Kommunen - warum heute nicht mehr angesagt?

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Ich denk mir immer, wir sind heut zu Tage doch schon sehr offen mit dem Umgang rund um Sex. Heute hast am NM schon Werbung von einem iNet Sexshop im TV. Das war vor Jahren undenkbar. Und doch vermisse ich ein wenig diese Hippie, freie Liebe Bewegung. Gerade heut zu Tage wo alle so auf Freiheit aus sind. Dabei geht es ja nicht rein um Sex!!!

ich könnte mir zB gut vorstellen, mit Menschen die ich gerne habe, irgendwo in einem großen Haus zu wohnen. Jeder Frei und doch irgendwie innig. Jeder respektiert einander und hat eine schöne Zeit.

in Städten wie Berlin sind ja Poly-WGs nicht mal so unüblich. Wobei die Frage natürlich bleibt, ob es wirklich Poly ist oder man einfach nur jmd für eine Orgie sucht.

Aber komisch wie wir zwar immer offener reden, aber im Tun noch hinten nach sind.
 
ich könnte mir zB gut vorstellen, mit Menschen die ich gerne habe, irgendwo in einem großen Haus zu wohnen
Es gibt einen von Psychologen bestätigten Trend, das wir (bzw viele Menschen) in einer Zeit wo die Menschen mehr, die Welt kleiner, der Platz enger wird, unser eigenes Refugium suchen. So steigt wohl der Wunsch nach privatem Raum und Besitz.

Ja, es gibt noch viele WGs, aber wenn man mal so die Geschichten der Kommunen anschaut, war da ja auch nicht alles Eitel Sonnenschein.
Uschi Obermaier kann dazu viel erzählen....
Ich denke, je mehr Menschen zusammen leben, desto mehr Reibungspunkte wird es langfristig geben.
In den 60er/70ern waren halt alle 24std stonened, und deshalb relaxed. :lol:
 
Drüber reden und die Realität mit all ihren Konsequenzen ertragen dürfte halt doch ein gewaltiger Unterschied sein.
Grad die, die so ganz besonders "frei" sind, sind meiner persönlichen Meinung nach die, die andere dann in deren Freiheit einschränken, weil sie keine Grenzen akzeptieren.
Wennst mit fünf anderen grad schön am Bumsen bist und der Kommunarde reinkommt, der seine Freiheit dadurch definiert, dass er sich nur einmal im Monat wäscht, stelle ich mir das zum Beispiel nur so halb gut vor ;)
 
ich könnte mir zB gut vorstellen, mit Menschen die ich gerne habe, irgendwo in einem großen Haus zu wohnen. Jeder Frei und doch irgendwie innig.
Wie war das nochmal bei Hugh Heffner in der Playboy Villa? Denke das könnten sich viele Männer gut vorstellen...:D
Allein am Kontostand wirds hapern... :rofl:
 
Ich denk mir immer, wir sind heut zu Tage doch schon sehr offen mit dem Umgang rund um Sex. Heute hast am NM schon Werbung von einem iNet Sexshop im TV. Das war vor Jahren undenkbar. Und doch vermisse ich ein wenig diese Hippie, freie Liebe Bewegung. Gerade heut zu Tage wo alle so auf Freiheit aus sind. Dabei geht es ja nicht rein um Sex!!!

ich könnte mir zB gut vorstellen, mit Menschen die ich gerne habe, irgendwo in einem großen Haus zu wohnen. Jeder Frei und doch irgendwie innig. Jeder respektiert einander und hat eine schöne Zeit.

in Städten wie Berlin sind ja Poly-WGs nicht mal so unüblich. Wobei die Frage natürlich bleibt, ob es wirklich Poly ist oder man einfach nur jmd für eine Orgie sucht.

Aber komisch wie wir zwar immer offener reden, aber im Tun noch hinten nach sind.
Da ist unsere Erziehung (Gesellschaft) im Wege.....
 
Woher wollen wir wissen was in diversen WG's abgeht oder halt auch nicht?:schulterzuck:
...mal so als erster Punkt.

Weiterhin gibt es noch Kommunen. In der Anarchistenszene zB gibts sogar ein paar wo nach alten Hippiemustern geldfrei und auch moralisch so frei wie jeder mag gelebt wird.

Abgesehen davon gibts ein paar soziale Entwicklungen die sowas, zumindest aus sexuellen Gründen, obsolet machen. Einerseits die freie Zugänglichkeit von Swingerclubs andererseits die Individualität bzw Leistbarkeit von eigenem Wohnraum.
In den 60er/70ern waren halt alle 24std stonened, und deshalb relaxed. :lol:
Wer sagt dass das heute nicht mehr geht? Auch in den von mir gemeinten Kommunen werden Drogen soviel ich weiß sehr liberal gehandhabt. Deshalb findet man die zB auch eher in Afrika oder Asien wo diverse Pflänzchen ganz natürlich wachsen.
 
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Vice hat ein paar Dokus über solche Kommunen gemacht:up:
 
Jedes Jahrzehnt löst eine neue Protestwelle aus, die die alten Anliegen überflutet. In den 2010er Jahren war es der Klimawandel und in den 2020er Jahre werden es die Virusinfektionen sein.
 
Jedes Jahrzehnt löst eine neue Protestwelle aus,
zu den 60´und 70´waren dass sicher einige Protestwellen, aber in der Neuzeit bzw. in der Zukunft muss es nicht nur ein Protest gegen etwas sein!
der Zusammenschluss einer gruppe sagen wir mal Interessensgemeinschaft natürlich ausgenommen sind Sekten oder der gleichen !!
die in einer Kommune oder auch anders genannt wie schon oben angeführt Interessensgemeinschaft leben kann sehr Intellektuell fruchtbar sein.
Frei liebe ist auch nur ein Beispiel das in diese Rubrik fällt, mir fallen da viele ein die auch gesellschaftsrelevant sein können, ich als star trek fan würden auch solche vor schweben, leben ohne Geld arbeiten für die Gemeinschaft und des Intellekts wegen, da hat auch sicher viel platz für freie liebe !!!
ich kann mir jetzt schon vorstellen dass mich jetzt hier einige wegen des letzten Satzes gleich mal verbal zerreissen werden, aber das tangiert mich äußerst peripher.
um was geht's, um Gemeinschaft, Zusammenhalt, Interessen …..
 
um was geht's, um Gemeinschaft, Zusammenhalt, Interessen …..
Genau so seh ich das auch. Und die alten Kommunen der "freien Liebe" waren halt notwendig weil ansonsten noch ein eher konservatives Bild von Beziehungen vorherrschend war. Heute ist Liebe weitgehend frei. Oder zumindest viel freier als früher. Wer Poly leben will kann poly leben... auch in jeder Stadt, den meisten Berufen und der ganz normalen Gesellschaft. Wer swingen will kann swingen und das Kollegium interessierts vermutlich nicht sonderlich. Wer homosexuell ist hat halt Beziehungen mit dem gleichen Geschlecht... alles auch in der ganz normalen Gesellschaft möglich heutzutage.

Deshalb bilden sich Kommunen die sich heute bilden um andere Themen als die freie Liebe herum. Der Kampf gegen die Gesellschaft oder für Anarchie als Beispiel. Oder der freie Umgang mit Drogen, einfach als weiteres Interessensgebiet für das sich Kommunen zusammenschließen.

Das sind die Dinge die heute in der "Massengesellschaft" nicht gelebt werden können und wegen derer sich Kommunen bilden. Welche Kommunen dann in 30-50 Jahren entstehen wird die Zeit zeigen. :schulterzuck:

Edit: Andere Kommunen die heute auch noch existieren sind natürlich religiöse oder politische Kommunen, Kulte und Sekten. Von Mansons Kult über amerikanische Inzest-Sekten, die Amisch, christliche Hardliner-Kommunen, Neonazi-Kommunen,...
...es gibt immer noch sehr viel was heute nicht massengesellschaftstauglich ist. Und immer noch genug Kommunen da draußen. Das ändert sich nur mit den Jahrzehnten und der Gesellschaft.
 
Zuletzt bearbeitet:
Grosse Offenheit ist verschwommener Wahrnehmung geschuldet.
Längst ist die Gesellschaft nicht mehr so offen wie in den Siebzigern.
Sonst gäbe es doch noch vermehrt Kommunen.
Die medialen Möglichkeiten eröffnen neue Welten.
Noch nie vorher in der Geschichte der Menschheit konnte sich der Mensch derart einigeln ohne aber auf Kontakte und Kommunikation zu verzichten.
Und nicht zuletzt ist eine gut funktionierende Kommune ein kompliziertes Geflecht über dessen Wurzeln stets gewacht werden muss.
Es gibt so viele Schwachstellen, die eine Kommune zum Sturz bringen können.
Sozialer Abstieg Einzelner zum Beispiel. Dürfen die bleiben? Wer füttert die durch usw.
Traum und harte kalte Wirklichkeit klaffen hier gewaltig auseinander.
 
Grosse Offenheit ist verschwommener Wahrnehmung geschuldet.
Längst ist die Gesellschaft nicht mehr so offen wie in den Siebzigern.
Sonst gäbe es doch noch vermehrt Kommunen.
Die medialen Möglichkeiten eröffnen neue Welten.
Noch nie vorher in der Geschichte der Menschheit konnte sich der Mensch derart einigeln ohne aber auf Kontakte und Kommunikation zu verzichten.
Und nicht zuletzt ist eine gut funktionierende Kommune ein kompliziertes Geflecht über dessen Wurzeln stets gewacht werden muss.
Es gibt so viele Schwachstellen, die eine Kommune zum Sturz bringen können.
Sozialer Abstieg Einzelner zum Beispiel. Dürfen die bleiben? Wer füttert die durch usw.
Traum und harte kalte Wirklichkeit klaffen hier gewaltig auseinander.
die war damals auch nicht viel offenerer als heute. Das waren Träume und Wünsche. Die Kommunen hatten sich doch bald überlebt, denn die Probleme im Zusammenleben sind zu unterschiedlich und gehen einem bald am A., sodass man wieder aussteigt.
 
Grosse Offenheit ist verschwommener Wahrnehmung geschuldet.
Ich glaub das muss man differenzierter betrachten. Offenheit, Verbundenheit, persönliche Freiheit, Toleranz,... viele unterschiedliche Werte die sich über die Jahrzehnte verschieben und ändern.
Aber ich könnt mir doch vorstellen dass man die heutige Gesellschaft als offener und toleranter bezeichnen könnte als die "Norm-Gesellschaft" der 70er und 80er. Ob wir dank der modernen Technik verbundener, empathischer oder wirklich freier sind steht auf einem anderen Blatt.

Zumindest sexuell betrachtet haben wir heute sogar Gesetze wie Gleichbehandlungsgrundsätze die es (gesamtgesellschaftlich) zB rechtlich schwer machen irgendwen wegen seiner sexuellen Orientierung schlechter zu behandeln.

Noch nie vorher in der Geschichte der Menschheit konnte sich der Mensch derart einigeln ohne aber auf Kontakte und Kommunikation zu verzichten.
Was wiederum genau eins der Kernthemen für manche moderne Kommunen ist. Auch die Amisch arbeiten da schon ewig grundlegend dagegen an.

Und nicht zuletzt ist eine gut funktionierende Kommune ein kompliziertes Geflecht über dessen Wurzeln stets gewacht werden muss.
Es gibt so viele Schwachstellen, die eine Kommune zum Sturz bringen können.
Sozialer Abstieg Einzelner zum Beispiel. Dürfen die bleiben? Wer füttert die durch usw.
Ich glaub DAS hängt dann wieder von jeder Kommune selbst ab. Die zeichnen sich ja gerade dadurch aus dass sie sich ihre eigenen Regeln machen. Und wenn es sich um Gemeinschaften handelt die darauf ausgelegt sind Jahrzehnte zu bestehen dann machen die sich schon auch Gedanken wie zum Beispiel mit Alten oder Kranken umgegangen wird.
Ein klassisches Modell (Anarchisten und Amisch zB) ist Arbeitsteilung nach Möglichkeiten. Wer jung ist und kräftig arbeitet am Feld, baut, versorgt die Gemeinschaft. Und wer älter oder schwächer ist unterrichtet, beaufsichtigt Kinder, betreibt irgendein Handwerk, körperlich einfache Arbeiten oÄ.

Auch "sozialer Abstieg" ist ein Konzept dass von Kommune zu Kommune differenziert gesehen werden muss. Das hängt schon davon ab ob es in der Gemeinschaft eine Art von Hierarchie gibt in der man absteigen kann. Aber mit dem klassischen "weniger Einkommen" das wir aus der westlichen Kapitalgesellschaft gewohnt sind hat das oft weniger zu tun als mit Regeltreue. Und auch hier haben solche Kommunen Wege wie sie mit solchen Fällen umgehen. Wiedergutmachung, Strafen, Verbannung oder auch schlimmere Konsequenzen (wie man sie öfters in Dokus über Aussteiger aus diversen Sekten zu hören bekommt. Von körperlichen Strafen, Verfolgung bis Mord oder gar Sippenhaftung an der Familie für Aussteiger die reden).

Aber du hast natürlich Recht! So eine Kommune ist immer ein fragiles Konstrukt. GEnauso wie jede Gesellschaft. Und funktioniert nur (und nur solange) sich die meisten Beteiligten an die Regeln halten. Welche Regeln das sind legt die Kommune aber abseits von der Normgesellschaft selbst fest.
Traum und harte kalte Wirklichkeit klaffen hier gewaltig auseinander.
Kommt wohl darauf an wie realistisch oder utopisch man träumt:hmm:.
 
Genau so seh ich das auch. Und die alten Kommunen der "freien Liebe" waren halt notwendig weil ansonsten noch ein eher konservatives Bild von Beziehungen vorherrschend war. Heute ist Liebe weitgehend frei. Oder zumindest viel freier als früher. Wer Poly leben will kann poly leben... auch in jeder Stadt, den meisten Berufen und der ganz normalen Gesellschaft. Wer swingen will kann swingen und das Kollegium interessierts vermutlich nicht sonderlich. Wer homosexuell ist hat halt Beziehungen mit dem gleichen Geschlecht... alles auch in der ganz normalen Gesellschaft möglich heutzutage.
Das waren in meiner Jugend paradiesische Zustände: Freie Liebe, die Pille gab es und kein Aids. Ich war ab den 70ern beruflich viel in Schweden, dem Land wo die Pornofilme aufkamen. Ab Abend ging man in ein Tanzlokal - mit Livemusik - und die blonden, schlanken Schwedinnen tanzten sofort Wange an Wange und eng mit Körperkontakt bis zu den Knien. Ich war damals Anfang der 20, hatte beim Tanzen fast immer einen Steifen, was die Damen natürlich merkten. Sex zum Quadrat, sodass ich im Büro oftmals recht müde war und oft sagte, dass ich in der letzten Nacht Durchfall hatte und nicht schlafen konnte. Dort lernte ich Analverkehr, Blasen mit Abspritzen in den Mund und Schlucken - was es in Österreich nicht einmal im Traum noch gab. Nur ich lernte dort niemanden der oder die in einer Kommune lebte.
 
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