Fotos richtig und schön machen!

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(Gelöschter Account)
Hallo liebe Forums-Benutzer und innen :)

Da ich nicht so richtig wusste wo ich das Thema rein stellen soll habe ich es hier rein getan. Es gehört ja auch zum Teil hier rein.

Aber egal. Mich würde interessieren wie man richtig Fotos mach? Ich würde nämlich sehr gerne Erotik-Fotos machen. Als Hobbie. Ich sehe hier täglich wirklich schöne Fotos und ich frage mich immer wieder..Wie bekomme ich das auch hin? Naja, ich hätte nicht mal jemanden der das mit mir macht :) aber trotzdem interessiert es mich. Vielleicht kommt ja eines tages einmal eine schöne Frau und lässt schöne Erotikfotos mit sich machen. Aber verratet mal Tipps ;)
Auch im Bereich Fotobearbeitung hätte ich bitte gerne ein paar Ratschläge. Freeware-Software, Effekte usw.

Danke schon einmal!

Euer Cremoso (oder cremissimo wie mich lorelay nennt..ts)

PS: jeder der lust auf sowas hat kann sich auch melden.
 
Versuch's mal einfach mit einem Fotokurs !

Leider glaubt jetzt jeder der eine Digi-Cam hat und einen PC mit Bildberarbeitungs-Software, dass er damit automatisch "schöne" Fotos machen kann. Ganz schlimm sind die Handy-Fotografen :?

Prinzipiell - hat dies nichts mit der technischen Ausstattung zu tun, sondern mit Fototechnik und diese hat wenig Unterschiede zwischen analoger und digitaler Fotografie.

Das Einzige was an der digitalen Fotografie "digital" ist, ist der Chip und das Speichermedium. Alles andere ist nach wie vor "analog" (Objektiv, etc..) !!!

Wenn's dich wirklich interessiert - lies dich ein (Bücher gibt's viele) und mach' irgendwann mal 'nen Fotokurs. Kamera, etc. ist nicht so wichtig.
 
Hallo liebe Forums-Benutzer und innen :)

Da ich nicht so richtig wusste wo ich das Thema rein stellen soll habe ich es hier rein getan. Es gehört ja auch zum Teil hier rein.

Aber egal. Mich würde interessieren wie man richtig Fotos mach? Ich würde nämlich sehr gerne Erotik-Fotos machen. Als Hobbie. Ich sehe hier täglich wirklich schöne Fotos und ich frage mich immer wieder..Wie bekomme ich das auch hin? Naja, ich hätte nicht mal jemanden der das mit mir macht :) aber trotzdem interessiert es mich. Vielleicht kommt ja eines tages einmal eine schöne Frau und lässt schöne Erotikfotos mit sich machen. Aber verratet mal Tipps ;)
Auch im Bereich Fotobearbeitung hätte ich bitte gerne ein paar Ratschläge. Freeware-Software, Effekte usw.

Danke schon einmal!

Euer Cremoso (oder cremissimo wie mich lorelay nennt..ts)

PS: jeder der lust auf sowas hat kann sich auch melden.

mache worksshop bei bekannten fotografen dort lernst du am meisten wie kam eine kamra einstellt usw ist am besten kosten zwischen 100-300 euro aber lernt man viel
 
uralt-thread, ich weiß - aber ich hab den fehler gemacht, wieder mal in den eingestellten fotos & videos zu kramen .... und mal ehrlich: in den meisten fällen :kotzen: !!!

daher hab ich beschlossen, diesen thread quasi als umschlag dafür zu verwenden, um ab und zu tipps und tricks zu foto und video hier einzustellen. hab es zwar selber nicht professionell gelernt, sondern eben nur durch weitergabe. aber dort von keinen schlechten. es erhebt daher keinen anspruch auf vollkommenheit oder vollständigkeit, was ich hier zum besten gebe - aber vielleicht hilft es einfach dem einen oder anderen von euch da und dort weiter!

wer sich von den wirklich guten hier (und da gibt es eine menge) anschließen mag, auch zur diskussion meiner beiträge: herzlich willkommen! ich lerne gerne selber auch immer weiter dazu!

:winke:
 
video: fangen wir beim "einfachsten" an! handy-video und bildformat/kamerahaltung: ich weiß schon, dass man beim telefonieren ein handy senkrecht hält. auch beim fotografieren stört es in MANCHEN aufnahmesituationen nicht. weil es ja in der malerei wie im foto das portrait und die landschaftsaufnahme (landscape) - also hoch- und querformat - gibt.

beim filmen aber hat das hochformat grundsätzlich NICHTS verloren.
nicht einmal dann, wenn es ein motiv gundsätzlich im hochformat wäre.

die begründung dafür ist einfach: menschen haben die augen (schon aus der evolution heraus weise vorgesehen) nebeneinander und nicht übereinander. das heißt: wir sind grundsätzlich auf BREIT sehen ausgerichtet. hochaufnahmen - gerade bewegte - irritieren. auch deswegen weil die seitenbereiche unseres sehens bewegungsempfindlicher sind, als die mitte. und praktisch: du kannst sequenzen im hochformat schwer mit anderen im breitformat (videokameras etc.) zusammenschneiden. außer du nimmst breite seitenstreifen in schwarz oder extreme bildverzerrungen in kauf.
 
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ist ein handy*) ein ausreichender ersatz für einen fotoapparat oder eine videokamera?

früher wäre die frage mit einem klaren "nein" zu beantworten gewesen. und trotz wesentlich verbesserter handyfoto- und -videotechnik würde ich sie heute immer noch mit "nein" beantworten. obwohl punkto auflösung der bilder durchaus guter fotostandard und bei video sogar HD-standard erreicht wurde. aaaaaaber:

handys sind fotografisch weitgehend auf die eierlegende wollmilchsau ausgelegt (obwohl auch da z.b. bei der LED-blitztechnik etc. weiter entwickelt, gar keine frage). das heißt dass bei guten fotobedingungen wirklich erstaunlich gute fotos möglich sind. die frage stellt sich aber dann bei der qualität in extremeren situationen (grelles licht, diesiges kontrastarmes licht, schwaches licht etc.). und außerdem sind die brennweiten auf "möglichst viel drauf" eingestellt. d.h. weitwinkel, d.h. auch verzerrungen, ... und wenn man zoont, dann ist das ein digitaler zoom, d.h. es wird in wahrheit nur ein bildausschnitt aus dem normalen foto herausgerechnet - mit den entsprechenden problemen punkto auflösung, verpixelung etc.

außerdem kommt noch dazu, dass man das handy (und somit die heute oft schon zwei optiken) mit der zeit belastungen und verschmutzungen aussetzt, die man einem fotoapparat/einer kameralinse nie zumuten würde. das heißt: die linsen verschmutzen mit der zeit oder auch manchmal akut einfach, falls sie nicht vor den aufnahmen penibel gereinigt werden.

fazit: das handy ist heutzutage ein wirklich schon sehr guter not- und ersatz-behelf für foto und video. für wirklich anspruchsvollere aufnahmen empfehle ich nach wie vor "das original".

*) wo ich handy sage, meine ich grundsätzlich auch tablet. außer der sicher erleichternden bildschirmgröße ist da kein wirklicher unterschied.
 
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video: regeln für die bewegung!

grundsätzlich gilt: bewegung VOR der kamera, nicht bewegung MIT der kamera. das heißt: VOR der linse sollte sich etwas tun, statt feuerwehrschlauchartig mit der kamera die ganze umgebung abzuspritzen. es gibt eine ausnahme dabei: wenn man ein sich bewegendes objekt verfolgt. aber auch da wäre z.b. ein hakenschlagendes kaninchen mit höchster brennweite zuviel für den zusehermagen.

das (je nach szenenlänge unterschiedlich träge) zuseherauge sollte IMMER die möglichkeit haben, das geschehen im ganzen zu realisieren. im idealfall sollte eine kamerabewegung in einer szene aus höchstens zwei richtungen bestehen (z.b. schwenk nach rechts, dann schwenk nach oben - oder schwenk, dann zoom etc.) aber nicht mehr.

bei schwenks oder zooms: vom weniger wichtigen zum wichtigen. ausnahmen brauchen eine quasi logische begründung. ist alles gleich wichtig (landschaft z.b.), dann eher von links nach rechts schwenken. warum? weil es in unserer hemisphäre die gewohnte leserichtung und daher das auge eher an diesen ablauf gewöhnt ist.
 
video: freihand oder stativ?

die bildstabilisatoren in neueren kameras können schon was (auch selten aber doch in manchen situationen störend statt hilfreich funktionieren). außerdem wurde z.b. in fernsehserien dazu übergegangen, "aus der hand" (steadycam ...) zu filmen, weil das ganz leichte wackeln einen lebensnahen zusehereindruck vermittelt. ich würde meinen, auch aus kosten/zeitgründen etc.! aus dem heraus erscheint ein stativ entbehrlicher als noch vor jahren ... wäre da nicht ...
  • der umstand, dass man in 16:9 und bei HD und auf größeren bildschirmen verwackler wesentlich stärker sieht
  • das immer noch gegebene faktum, dass man zwar standard-zoombrennweiten relativ gut aus der hand ruhig halten kann, nicht aber extremes tele - und es ist nichts mehr schade, als wenn man an ein interessantes detail heranzoomt und in eine immer unruhigere verwacklung hineinfährt.
  • der bedarf nach manchmal weichen bildübergängen/überblendungen. und es ist nicht wirklich schön, zwischen zwei leicht verwackelten szenen zu überblenden - vor allem wenn da lange linien/kanten auch mit im spiel sind (meereshorizont etc.).
ich empfehle daher weiterhin für hochwertige aufnahmen ein stativ. auf reisen können auch einbeinstative gute dienste leisten (bitte aber nur mit leicht gängigem kipp/schwenkkopf drauf). auch die wurden punkto bildstabilität weiterentwickelt. man muss aber eben abwägen - zwischen stativgewicht und gewünschtem bildstabilisierungsgrad.
 
Den Thread gibts schon so lang' - als der geöffnet wurde war ich noch nichtmal Volljährig :haha:

ich wollt mich halt nicht dem "sufu benutzen" aussetzen und hab daher eine thread-mumie reanimiert. :roll:

.... oba ... :wideyed::wideyed::wideyed: .... der kann do no kaaane fuffzg joah oid sein. :schulterzuck: :undweg:

OT: Ich hab' mal n' Monat damit verbracht selber rauszufinden was welcher Knopf macht und wie und was und wann...

ein wesentlicher punkt (foto UND video): die meisten geräte können viel mehr, als die benutzer derselben wissen. und es ist anzuraten, sich mal in ruhe VOR intensiverem gebrauch (reise, urlaub, event, etc.) mit diesen möglichkeiten und einstellungen auseinanderzusetzen, sie einfach mal auszuprobieren etc.! auch damit man für sich individuell die idealen settings (für schnappschüsse usw. im standard-gebrauch, vorbelegte tasten etc.) herausfinden und abspeichern kann.
 
Ich finds gut, wenn an Interessierte auch grundlegende technische Informationen über Belichtungszeit / Blende / Brennweite / Tiefenschärfe / Sensorgröße etc... weitergegeben werden! Das ist nämlich unabhängig davon, ob ich digital oder analog fotografiere! Und ein gewisses Grundverständnis dieser paar Parameter (viele sinds eh nicht) erleichtert dann das "schöne" Foto doch um einiges, als wenn man mit der Automatik im Dunkeln irgendwas ablichtet und sich dann wundert, warum das Foto verwackelt, unscharf und rotstichig ist.
Daher für die Idee: :up:

Ich hab bei einem Fotografen mal gehört: "Wenn Du glaubst, der Bildausschnitt ist jetzt richtig: dann geh noch näher ran!" Soll heißen: Das Motiv ist das wichtige, nicht das drumherum. Und meistens hat man einfach noch viel zu viel "drumherum" am Foto... Zuschneiden, Gerade richten, Helligkeit und Kontrast einstellen, Farbstich entfernen ... das alles kann man mit Software machen. Wenn ein Foto unscharf oder verwackelt (das ist nicht das Gleiche!) ist, nutzt das beste Programm nix ...
 
Ich finds gut, wenn an Interessierte auch grundlegende technische Informationen über Belichtungszeit / Blende / Brennweite / Tiefenschärfe / Sensorgröße etc... weitergegeben werden!

:hmm: gut, ääähhhm, das könnt jetzt länger werden ..... (wie überraschend bei mir :haha:) ...

machen wir es scheibchenweise:

eigentlich geht es in der fotografie "nur" darum ...
  • vom richtigen (vor allem für den BETRACHTER interessanten, schönen, ...) motiv
  • mit einem richtigen/interessanten bildausschnitt
  • aus einer interessanten perspektive (relation kamerastandort zu motiv)
  • mit der richtigen/authentischen oder interessant verfremdeten farbgebung (oder reduzierten oder monochrom - also einfärbig, vor allem schwarz/weiß oder sepia - das ist dieser bräunliche farbstich alter fotos)
  • mit einem stimmigen kontrast und interessanter bildhärte (weiche oder harte körnung etc.)
  • mit einem interessanten schärfebereich
  • in der für das motiv passenden zeit
  • die genau richtige/stimmige menge licht
  • auf den film / chip zu bekommen.
bei der filmerei kommen natürlich auch die handlungselemente/abläufe und kamerabewegungen hinzu. ton und musik etc. sowieso.

eh nicht mehr! :haha: (glaub ich - außer ich hab was vergessen :hmm: )

die fett gedruckten spielen beim technischen haupt-tuning von kamera und foto eine wesentliche rolle bzw. spielen auch mit.
 
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welche elemente spielen nun beim "richtige menge licht auf den film" zusammen - und wie - und wie wirken sich veränderungen in dem jeweiligen punkt aus?

da wäre einmal die filmempfindlichkeit (auch beim digitalen fotografieren einstellbar) - früher in DIN oder ASA angegeben, heute üblicherweise nach der ISO-skala:

je höher die zahl (je nach skala/norm natürlich), desto lichtempfindlicher der film/die einstellung. ein empfindlicherer "film" braucht für die richtige belichtung des fotos eine geringere lichtmenge. die einstellung der filmempfindlichkeit wird - vereinfacht gesagt - dadurch bewerkstelligt, dass die verfügbare lichtmenge auf kleinere/feinere (weniger empfindlich) oder größere/gröbere bildpunkte (höher empfindlich) gebündelt wird. dieselbe lichtmenge teilt sich also entweder auf 5, 10 etc. (dann auf licht eben immer weniger empfindliche) einzelteile auf oder wird zu EINEM bildpunkt gesammelt (der dann eben höher empfindlich auf licht reagiert). früher durch feinere oder größere silberjodid-körner in der schicht eines schwarz/weiß-films (also je film unveränderlich). heute durch digitale rechenvorgänge und durch einstellung an der kamera je foto veränderbar.

ein foto mit geringer filmempfindlichkeit wirkt weicher und kontrastschwächer. eines mit hoher wirkt härter, kontrastreicher und körniger. vor allem in dunklen bildbereichen wird eher ein sogenanntes rieseln, bildrauschen, grieseln etc. sichtbar (also die körnung wird deutlich sichtbar und gegebenenfalls störend - vor allem bei farbfotos, wo die einzelnen bildpunkte sich auch farblich ziemlich eigenwillig verhalten. tipp: ein unschön rieselndes farbfoto kann auf schwarz/weiß gedreht durchaus noch ansehnlich oder sogar künstlerisch interessant sein).

eine zu geringe filmempfindlichkeit wirkt sich störend aus, wenn schwache lichtverhältnisse herrschen und/oder kurze belichtungszeiten gefragt sind (z.b. bei schnellen bewegungen wie im sport etc.). eine zu hohe filmempfindlichkeit wirkt sich störend aus, wenn eben weiche fotos gefragt sind und störendes bildrauschen vermieden werden soll oder wenn in großen lichtmengen oder situationen mit sehr unterschiedlichen lichtverhältnissen fotografiert werden soll. dann besteht die gefahr von grellen überbelichtungen für das ganze bild oder bildteile.
 
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dann wäre da als nächstes die blende, die man sich am besten als lichtfilter vorstellt, das wie die menschliche pupille funktioniert (übrigens unser einziger menschlicher belichtungsregulator weil wir nicht die möglichkeit haben, die filmempfindlichkeit unserer netzhaut oder unsere belichtungszeit - d.h. wahrnehmungszeit - zu verändern). bei zuviel licht schließt sich die pupille zu einem kleinen kreis und filtert so die lichtmenge. in der dunkelheit öffnet sie sich ganz, um möglichst viel restlicht ins auge zu lassen.

die blende im fotoapparat hat aber neben der lichtfilterung eine wesentliche weitere funktion: durch das zusammenspiel mit den linsen des objektivs bündelt sie stärker oder schwächer das von einem einzigen punkt des motivs ausgehende licht. das wirkt sich auf die bildschärfe bzw. den schärfenbereich (die schärfentiefe oder auch tiefenschärfe) aus. je OFFENER die blende (und je größer daher das lichtpotential), desto GERINGER die bündelung - also der schärfebereich. je GESCHLOSSENER die blende (und je geringer daher das lichtpotential), desto GRÖSSER die bündelung - also der schärfebereich.

die blende wird durch die blendenzahl angegeben: je KLEINER die zahl, desto OFFENER die blende. blende 2,8 bedeutet bei den allermeisten apparaten schon eine völlig offene blende. blende 16 oder 32 hingegen schon ein nur mehr sehr kleines blendenloch, durch welches licht auf den film/sensor gelangt.

man kann z.b. mit einer blende 2,8 einen schärfenbereich von nur 1,2 bis 1,50 meter haben - und vom selben motiv / sonst keiner einstellungsänderung bei blende 16 einen schärfenbereich von 50 cm bis unendlich.

nun kommt es drauf an, was man wie fotografieren möchte, um die blendeneinstellung richtig einzusetzen. dokumentarfotos werden oft mit großen schärfenbereichen arbeiten. künstlerische fotos aber oft bewusst mit geringen schärfenbereichen, um einen bestimmten motivteil besonders hervorzuheben (sogenannte freistellung durch schärfentiefe).
 
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dritter wesentlicher faktor für die erforderliche lichtmenge ist die brennweite, bauart und qualität des objektivs:

es gibt objektive mit fixer brennweite (wo also nur ein bestimmter, unveränderlicher bildausschnitt aufnehmbar ist) und zoom-objektive, mit denen man den bildausschnitt variieren kann - man kann also mit höheren brennweiten (tele-aufnahme) nahe an ein motiv heranzoomen oder mit geringen brennweiten (weitwinkel-aufnahme) sogenannte "totale" vom gesamt-szenario fotografieren.

die für die belichtung relevante größe bestimmt sich durch die lichtstärke jedes objektivs. die wird durch eine blendenzahl ausgedrückt - also wieviel allein schon das objektiv zusätzlich vom vorhandenen licht wegfiltert. eine lichtstärke 1:1 bedeutet gar kein licht wird weggefiltert, 2,8 wie bei offenblende ... 5,6 oder 8: schon sehr viel licht wird allein schon durch das objektiv weggefiltert.

im normalfall sind weitwinkel-objektive mit geringerer brennweite lichtstärker als tele-objektive mit großer brennweite. klar, weil ja im grund genommen auch nur das licht aus einem bestimmten ausschnitt unseres gesamtbildes eingefangen wird. man kann sich das wie in einem tunnel vorstellen: in einem relativ kurzen tunnel ist es relativ hell - tief in einem langen tunnel sehr dunkel. und das obwohl der tunnelausgang gleich groß ist.

zoom-objektive haben durch die bauart normalerweise eine geringere lichtstärke als objektive mit fixer brennweite. außerdem verändert sich die lichtstärke mit der eingestellten brennweite: das heißt im weitwinkelbereich hat man mehr lichtstärke als im telebereich, was sich auch durch von-bis-angaben bei der lichtstärke des objektivs ausdrückt. beim filmen mit zoom und belichtungsautomatik führt das z.b. zu dem effekt, dass während des zooms das bild dunkler wird (und dann ggf. nach dem zoom auf wieder heller nachgeregelt wird).

sehr lichtstarke objektive - vor allem mit großer brennweite - sind durch die erforderliche bauweise nicht nur meistens relativ groß und schwer, sondern auch allermeistens relativ sehr teuer.

mit der brennweite ändert sich (durch bauweise und lichtstärke) nicht nur der schärfenbereich - je größer die brennweite, desto kleiner die schärfentiefe, sondern auch der optische eindruck, wie weit vordergrund und hintergrund voneinander entfernt sind. bei weitwinkelaufnahmen rücken die elemente weit auseinander, bei teleaufnahmen nahe zusammen. tipp: fotografiert denselben bildausschnitt einmal aus der nähe mit weitwinkel und dann einmal von weiter weg mit tele - es werden trotz identem bildausschnitt zwei vollkommen unterschiedliche bilder sein.

natürlich ist auch mit größerer brennweite die verwackelungsgefahr größer (weil man ja nur einen kleinen teilausschnitt aus der nähe fotografiert). das ist wie mit einer zielscheibe, die entweder 1 meter vor einem steht oder 300 meter weit weg ist. die scheibe ist gleich groß geblieben - aber triff da einmal auf 300 meter genau ins schwarze! da ändert auch ein zielfernrohr wenig an der schwierigkeit.
 
last but not least - und klassischer "gegenspieler" der blende: die belichtungszeit! das ist die zeit, wie lange der verschluss licht auf den film bzw. chip freigibt.

sie wird - außer bei langzeitbelichtungen ab einer sekunde aufwärts - in teilen einer sekunde angegeben. je größer der divisor (also die zahl hinter dem /), desto kürzer die zeit. 1/100 ist also 10x länger als 1/1000.

normalerweise sind kameras so kalibriert, dass ein schritt nach oben in der blende einem schritt nach unten in der belichtungszeit entspricht - und umgekehrt. ist also ein foto bei blende 5,6 mit 1/50 richtig belichtet, dann müsste es bei blende 2,8 und 1/100 ebenso sein. und dennoch kommen dabei unterschiedliche fotos heraus - weil sich einerseits, wie schon gesagt, der schärfenbereich aufgrund der blende verändert und andererseits auch bewegungsunschärfen aufgrund der belichtungszeit mit ins spiel kommen. besonders deutlich kann man letzteres z.b. bei aufnahmen von fließendem wasser erkennen. nimmt man etwa einen wildbach mit 1/500 auf, dann wirkt das wasser wie zu gelee erstarrt. es strahlt die kälte des wassers aus. fotografiert man hingegen mit 1/50, dann sieht man das fließen. das wasser wirkt dynamisch und eher wärmer. ähnliche effekte sind bei allen bewegten motiven erzielbar. zieht man z.b. die kamera mit längerer belichtungszeit mit einem schnell bewegten objekt mit, dann wirkt dieses scharf, der hintergrund aber wird durch bewegungsunschärfe undeutlich.

immer wieder stellt sich die frage: was kann man noch unbedenklich aus der hand fotografieren? hier - wieder abhängig von der brennweite (verwackelung bei tele) - hätte ich früher gesagt, dass alles länger als 1/50 bei normalbrennweite (50 bzw. 55 mm) schon sehr auf die verfassung des fotografen ankommt. heute durch digitale bildstabilisatoren (verwackler werden quasi herausgerechnet) gehen schon aufnahmen mit etwa 1/15 auch noch. allerdings muss man bedenken, dass da schon die bewegungsunschärfen von aufgenommenen motiven (personen, autos etc.) eine gewaltige und unweigerlich störende rolle spielen. außer man geht wieder den umgekehrten weg in bewusste langzeitaufnahmen, bei denen z.b. im fall von nachtaufnahmen von gebäuden etc. autoscheinwerfer und schlusslichter zu linien verschwimmen und personen quasi unsichtbar werden .
 
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Für alle, die in der Fotografie kräftig dazulernen wollen: Die nächste LIK-Masterclass beginnt am 02.09. in der LIK-Akademie für Foto und Design, Spittelberggasse 9, 1070 Wien.

Die LIK Masterclass digitale Fotografie ist ein Zertifikatskehrgang, dieser schließt mit einer fotografischen Diplomarbeit ab und es ist eine gemeinsame Ausstellung geplant. Nach einer Aufnahmeprüfung ist ein Einstieg auch ohne vorhergehender LIK Akademie - Lehrgang DFO bei vorhandenen Plätzen möglich.

Lehrgangsleitung: Eric Berger
Nähere Infos hier: Meisterklasse Digitale Fotografie MK 11 Wien

Ich habe es selbst vor drei Jahren durchgezogen und kann es nur wärmstens weiterempfehlen!
 
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