Privat Diverses Flugpreise Fernost

Wer braucht überhaupt Qatar? Ich würde es ehrlich gesagt derzeit nicht riskieren. Der Iran sieht keine Veranlassung nachzugeben und bei Donald weiß man es nie so genau, was ihm einfällt.

EVA AIR via Bangkok ........
Die Scheichs fliegen eh ziemlich ungestört, mit flexibler Routenführung. Nun sogar wieder via pers. Golf.
 

Fluggesellschaften bangen um Treibstoff für den Sommer

Im Iran-Konflikt zeichnet sich vorerst keine Lösung ab, Teheran hält die Straße von Hormus weiter geschlossen. Der Patt am Persischen Golf heizt den Ölpreis wieder an - und wirft neue Fragen zur mittelfristigen Kerosinversorgung Europas auf. Fluggesellschaften nehmen weiter Flüge aus dem Programm.

Die Krise am Persischen Golf macht sich in London-Heathrow bemerkbar. Europas größtes Luftfahrtdrehkreuz, das sonst viel Verkehr von Qatar Airways, Emirates und Etihad Airways abbekommt, musste im April einen Aufkommensrückgang um 5,3 Prozent auf 6,7 Millionen Passagiere hinnehmen.

Vermittlungsversuche Pakistans zwischen den USA und Iran liefen am Sonntag erneut ins Leere, zum Wochenbeginn ziehen Öl- und Kerosinpreise wieder hoch.

Lufthansa sieht die physische Versorgung ihrer Drehkreuze mit Flugtreibstoff nur noch für die nächsten vier bis sechs Wochen garantiert. Der Konzern drängt Politik und Lieferanten inzwischen immer lauter zu konkreten Maßnahmen, damit das auch zur Hochphase des Sommerflugplans so bleibt.

Immerhin bezog Europa bisher ein Viertel seiner Kerosinimporte aus der Golfregion, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr vergangene Woche in Frankfurt. "Die Hälfte davon" werde derzeit "durch Importe aus den USA und insbesondere Nigeria ersetzt". Kommerzielle Reserven decken die andere Hälfte laut Lufthansa noch bis "Mitte Juni" ab.

Zwar gibt es dann immer noch nationale Reserven. Die dürfte die Politik aber kaum für Ferienflüge einsetzen, fürchten Airlinemanager.

Unrentable Flüge radieren Airlines angesichts verdoppelter Kerosinpreise schon jetzt aus den Flugplänen. Nach einer Datenauswertung von Cirium meldeten Airlines im Mai 12.000 zuvor geplante Flüge wieder ab. Das globale Sitzangebot im Airlineverkehr ging dadurch von 132 auf 130 Millionen Sitze zurück.

In den ersten Wochen trieb der Iran-Krieg Asienpassagiere von den gesperrten Golfdrehkreuzen weg - Lufthansa legte Zusatzflüge auf.

Zwar kann der Konzern Flugtickets nach Asien weiter teuer verkaufen, das System aber nicht weiter um gewinnbringende Extraumläufe verstärken - Flughäfen an den Zielorten müssen mit Kerosin bereits haushalten und weisen zusätzliche Fluganfragen laut einem Lufthansa-Insider "seit Mitte April konsequent ab".

Das wird in der Frankfurter Lufthansa-Zentrale als Alarmzeichen wahrgenommen, auch wenn der Konzern sich nach außen um Gelassenheit bemüht. Bei einer Lageverschärfung könnte Lufthansa Flüge "auf ausgewählten Strecken nach Asien und Afrika" notfalls mit einer "Zwischenbetankung" weiter durchführen, sagte Finanzvorstand Till Streichert.

"Allmählich, dann plötzlich"

Tatsächlich schauen Airlines inzwischen ganz genau auf die Versorgungslagen vor Ort. "Keine europäische Fluggesellschaft wird ein Flugzeug nach Asien schicken, um Nachfrage aus der Golfregion mitzunehmen, nur um dann festzustellen, dass es dort ohne Treibstoff für den Rückflug festsitzt", sagte Luftfahrtanalyst John Strickland der "Financial Times".

Was Airlinemanager beunruhigt: Die Versorungsfalle schnappt nach dem berühmten Hemingway-Zitat zu - "allmählich, dann plötzlich": Die letzten Tanker, die den Persischen Golf noch vor der Hormus-Blockade verlassen konnten, erreichten ihre Zielhäfen erst Wochen später. Jetzt sind die Ladungen gelöscht, die Lieferungen versiegt.

Auch bei einer sofortigen Wiederöffnung der Straße von Hormus wird es laut Kennern des Markts Monate dauern, bis sich die globale Öllogistik wieder eingespielt hat.

Amerikanisches Jet-A statt europäisches Jet-A1

Den größten Kerosinjoker sieht Lufthansa derzeit in Ersatzlieferungen aus den USA. Die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA habe gerade Zustimmung für eine Direktvertankung der dort üblichen Sorte "Jet-A" in Europa signalisiert, sagte Spohr.

Lufthansa hofft auf einen Freigabeerlass für Jet-A. "Heute muss jede Tonne (importiertes) Jet-A durch den Raffinerieprozess", um zur besonders frostsicheren EU-Sorte "Jet-A1" aufgewertet zu werden, sagte Spohr. "Das können wir uns sparen." Die Raffineriekapazität lasse sich sinnvoller für die Produktion zusätzlichen Kerosins einsetzen.

Quelle: Aero
 
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