Incel?

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Jetzt bin ich in meinem anderen Thread das erste Mal über den Begriff incel gestolpert und hab ein bisschen dazu gegoogelt.

Gibt es diese Bewegung weltweit? Kennt sich jemand damit aus, was der Hintergrund ist? Ist man(n) irgendwie solz da dazuzugehören und sich so zu betiteln?

Gibt es hier incels?🤔
Gibt's weibliche Incels :unsure::rofl:?
 
Gibt es diese Bewegung weltweit?
Jein. Incels sind keine richtige "Bewegung". Es ist eher eine Mentalität die sich über das Internet verbreitet und da und dort zu Ausprägungen wie Männerparteien führt.
Dementsprechend: Es gibt sie weltweit. Aber eine Bewegung ist es eigentlich nicht.

Kennt sich jemand damit aus, was der Hintergrund ist?
Ich würde sagen: Ein Haufen verzweifelter Männer die in alten, patriarchialischen Weltbildern gefangen sind und verdrehte Rollenbilder haben die nicht mehr zeitgerecht sind. Und mit diesen Rollenbildern und Überzeugungen ecken sie bei modernen Frauen nunmal dermaßen an dass sie unfreiwillig zölibatär leben müssen.
Dafür finden sich dann halt Erklärungen die natürlich rein gar nix mit ihnen selbst zu tun haben... sondern die Frauen, die Gesellschaft und (in geringerem Maß) die anderen Männer beschuldigen.

Ist man irgendwie solz da dazuzugehören und sich so zu betiteln?
Würde dich vielleicht wundern. Aber es gibt auch noch Menschen die sich stolz als "Reichsdeutsche" titulieren bei uns. Jede Form von Identität oder Überzeugung die stark genug ausgeprägt ist und IRGENDWO positives Feedback provoziert oder zumindest negatives Feedback erklärt oder entwertet führt zu Stolz.
Ich kann mir also schon vorstellen dass viele stolz sind.
Es ist leichter zu sagen "Ich bin ein stolzer Incel der bei diesem dummen Spiel von Barbies, Kens und Pudeln nicht mitmacht" als zu sagen "Ich bin ein hässliches, fettes, altes Arschloch das keine Frau freiwillig anfassen würde"

Gibt es hier incels?
Ja. Ein paar fallen immer wieder auf und vernetzen sich hier auch gegenseitig schätz ich.

Es gibt tatsächlich Opfer zu beklagen.
Ja es ist eine Bewegung und keine vernachlässigbares Männerfrustforum.
Es wird im Rahmen dieser Bewegung Gewalt bis Mord gegen Frauen verübt.
Die Täter werden bejubelt und zu Helden innerhalb der Gruppe hochgehoben.
Da unterscheidet sich aber immer noch eine Ideologie von einer Bewegung!
Eine Bewegung hätte klare Strukturen, Anführer, Projekte, Aufgaben, Pläne,...

Hier wird Gewalt gegen Frauen eher im Rahmen einer Ideologie gerechtfertigt und im eigenen, individuellen, rücksichtslosen Egoismus oder Hass ausgeübt. Dass dann andere Anhänger dieser Ideologie jubeln bzw ihr Verständnis ausdrücken ist tatsächlich so. Aber das ist bei jeder Ideologie der Fall. Wenn in Hessen ein Flüchtlingsheim brennt stoßen bei uns in Österreicher auch Leute drauf an und meinen "richtig so!".

Medienberichten war schon zu entnehmen das in diesen Kreisen durchaus auch offen Gewalt gegen Frauen propagiert wird
"diese Kreise" sind großteils online Communitys und Foren. Und sehr viele von diesen Communitys und Foren bannen diese Leute schon. Aber wie immer: Sie finden halt neue Möglichkeiten, neue Foren, neue Communitys.
Und "offen" bezweifel ich mal. Eher hinter mehreren Routern, VPN's und anonymen Nicks mal getraut das von der Seele zu schreiben was sie sich im Alltag nicht sagen trauen.

Eins der Probleme mit dieser Ideologie: Die WENIGSTEN sind so dumm dass sie versuchen das offen zu machen. Die wenigsten gründen eine Partei, die wenigsten treffen sich jemals real, die wenigsten treten öffentlich für die radikaleren Aspekte dieser Ideologie ein.
 
Ich bin ein Incel.

Eigentlich würde ich das gerne im wertfreien Sinn sagen, doch leider bin ich vor etwa 20 Jahren -ohne Kontakt mit entsprechenden Foren oder Personen gehabt zu haben- in eine Gefühlswelt abgedriftet, welche man der hasserfüllten Incel-Bewegung zuschreiben kann.

Auf Zurückweisung mit Hass zu reagieren scheint eine psychologische Verhaltensvariante von uns Menschen zu sein. Bereits früheste mythologische Texte beschreiben dieses Phänomen. Gott bevorzugte die Opfer Abels, während Abels Bruder Kain die Zurückweisung und Geringschätzung seiner Opfer erleben musste. Aus Kains Wunsch von Gott geliebt zu werden entwickelte sich schließlich ein Hass gegen den (Gott), dessen Liebe er eigentlich erlangen wollte. Mit der Tötung seines Bruders erreichte er gleich zwei Dinge. Einerseits war er einen Widersacher los, gleichzeitig “strafte” er Gott, da er diesem etwas Liebgewonnenes nahm.

Ich bin nicht (schrift)gläubig, beschäftige mich jedoch seit einiger Zeit mit Psychologie. Die Bibelgeschichte verdeutlicht, dass bereits vor tausenden Jahren den Menschen die Konstellation “Liebe- Zurückweisung- Hass” bekannt war. Es ist also nicht verwunderlich, dass diese Geschichte in der Psychologie durchaus als Beispiel erwähnt wird.

Seit etwa 10 Jahren arbeite ich daran mich aus diesem hasserfüllten, (selbst)zerstörerischen Nichts zu befreien. Mittlerweile habe ich mit Disziplin, professioneller Hilfe und medikamentöser Behandlung die schlimmsten menschlichen Abgründe hinter mir gelassen. Auch wenn ich Techniken und Verhaltensmuster entwickelt habe um ein Zurückgleiten in den Schlund zu verhindern, bleibt nach mehr als 20 Jahren Depressionen neben einer miserablen sozio-ökonomischen Lebenssituation eine tiefgründige Wesenstraurigkeit zurück. Bei aller Zuversicht und Hoffnung, welche ich aus dem bereits Erreichten gewinne, weiß ich, dass ich diesen persönlich empfundenen Weltschmerz nie mehr überwinden kann.

Eigentlich wollte ich zu der anderen Incel-Diskussion “Recht auf Sex?” etwas hinzufügen. Diese wurde jedoch letzte Woche geschlossen, was ich erst merkte, nachdem ich alle 26 Diskussionsseiten (flüchtig) gelesen hatte. Vielleicht ergibt sich hier eine interessante Diskussion, ohne diese zu einer notwendigen Schließung entgleiten zu lassen.
 
Jeder Mensch ist für sein Verhalten selbst verantwortlich. Eine schwere Kindheit ist keine Entschuldigung.
Man muss als Erwachsener seine Fehler erkennen und daran arbeiten ohne die Schuld bei anderen zu suchen.
Wie heißt es so schön, :"es hat nichts edles sich seinem nächsten gegenüber überlegen zu fühlen, wahrhaft edel ist es sich seinem früheren selbst überlegen zu fühlen." 😁😁😘😘
 
Ich bin ein Incel.

Eigentlich würde ich das gerne im wertfreien Sinn sagen, doch leider bin ich vor etwa 20 Jahren -ohne Kontakt mit entsprechenden Foren oder Personen gehabt zu haben- in eine Gefühlswelt abgedriftet, welche man der hasserfüllten Incel-Bewegung zuschreiben kann.

Auf Zurückweisung mit Hass zu reagieren scheint eine psychologische Verhaltensvariante von uns Menschen zu sein. Bereits früheste mythologische Texte beschreiben dieses Phänomen. Gott bevorzugte die Opfer Abels, während Abels Bruder Kain die Zurückweisung und Geringschätzung seiner Opfer erleben musste. Aus Kains Wunsch von Gott geliebt zu werden entwickelte sich schließlich ein Hass gegen den (Gott), dessen Liebe er eigentlich erlangen wollte. Mit der Tötung seines Bruders erreichte er gleich zwei Dinge. Einerseits war er einen Widersacher los, gleichzeitig “strafte” er Gott, da er diesem etwas Liebgewonnenes nahm.

Ich bin nicht (schrift)gläubig, beschäftige mich jedoch seit einiger Zeit mit Psychologie. Die Bibelgeschichte verdeutlicht, dass bereits vor tausenden Jahren den Menschen die Konstellation “Liebe- Zurückweisung- Hass” bekannt war. Es ist also nicht verwunderlich, dass diese Geschichte in der Psychologie durchaus als Beispiel erwähnt wird.

Seit etwa 10 Jahren arbeite ich daran mich aus diesem hasserfüllten, (selbst)zerstörerischen Nichts zu befreien. Mittlerweile habe ich mit Disziplin, professioneller Hilfe und medikamentöser Behandlung die schlimmsten menschlichen Abgründe hinter mir gelassen. Auch wenn ich Techniken und Verhaltensmuster entwickelt habe um ein Zurückgleiten in den Schlund zu verhindern, bleibt nach mehr als 20 Jahren Depressionen neben einer miserablen sozio-ökonomischen Lebenssituation eine tiefgründige Wesenstraurigkeit zurück. Bei aller Zuversicht und Hoffnung, welche ich aus dem bereits Erreichten gewinne, weiß ich, dass ich diesen persönlich empfundenen Weltschmerz nie mehr überwinden kann.

Eigentlich wollte ich zu der anderen Incel-Diskussion “Recht auf Sex?” etwas hinzufügen. Diese wurde jedoch letzte Woche geschlossen, was ich erst merkte, nachdem ich alle 26 Diskussionsseiten (flüchtig) gelesen hatte. Vielleicht ergibt sich hier eine interessante Diskussion, ohne diese zu einer notwendigen Schließung entgleiten zu lassen.
Warum das alles?
 

steht ja darin: Selbsthass. Unfähigkeit zur Selbstliebe, das will dann im Außen erzwungen werden.
Aber da er das ja angeht mit Therapie ist er auf einem guten Weg, meinen Respekt dafür diesen Weg zu gehen.
Ich kenne das Thema sehr gut, der Weg ist lang, aber die Selbstliebe ein wunderschönes Geschenk.

Wenn ein Mensch zuwenig Liebe erfährt als Kind, entsteht ein "ich bin nicht ok" = Selbstablehnung, Selbsthass.
Zu diesem Schmerz musst Du dann durchkommen, dich heilen, und dann kannst Du das für Dich bewältigen - das ist nicht nur graue Theorie.
Du kränkst Dich zu Tode, lehnst Dich ab, und der Schmerz will nicht weichen... und Du musst lernen, dass Du dafür keine Menschen zwingen kannst sondern dich wieder selbst lieben lernst. Und darauf liegt aber dein ganzes Leben an Erfahrungen und Schmerzen.
 
Ich bin ein Incel.

Eigentlich würde ich das gerne im wertfreien Sinn sagen, doch leider bin ich vor etwa 20 Jahren -ohne Kontakt mit entsprechenden Foren oder Personen gehabt zu haben- in eine Gefühlswelt abgedriftet, welche man der hasserfüllten Incel-Bewegung zuschreiben kann.

Auf Zurückweisung mit Hass zu reagieren scheint eine psychologische Verhaltensvariante von uns Menschen zu sein. Bereits früheste mythologische Texte beschreiben dieses Phänomen. Gott bevorzugte die Opfer Abels, während Abels Bruder Kain die Zurückweisung und Geringschätzung seiner Opfer erleben musste. Aus Kains Wunsch von Gott geliebt zu werden entwickelte sich schließlich ein Hass gegen den (Gott), dessen Liebe er eigentlich erlangen wollte. Mit der Tötung seines Bruders erreichte er gleich zwei Dinge. Einerseits war er einen Widersacher los, gleichzeitig “strafte” er Gott, da er diesem etwas Liebgewonnenes nahm.

Ich bin nicht (schrift)gläubig, beschäftige mich jedoch seit einiger Zeit mit Psychologie. Die Bibelgeschichte verdeutlicht, dass bereits vor tausenden Jahren den Menschen die Konstellation “Liebe- Zurückweisung- Hass” bekannt war. Es ist also nicht verwunderlich, dass diese Geschichte in der Psychologie durchaus als Beispiel erwähnt wird.

Seit etwa 10 Jahren arbeite ich daran mich aus diesem hasserfüllten, (selbst)zerstörerischen Nichts zu befreien. Mittlerweile habe ich mit Disziplin, professioneller Hilfe und medikamentöser Behandlung die schlimmsten menschlichen Abgründe hinter mir gelassen. Auch wenn ich Techniken und Verhaltensmuster entwickelt habe um ein Zurückgleiten in den Schlund zu verhindern, bleibt nach mehr als 20 Jahren Depressionen neben einer miserablen sozio-ökonomischen Lebenssituation eine tiefgründige Wesenstraurigkeit zurück. Bei aller Zuversicht und Hoffnung, welche ich aus dem bereits Erreichten gewinne, weiß ich, dass ich diesen persönlich empfundenen Weltschmerz nie mehr überwinden kann.

Eigentlich wollte ich zu der anderen Incel-Diskussion “Recht auf Sex?” etwas hinzufügen. Diese wurde jedoch letzte Woche geschlossen, was ich erst merkte, nachdem ich alle 26 Diskussionsseiten (flüchtig) gelesen hatte. Vielleicht ergibt sich hier eine interessante Diskussion, ohne diese zu einer notwendigen Schließung entgleiten zu lassen.
Wenn ich das schon lese, die Bibelgeschichte. :rolleyes:
Hass und Liebe waren ganz sicherlich schon gaaaaaaaaaaaaaaaaaanz lange vor der Bibel bekannt, dafür brauchte es keine Bibel.

Und Incels sind nichts Anderes, als Männer die die Schuld anderen geben, anstatt sich ihr totales Unvermögen einzugestehen.
Und ich wüsste nicht, was es da zu diskutieren gäbe, außer, wie können sich solche Männer helfen lassen und was müssen sie an sich und ihrer Einstellung ändern, um wieder normal zu werden.
Mehr gibt es da nicht zu diskutieren.
 
Und ich wüsste nicht, was es da zu diskutieren gäbe, außer, wie können sich solche Männer helfen lassen und was müssen sie an sich und ihrer Einstellung ändern, um wieder normal zu werden.
Heute findet man für jede noch so dumme Theorie Zigtausende die begeistert zustimmen oder noch einen draufsetzen.
Das macht es schwer mit dem normal werden.
 
Heute findet man für jede noch so dumme Theorie Zigtausende die begeistert zustimmen oder noch einen draufsetzen.
Das macht es schwer mit dem normal werden.
Natürlich, wenn man es unbedingt glauben möchte, dann wird es nicht nur schwer, sondern unmöglich.
Und wenn ich unbedingt glauben möchte, dass es die Frauen sind die rein und alleine schuld daran sind, dass ich keine Partnerin bekommen kann, dann wird man noch nicht einmal darüber nachdenken sich Hilfe zu suchen, geschweige denn es zu tun.
 
steht ja darin: Selbsthass. Unfähigkeit zur Selbstliebe, das will dann im Außen erzwungen werden.
Aber da er das ja angeht mit Therapie ist er auf einem guten Weg, meinen Respekt dafür diesen Weg zu gehen.
Ich kenne das Thema sehr gut, der Weg ist lang, aber die Selbstliebe ein wunderschönes Geschenk.

Wenn ein Mensch zuwenig Liebe erfährt als Kind, entsteht ein "ich bin nicht ok" = Selbstablehnung, Selbsthass.
Zu diesem Schmerz musst Du dann durchkommen, dich heilen, und dann kannst Du das für Dich bewältigen - das ist nicht nur graue Theorie.
Du kränkst Dich zu Tode, lehnst Dich ab, und der Schmerz will nicht weichen... und Du musst lernen, dass Du dafür keine Menschen zwingen kannst sondern dich wieder selbst lieben lernst. Und darauf liegt aber dein ganzes Leben an Erfahrungen und Schmerzen.

Sehr deutlich und klar formuliert. Kann ich denke ich gut nachvollziehen. Habe massive Traumata erlebt und erst spät gelernt andere zu lieben.

Mein kindheitsmotto war :"du kannst nichts, du bist nichts und du wirst nie was werden. " zum Glück habe ich das so lange eingeprügelt bekommen biss mir die späteren Missbrauchs und Misshandlungen ab meinem sechsten Lebensjahr nur noch lachhaft schwach erschienen.

Seit meinem 12 Lebensjahr wichse ich ,vielleicht einmal oder auch zweimal am Tag (es sei denn ich bin gebunden) und zeige mir so dass ich auch Glück verdient habe. Und wenn es nur der fünf Minuten Dopamin Rausch nach dem abwichsen auf falsche Träume ist. Alles ist besser, und auch in dem Punkt bin ich durch eine harte Schule gegangen, als sich zu hassen.

ALLES.

Manche Menschen haben einfach keine Ahnung was es heißt hochsensiebel und Recht intelligent zu sein und alles klar ungefiltert eingebrannt zu bekommen.

Dummheit ist ein Segen. Und ja ich meine ,ich habe erst spät gelernt andere zu lieben, weil ich erst mit 17 Jahren verstanden hat was es bedeutet bedingungslos zu lieben und sich komplett jemanden hinzugeben, bzw. Einer Person vertrauen zu schenken.

Incels, so wie ich das verstanden habe, haben demnach leider nie so richtig am Abgrund gestanden, in einer Situation die so unbarmherzig ist das ihre einzige Option ist sich zu lieben und stark zu sein.

Viele meiner ehemaligen Freunde und Bekannten haben es nicht geschafft sich weiter zu entwickeln um dem "Krebseimer" zu entfliehen. Ich musste viele Menschen zurück lassen und verlassen um frei zu sein in Liebe leben zu können.

Aber es lohnt sich. Und dass der TE eine Therapie macht kann ich nur begrüßen. Ist ein unter anderem sehr wichtiger Schritt, und man lernt eine schöne Lektion.

Lg

Lg
 
Das traurige ist, ich kennen KEINEN der nicht solche Muster hat.
"Egal was ich mache, nie ist es genug"
"Was ich mache, es ist zu wenig"
:
usw.
Erziehung eben.

Viele verdrängen es geschickt, manche sind mehr verletzt, manche weniger, manche werden auto-aggressiv, manche aggressiv. aber das verletzte "Ich bin" (das ist der Ansatz in der Welt der Alternativheiler) ist der Grund, warum wir Abhängigkeiten entwickeln auf der Suche nach Heilung.
Und auf dem Weg dazu spielen wir in der Sexualität das was uns angetan wurde, mal mehr mal weniger.
Aber in Grund haben wir alle diesen Knacks.
Und alles nur wegen dieser "bedingungslosen Liebe", so sein zu dürfen wie man ist, ...darum auch wichtig dies zu respektieren, dass Menschen so sein dürfen wie sie sind und sie niemals zu beregeln und zu "bezwingen", egal wie sicher man ist, dass man im Recht ist.
Gesellschaftskrankheit Nummer 1.

Aber Respekt jedem, der sich da auf den Weg macht.
Nur von Innen heraus kann man heilen, niemand macht einem das weg ;)
Aber es geht weg...
 
Ich bin ein Incel.

Eigentlich würde ich das gerne im wertfreien Sinn sagen, doch leider bin ich vor etwa 20 Jahren -ohne Kontakt mit entsprechenden Foren oder Personen gehabt zu haben- in eine Gefühlswelt abgedriftet, welche man der hasserfüllten Incel-Bewegung zuschreiben kann.

Auf Zurückweisung mit Hass zu reagieren scheint eine psychologische Verhaltensvariante von uns Menschen zu sein. Bereits früheste mythologische Texte beschreiben dieses Phänomen. Gott bevorzugte die Opfer Abels, während Abels Bruder Kain die Zurückweisung und Geringschätzung seiner Opfer erleben musste. Aus Kains Wunsch von Gott geliebt zu werden entwickelte sich schließlich ein Hass gegen den (Gott), dessen Liebe er eigentlich erlangen wollte. Mit der Tötung seines Bruders erreichte er gleich zwei Dinge. Einerseits war er einen Widersacher los, gleichzeitig “strafte” er Gott, da er diesem etwas Liebgewonnenes nahm.

Ich bin nicht (schrift)gläubig, beschäftige mich jedoch seit einiger Zeit mit Psychologie. Die Bibelgeschichte verdeutlicht, dass bereits vor tausenden Jahren den Menschen die Konstellation “Liebe- Zurückweisung- Hass” bekannt war. Es ist also nicht verwunderlich, dass diese Geschichte in der Psychologie durchaus als Beispiel erwähnt wird.

Seit etwa 10 Jahren arbeite ich daran mich aus diesem hasserfüllten, (selbst)zerstörerischen Nichts zu befreien. Mittlerweile habe ich mit Disziplin, professioneller Hilfe und medikamentöser Behandlung die schlimmsten menschlichen Abgründe hinter mir gelassen. Auch wenn ich Techniken und Verhaltensmuster entwickelt habe um ein Zurückgleiten in den Schlund zu verhindern, bleibt nach mehr als 20 Jahren Depressionen neben einer miserablen sozio-ökonomischen Lebenssituation eine tiefgründige Wesenstraurigkeit zurück. Bei aller Zuversicht und Hoffnung, welche ich aus dem bereits Erreichten gewinne, weiß ich, dass ich diesen persönlich empfundenen Weltschmerz nie mehr überwinden kann.

Eigentlich wollte ich zu der anderen Incel-Diskussion “Recht auf Sex?” etwas hinzufügen. Diese wurde jedoch letzte Woche geschlossen, was ich erst merkte, nachdem ich alle 26 Diskussionsseiten (flüchtig) gelesen hatte. Vielleicht ergibt sich hier eine interessante Diskussion, ohne diese zu einer notwendigen Schließung entgleiten zu lassen.

Also zuerst möchte ich sagen, bin ich von deiner Offenheit beeindruckt und schätze diese sehr. Und es tut mir sehr leid zu hören, dass du dich seit 20Jahren mit Depressionen rumschlagen musst. Ich hatte in meinem Leben auch tiefe Phasen und bin nur froh, diese überwunden zu haben und nicht lange darin gefangen gewesen zu sein. Dein Weg scheint doch ein ganzes Stück steiler zu sein. Für deinen 10 jährigen Kampf dagegen gebührt dir Respekt und auch das Wissen; hey, er hat sich nicht aufgegeben! Das schaffen nicht alle...

Zum Punkt Ablehnung/Zurückweisung führt zu Hass. Dies muss nicht immer automatisch die Rekationskette sein, würde ich mal behaupten. Es gibt unterschiedliche Arten mit dieser umzugehen. Sicher ist, würde ich sagen, dass zuviel Ablehnung und Zurückweisungen fast immer zu problematischen Verhaltensmustern führen. Die einen reagieren sicher auch mit (selbst)hass darauf. Andere driften in die pure Ratio ab, andere in irgendwelchen Süchten, und manchmal gibt es einen bunten Strauss von allem ein bisschen...

Deinen Weltschmerz wirst du nicht mehr ganz überwinden können, sagst du. Schwierig das zu beurteilen für mich, aber du wirst das schon wissen. Nun ja, du bist nicht der Einzige mit diesem und auch kann dieser Weltschmerz wunderbare Blüten hervorbringen. Stichworte Kunst, Kultur, sinnvoller Aktionismus etc... Die Welt da draussen gibt uns allen Grund, nicht ständig fröhlich heiter durch diese hüpfen zu können. Also muss dieser Schmerz nicht generell falsch sein, so dass man ihn auf brechen und biegen überwinden muss. Er sollte zu unserem Leben gehören dürfen.
Die Kunst ist, trotz allen Weltschmerz die vielen kleinen wundervollen alltäglichen Dingen in unserem Leben zu sehen. An jeder Ecke lauern sie nämlich :). Und sie sind in der Lage uns von unserem Weltschmerz immer mal wieder weg zu bringen und den Fokus aufs wesentliche zu legen, nämlich auf das hier und jetzt im unmittelbaren Umfeld.

Welche kleinen Dingen schätzt du denn in deinem Leben?
 
Zum Punkt Ablehnung/Zurückweisung führt zu Hass. Dies muss nicht immer automatisch die Rekationskette sein

Die Ablehnung des Ich bin ist in erster Linie "Kränkung", Abwertung, Selbstwert, Selbstablehnung.
Zuerst spürst Du Zorn, Wut, Ohnmacht, ev. Angst in Kombination mit "Übermacht"... wenn Du diese Kränkung "schlucken musst".
Es gibt viele Facetten, die zu Selbstekel, Selbsterniedrigung (für Liebe) etc. führen können, nicht müssen.
Wir finden alle diese "Spielarten" in der Sexualität.
Selbst- oder Fremd-Hass ist nur ein Ausdruck des Schmerzes, das stimmt.
Aber es ist immer der Schmerz, dem es zu begegnen, anzunehmen und auszuheilen gilt.
Dann hört alles auf.
Aber man muss die Verantwortung dafür übernehmen wollen, für seinen eigenen Schmerz, egl wie ohnmächtig man mal war.
Rache, Hass, Schmerz-Wiederholung bringt einen nur zur Selbstzerstörung.

Es ist halt notwendig zu visualisieren, dass das nur ein "alter Teil von sich" ist, auf dessen Schmerz man nicht mit Härte, Lust oder noch mehr Schmerz reagieren sollte, wenn man die Absicht hat die Selbstfürsorge und Selbstliebe zu erlernen.

Eins noch:
Ob man dies nun als "Dialog mit dem inneren Kind" sieht, oder als eine Art Begegnung mit einem von vielen alten Ichs... die gute Nachricht ist, es kommt der Tag an dem JEDER stark genug ist, mit dem aktuellen gewachsenen, gereiften Ich in diese Hölle runterzusteigen und sich selbst zu halten und zu lieben und zu "retten".

Es hilft sich vorzustellen, dies für (s)ein real lebendes Kind zu machen, das dringend Hilfe braucht, weil es leidet.
Der Vater/Mutter Instinkt den wir alle haben hilft in der Vorstellung, dieses Kind zu retten und durchzuhalten, denn der Einstieg in diesen "Kanal" ist oft verschüttet voller Angst, Ekel, Verblendung und anderen Dinge. Man dreht da gern um, und sagt sich "ach den alten Käse vergess ich lieber, das tu ich mir nicht nochmal an". Es ist aber ein Teil von einem. Wenn das untergeht, geht der Rest auch unter, langsam und qualvoll, unbeachtet.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich möchte noch eine Sache ansprechen, auf welche ich in meinem vorigen Beitrag nicht eingegangen bin.

-Der Großteil der Incels hat seine Weltanschauung nicht freiwillig gewählt. Auch wenn Incels glauben ihre Weltanschauung rational und logisch erklären zu können, diesen Umstand als Ausdruck ihres freien Willens und ihrer Überlegenheit deuten, erfolgte die Hinwendung zu dieser Lebenseinstellung doch erst unter hohem psychischen Leidensdruck (mit unklarem Verstand). Ich sehe hier Parallelen zur Entstehung von politischen oder religiösen Extremisten, in diesem Sinne werte ich die Incelbewegung auch als extremiste Ideologie. Menschen mit klarem Verstand tun sich schwer die Motive und Gemütslage solcher Menschen vorzustellen. Wenn man diese als durchgeknallt oder verrückt bezeichnet, mag dies wohl primär abfällig gemeint sein, aber tatsächlich trifft diese Bezeichnung im medizinischen Sinne zu.
 
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