederum genau eins der Kernthemen für manche moderne Kommunen ist. Auch die Amisch arbeiten da schon ewig grundlegend dagegen an.
Und nicht zuletzt ist eine gut funktionierende Kommune ein kompliziertes Geflecht über dessen Wurzeln stets gewacht werden muss.
Es gibt so viele Schwachstellen, die eine Kommune zum Sturz bringen können.
Sozialer Abstieg Einzelner zum Beispiel. Dürfen die bleiben? Wer füttert die durch usw.
Ich glaub DAS hängt dann wieder von jeder Kommune selbst ab. Die zeichnen sich ja gerade dadurch aus dass sie sich ihre eigenen Regeln machen. Und wenn es sich um Gemeinschaften handelt die darauf ausgelegt sind Jahrzehnte zu bestehen dann machen die sich schon auch Gedanken wie zum Beispiel mit Alten oder Kranken umgegangen wird.
Ein klassisches Modell (Anarchisten und Amisch zB) ist Arbeitsteilung nach Möglichkeiten. Wer jung ist und kräftig arbeitet am Feld, baut, versorgt die Gemeinschaft. Und wer älter oder schwächer ist unterrichtet, beaufsichtigt Kinder, betreibt irgendein Handwerk, körperlich einfache Arbeiten oÄ.
Auch "sozialer Abstieg" ist ein Konzept dass von Kommune zu Kommune differenziert gesehen werden muss. Das hängt schon davon ab ob es in der Gemeinschaft eine Art von Hierarchie gibt in der man absteigen kann. Aber mit dem klassischen "weniger Einkommen" das wir aus der westlichen Kapitalgesellschaft gewohnt sind hat das oft weniger zu tun als mit Regeltreue. Und auch hier haben solche Kommunen Wege wie sie mit solchen Fällen umgehen. Wiedergutmachung, Strafen, Verbannung oder auch schlimmere Konsequenzen (wie man sie öfters in Dokus über Aussteiger aus diversen Sekten zu hören bekommt. Von körperlichen Strafen, Verfolgung bis Mord oder gar Sippenhaftung an der Familie für Aussteiger die reden).
Aber du hast natürlich Recht! So eine Kommune ist immer ein fragiles Konstrukt. GEnauso wie jede Gesellschaft. Und funktioniert nur (und nur solange) sich die meisten Beteiligten an die Regeln halten. Welche Regeln das sind legt die Kommune aber abseits von der Normgesellschaft selbst fest.
Traum und harte kalte Wirklichkeit klaffen hier gewaltig auseinander.
Kommt wohl darauf an wie realistisch oder utopisch man träumt

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