Da hilft auch kein Beten mehr...

Mitglied #559823

Aktives Mitglied
Männlich Deutschland, Bayern
Registriert
10.8.2020
Beiträge
1.482
Reaktionen
1.984
Checks
1
Mal ne Story aus unserer Familie, die sich letzte Woche zugetragen hat.

Er: 52 Jahre alt, optisch mit Schnurrbart, sportlich und in den 90ern stehen geblieben. Ganz ruhiger und netter Typ. Trinkt kein Alkohol, raucht nicht und allgemein vom Verhalten her sehr unscheinbar. Durch die Landwirtschaft sehr geschickt, fleißig und lebt allgemein nur für die Arbeit. Wenn er nicht daheim ist, dann ist er entweder auf dem Feld oder repariert eine Landmaschine. Beruflich als Mechaniker in eiber Firma für Landmaschinen tätig.

Sie: 49 Jahre alt, typische deutsche rot gefärbte Bobfrisur, Kleidung zweckgemäß, über die hinweg hat sie immer mehr an Gewicht zugelegt. Von den 100kg ist sie dennoch noch ein Stück weg.
Ein lautes Weib, immer auffällig, oft frech aber dennoch herzlich. Beruflich ist sie Altenpflegerin und fleißig.

Beide sind 31 Jahre verheiratet und waren bisher nur einmal in Österreich im Urlaub.

Die Kinder sind erwachsen, der Sohn wohnt mit seiner Freundin daheim, die Eine Tochter ist verheiratet, schwanger und ausgezogen, die andere auch ausgezogen und heiratet nächsten Monat.

Alle sind streng katholisch. Also jeden Sonntag Kirche ect.

Nun... Er, der ruhige fleißige Kerl, der nie in Kneipen geht möchte sich trennen. Sie ist am Boden zerstört, erbricht und isst kaum was. Gern war sie bei uns und hat uns den Grund erzählt.
Er arbeitet natürlich nicht nur auf seinen Feldern, sondern auch auf den, wenn die Leute nicht oder nicht mehr können.
Und so war es. Irgendwo am Arsch der welt, einer Einöde, hat er das Feld Anfang diesen Jahres bei einer alten Dame umgepflügt. Ihr Mann ist gestorben, sie kann es nicht, der Sohn hat keine Lust dazu. Und weil sie so alt ist, hat sie eine Haushälterin. 51 Jahre alt, spricht sehr wenig Deutsch und aus Brasilien.
Mit ihr war er bereits in der Kiste, mit ihr möchte er sein Leben verbringen.
Wenn die alte Dame verstorben ist, muss sie allerdings wieder zurück.

Sie hat ihm den Kopf verdreht, vielleicht um auch hier bleiben zu können. Vielleicht ist es auch echte Liebe...

Die Tante möchte trotzdem um ihren Mann kämpfen. Wie sie selbst sagt, das haben sie sich beide damals gegenseitig geschworen und vom Gott absegnen lassen.

Meiner Meinung nach kämpft sie mit stumpfen Waffen, wenn das als Argument helfen soll.

Natürlich hängt da nicht nur die Liebe dran. Auch, was daraus über Jahre entstanden ist. Der ganze Hof, aus ihrer Familie, aber der Umbau wurde finanziert.

Glaube nicht, dass er bei der Trennung dort bleiben kann. Und sie kann den Hof mit ihrem verdienst nicht alleine halten. Die Töchter sind extrem mitgenommen, Hochzeit wird wohl abgesagt.

Liebe ist vergänglich und nicht selbstverständlich. Da hilft kein Beten und kein Schwur. Vielleicht hat ihm die neue Dame auch Honig um den Mund geschmiert. Vielleicht in einer anderen Art und Weise, weil deutsch kann sie ja nicht. Aber ich meine, wäre er glücklich, dann wäre sowas nicht passiert. Vielleicht mal ein Ausrutscher, aber sicher keine Gesamtausgabe.

Wie steht ihr zur Liebe? Reicht es, sich das ganze einmal absegnen zu lassen oder denkt ihr so wie ich, dass diese Absegnung keinerlei Bedeutung hat?
 
Wie steht ihr zur Liebe? Reicht es, sich das ganze einmal absegnen zu lassen oder denkt ihr so wie ich, dass diese Absegnung keinerlei Bedeutung hat?

Mir ist im Moment nicht klar, willst du nun über Liebe diskutieren oder über das (religiöse) Absegnen einer Verbindung? :schulterzuck:
Das sind mMn zwei Paar Schuhe.
 
Jeder Mensch entwickelt sich weiter und an einer Beziehung müssen beide stetig arbeiten. Man muss schon versuchen einander bekannt zu bleiben und auch Interesse an der Gedankenwelt des anderen zeigen. Sich neu zu verlieben ist doch nichts schlimmes und ehrlicher gleich den Schlussstrich zu ziehen, als seine Frau jahrelang zu betrügen.
 
Schwer zu beurteilen was in dieser Familie schief gelaufen ist.
Meine Liebe zu meiner Partnerin reicht für dieses Leben und für die darauffolgenden auch noch!
Ich könnte mir heute keine Minute mehr ohne Ihr vorstellen, egal was andere Frauen mir schenken oder versprechen würden.
 
Klingt, als wäre er vom rechten Pfad abgekommen. Vielleicht will er nicht mehr in die Kirche?
 
Die Wechseljahre bringen nicht nur einen Wechsel des Hormonhaushalts sondern oft auch einen Wechel in der Beziehung. Während die Libido der Frau abklingt, spürt der Mann den "Zweiten Frühling", und wenn ihm wie im vorgebrachten Fall eine exotische Frau den "Schmus" bringt, vergisst er seine 31 Ehejahre. Ich erlebte das selbst und bei zwei meiner Söhne. Meine Ehe blieb erhalten, und wie feiern übermorgen die Eiserne Hochzeit, die meiner beiden Söhne endete dramatisch und wurde aber geschieden. Eine echte Liebe überdauert die Wechseljahre undd nimmt ein Fremdgehen gelassen hin.
 
Ich verstehe auch nicht worum es nun genau geht. :unsure:
Geht drum, ob es für den ein oder anderen reicht, dass man sich irgdwann mal das ja Wort gegeben hat oder dass man sich trotzdem jeden Tag einfach Mühe gibt. Es gibt sicher wie hier noch mehr streng gläubige, welche sich offenbar selbst nach Jahren sicher genug sind, nur weil sie vor Gott geschworen haben.
 
Mal ne Story aus unserer Familie, die sich letzte Woche zugetragen hat.

Er: 52 Jahre alt, optisch mit Schnurrbart, sportlich und in den 90ern stehen geblieben. Ganz ruhiger und netter Typ. Trinkt kein Alkohol, raucht nicht und allgemein vom Verhalten her sehr unscheinbar. Durch die Landwirtschaft sehr geschickt, fleißig und lebt allgemein nur für die Arbeit. Wenn er nicht daheim ist, dann ist er entweder auf dem Feld oder repariert eine Landmaschine. Beruflich als Mechaniker in eiber Firma für Landmaschinen tätig.

Sie: 49 Jahre alt, typische deutsche rot gefärbte Bobfrisur, Kleidung zweckgemäß, über die hinweg hat sie immer mehr an Gewicht zugelegt. Von den 100kg ist sie dennoch noch ein Stück weg.
Ein lautes Weib, immer auffällig, oft frech aber dennoch herzlich. Beruflich ist sie Altenpflegerin und fleißig.

Beide sind 31 Jahre verheiratet und waren bisher nur einmal in Österreich im Urlaub.

Die Kinder sind erwachsen, der Sohn wohnt mit seiner Freundin daheim, die Eine Tochter ist verheiratet, schwanger und ausgezogen, die andere auch ausgezogen und heiratet nächsten Monat.

Alle sind streng katholisch. Also jeden Sonntag Kirche ect.

Nun... Er, der ruhige fleißige Kerl, der nie in Kneipen geht möchte sich trennen. Sie ist am Boden zerstört, erbricht und isst kaum was. Gern war sie bei uns und hat uns den Grund erzählt.
Er arbeitet natürlich nicht nur auf seinen Feldern, sondern auch auf den, wenn die Leute nicht oder nicht mehr können.
Und so war es. Irgendwo am Arsch der welt, einer Einöde, hat er das Feld Anfang diesen Jahres bei einer alten Dame umgepflügt. Ihr Mann ist gestorben, sie kann es nicht, der Sohn hat keine Lust dazu. Und weil sie so alt ist, hat sie eine Haushälterin. 51 Jahre alt, spricht sehr wenig Deutsch und aus Brasilien.
Mit ihr war er bereits in der Kiste, mit ihr möchte er sein Leben verbringen.
Wenn die alte Dame verstorben ist, muss sie allerdings wieder zurück.

Sie hat ihm den Kopf verdreht, vielleicht um auch hier bleiben zu können. Vielleicht ist es auch echte Liebe...

Die Tante möchte trotzdem um ihren Mann kämpfen. Wie sie selbst sagt, das haben sie sich beide damals gegenseitig geschworen und vom Gott absegnen lassen.

Meiner Meinung nach kämpft sie mit stumpfen Waffen, wenn das als Argument helfen soll.

Natürlich hängt da nicht nur die Liebe dran. Auch, was daraus über Jahre entstanden ist. Der ganze Hof, aus ihrer Familie, aber der Umbau wurde finanziert.

Glaube nicht, dass er bei der Trennung dort bleiben kann. Und sie kann den Hof mit ihrem verdienst nicht alleine halten. Die Töchter sind extrem mitgenommen, Hochzeit wird wohl abgesagt.

Liebe ist vergänglich und nicht selbstverständlich. Da hilft kein Beten und kein Schwur. Vielleicht hat ihm die neue Dame auch Honig um den Mund geschmiert. Vielleicht in einer anderen Art und Weise, weil deutsch kann sie ja nicht. Aber ich meine, wäre er glücklich, dann wäre sowas nicht passiert. Vielleicht mal ein Ausrutscher, aber sicher keine Gesamtausgabe.

Wie steht ihr zur Liebe? Reicht es, sich das ganze einmal absegnen zu lassen oder denkt ihr so wie ich, dass diese Absegnung keinerlei Bedeutung hat?

Was a immer zwischen denen passiert, misch Dich bitte nicht ein. Wenn Du wissen möchtest, warum das so läuft wie es läuft? Die Frage wird dir keiner beantworten können.
 
Ich denke, wenn man die Summe einer 30jährigen erfolgreichen und glücklichen Beziehung Revue passieren lässt, der Gewinn eines sexuellen Abenteuers in keiner Relation steht zu dem was man dabei verliert. Das sind Welten! Dass der Mensch allerdings vor Irrsinn nicht gefeit ist und keinesfalls bilanzierend rational handelt, beweist uns das tägliche Leben sowie die Berichterstattung in den Medien ;)

Ich frage mich gerade, ob die Brasilianerin ihn auch pflegt, sollte ihn morgen ein Schlagerl streifen ...
 
Geht drum, ob es für den ein oder anderen reicht, dass man sich irgdwann mal das ja Wort gegeben hat oder dass man sich trotzdem jeden Tag einfach Mühe gibt. Es gibt sicher wie hier noch mehr streng gläubige, welche sich offenbar selbst nach Jahren sicher genug sind, nur weil sie vor Gott geschworen haben.
Natürlich sollte man sich immer wieder Mühe geben.
Sich täglich Mühe zu geben ist mit der Zeit utopisch und nicht realistisch. Aber sich immer wieder mal Mühe zu geben sollte schon sein.

Und da es für mich Gott nicht wirklich gibt, sondern er nur eine "Ausrede" ist, so wie das ganze Rundherum, mit der sich die Menschen unter anderem die Angst vor ihrer Endlichkeit nehmen wollen, stellt sich für mich die Frage nicht, ob man sich was vor Gott geschworen hat.
Für mich zählt es 0 was man sich vor einem imagniären Wesen geschworen hat, sondern was man sich gegenseitig geschworen hat.

Außerdem macht es einen auch nicht zum besseren Menschen, nur weil man jeden Sonntag in die Kirche geht.

99,9 % der angeblich so Gläubigen sind sowieso nur Heuchler und oft verlogen (was das Ausleben des Glaubens betrifft), weil der Glaube immer nur dann ins Spiel kommt, wenn es ihnen schlecht geht, oder wenn es für sie von Vorteil ist.
Von den angeblich Gläubigen lebt so gut wie keiner das, was der Glaube eigentlich vorgibt.

Mann muss nur den Mann nehmen um den es hier geht. Er geht jeden Sonntag in die Kirche, hat eigentlich vor Gott geschworen (der ja ach so wichtig ist für ihn), dass er seiner Frau treu bleibt bist der Tod sie scheidet, und lebt genau das Gegenteil.

Für mich ist Glaube ganz viel Heuchelei und Lüge und dient zumeist nur zur Machtausübung, über leichtgläubige, und/oder ungebildete, und/oder naive Menschen.

Gäbe es keinen Glauben, wäre unsere Welt friedlicher.
Es wurden und werden unglaubliche Verbrechen im Name des Glaubens begangen. Ganze Völkermorde, furchtbare Kriege, und, und, und.

Es stellt sich also eigentlich niemals die Frage, reicht es, dass man sich vor Gott etwas geschworen zu haben, sondern reicht es was ich dem Gegenüber geschworen habe.

In beiden Fällen reicht es bei ihm ganz offensichtlich nicht.
 
Wie steht ihr zur Liebe? Reicht es, sich das ganze einmal absegnen zu lassen oder denkt ihr so wie ich, dass diese Absegnung keinerlei Bedeutung hat?
Wer soll das denn bitte absegnen? Ein Gott, der zwar alle liebt, aber trotzdem auf alle scheißt? Der Typ vom Standesamt?
Ich kann mir schon vorstellen, dass sich manche nach der Hochzeit darauf verlassen, dass das jetzt eh passt und so bleibt.
Man macht es sich damit halt verdammt einfach, weil Liebe kommt und geht, wandelt und verfärbt sich, vielleicht verblasst sie auch.
Das gab es schon immer und es wird immer so bleiben.
Wer also seinen Partner liebt, der zeigt ihm das täglich, erinnert sich täglich daran und vergisst nicht darauf, dass alles was vergänglich ist, auch gepflegt gehört.

Die Beiden waren 18 und 21 bei der Hochzeit, kann gut gehen, kann in die Hose gehen, aber mMn ist es viel zu früh, um zu heiraten.
 
Wer soll das denn bitte absegnen? Ein Gott, der zwar alle liebt, aber trotzdem auf alle scheißt? Der Typ vom Standesamt?
Ich kann mir schon vorstellen, dass sich manche nach der Hochzeit darauf verlassen, dass das jetzt eh passt und so bleibt.
Man macht es sich damit halt verdammt einfach, weil Liebe kommt und geht, wandelt und verfärbt sich, vielleicht verblasst sie auch.
Das gab es schon immer und es wird immer so bleiben.
Wer also seinen Partner liebt, der zeigt ihm das täglich, erinnert sich täglich daran und vergisst nicht darauf, dass alles was vergänglich ist, auch gepflegt gehört.

Die Beiden waren 18 und 21 bei der Hochzeit, kann gut gehen, kann in die Hose gehen, aber mMn ist es viel zu früh, um zu heiraten.
Meine Eltern haben mich damals wegen der Schule katholisch taufen lassen, was ein Fehler war. Resultat war immer ein 5er im Fach Religion im Zeugnis. Schläge mit Lineal auf die Finger sollte helfen, so unser Pfarrer und Lehrer. Also im Kindesalter habe ich für mich begriffen, dass das nix für mich ist.

"als Katholik darf man alles. Man nur hinterher Gott Bescheid geben"

Meine Frau, evangelisch, wollte unsere Hochzeit traditionell kirchlich und festlich haben. Hat sie bekommen, war auch ein toller Tag. Um Pate zu werden sollte ich aber noch in der Kirche bleiben. Blieb ich auch, bis kurz nach der Hochzeit.
Evangelische Kirche ist bei uns zumindest entspannt. Da darf jeder jeden heiraten. Ich als Katholik hätte dagegen ein Seminar besuchen müssen und den Bischof um Erlaubnis fragen müssen, damit die katholische Kirche die Ehe mit einer evangelischen Frau anerkennt.
Das hätte bei uns sonst Konsequenzen. Und zwar die, dass im Falle einer Scheidung notfalls nochmal kirchlich katholisch heiraten dürfte 🤣 man hat nämlich als Katholik bei uns nur einen Schuss frei.

Ich habe natürlich nicht gefragt 🤣 und was will mir denn der Bischof groß über Liebe erklären? Sofern er streng nach dem Glauben lebt, hatte weder weibliche Titten in den Händen oder vor den Augen.

Völliger Humbug. Ne Woche nach der Hochzeit habe ich frisch gemähtes Gras zum bauhof Verfahren. Geldbeutel mit Ausweis hatte ich wie immer bei und vor dem Gemeindehaus war nix los. Also rein, Formular ausgefüllt um aus der Kirche zu treten, fertig.

Habs gleich meiner Frau gesagt, offiziell kann ich kein Pate werden. Symbolisch mache ich es gerne.

Daraus wurde nichts. Das Kind hat einen unfähigen Paten, weil ich nicht in der Kirche bin, der andere aber schon. Symbolisch wollten es die Eltern nicht, denn jemand der austritt, verdient sowas nicht.

Meine Antwort drauf war, Dan eben nicht und schönen Gruß an den Weihnachtsmann. Und da das Gespräch ausgerechnet an Marie Himmelfahrt war, darf ich an dem Tag auch nicht zu Besuch kommen 🤣
 
Meine Eltern haben mich damals wegen der Schule katholisch taufen lassen, was ein Fehler war. Resultat war immer ein 5er im Fach Religion im Zeugnis. Schläge mit Lineal auf die Finger sollte helfen, so unser Pfarrer und Lehrer. Also im Kindesalter habe ich für mich begriffen, dass das nix für mich ist.

"als Katholik darf man alles. Man nur hinterher Gott Bescheid geben"

Meine Frau, evangelisch, wollte unsere Hochzeit traditionell kirchlich und festlich haben. Hat sie bekommen, war auch ein toller Tag. Um Pate zu werden sollte ich aber noch in der Kirche bleiben. Blieb ich auch, bis kurz nach der Hochzeit.
Evangelische Kirche ist bei uns zumindest entspannt. Da darf jeder jeden heiraten. Ich als Katholik hätte dagegen ein Seminar besuchen müssen und den Bischof um Erlaubnis fragen müssen, damit die katholische Kirche die Ehe mit einer evangelischen Frau anerkennt.
Das hätte bei uns sonst Konsequenzen. Und zwar die, dass im Falle einer Scheidung notfalls nochmal kirchlich katholisch heiraten dürfte 🤣 man hat nämlich als Katholik bei uns nur einen Schuss frei.

Ich habe natürlich nicht gefragt 🤣 und was will mir denn der Bischof groß über Liebe erklären? Sofern er streng nach dem Glauben lebt, hatte weder weibliche Titten in den Händen oder vor den Augen.

Völliger Humbug. Ne Woche nach der Hochzeit habe ich frisch gemähtes Gras zum bauhof Verfahren. Geldbeutel mit Ausweis hatte ich wie immer bei und vor dem Gemeindehaus war nix los. Also rein, Formular ausgefüllt um aus der Kirche zu treten, fertig.

Habs gleich meiner Frau gesagt, offiziell kann ich kein Pate werden. Symbolisch mache ich es gerne.

Daraus wurde nichts. Das Kind hat einen unfähigen Paten, weil ich nicht in der Kirche bin, der andere aber schon. Symbolisch wollten es die Eltern nicht, denn jemand der austritt, verdient sowas nicht.

Meine Antwort drauf war, Dan eben nicht und schönen Gruß an den Weihnachtsmann. Und da das Gespräch ausgerechnet an Marie Himmelfahrt war, darf ich an dem Tag auch nicht zu Besuch kommen 🤣
Siehst, ich war Firmpate obwohl ich aus der Kirche ausgetreten war, er hat es sich so gewünscht, und ich habs ihm zuliebe gemacht weils wurscht ist.
Der Priester meinte nur...unterschreiben muss halt einer, der nicht ausgetreten ist;).
Mit dem erstmöglichen Moment, einen Tag nach meinem 18. Geburtstag bin ich ausgetreten. Da is nix dabei für mich. Kinder auch nicht getauft.
Alle in meiner Familie sind sehr christlich, aber keine Taufscheinkatholiken, sondern echte, wirkliche Christen.
Die akzeptieren mich als bunten Hund in der Familie genauso wie jeden anderen.
Es kümmert sie schlicht und einfach nicht, religiöse Themen werden angesprochen, auch diskutiert, aber sie haben alle kein Problem damit, dass ich nicht an irgendeine übergeordnete Macht glaube.
Nichteinmal meine Oma, die ist über 92.
 
Liebe muss jeden Tag aufs Neue entstehen. Die kann man nicht als gegeben hinnehmen. Seinen Partner und dessen Liebe als selbstverständlich zu betrachten ist der Killer jeder Beziehung. Da hilft es auch nix, wenn man sich das vor Gott geschworen hat..

Es muss frisch bleiben, aufregend. Und das schafft man, auch wenn man 10+ Jahre zusammen ist, da bin ich sicher.
Ich finde es wichtig, sich jeden Tag ins Gedächtnis zu rufen was man hat. Wie glücklich man ist. Was am Partner alles toll ist. Und das auch an Tagen, an denen nicht alles rosig ist.
Dieses Denken "mein Partner bleibt eh bei mir, auch wenn ich mich nicht anstrenge.. der ist sowieso da" halte ich für falsch und absolut kontraproduktiv.
 
Mal ne Story aus unserer Familie, die sich letzte Woche zugetragen hat.

Er: 52 Jahre alt, optisch mit Schnurrbart, sportlich und in den 90ern stehen geblieben. Ganz ruhiger und netter Typ. Trinkt kein Alkohol, raucht nicht und allgemein vom Verhalten her sehr unscheinbar. Durch die Landwirtschaft sehr geschickt, fleißig und lebt allgemein nur für die Arbeit. Wenn er nicht daheim ist, dann ist er entweder auf dem Feld oder repariert eine Landmaschine. Beruflich als Mechaniker in eiber Firma für Landmaschinen tätig.

Sie: 49 Jahre alt, typische deutsche rot gefärbte Bobfrisur, Kleidung zweckgemäß, über die hinweg hat sie immer mehr an Gewicht zugelegt. Von den 100kg ist sie dennoch noch ein Stück weg.
Ein lautes Weib, immer auffällig, oft frech aber dennoch herzlich. Beruflich ist sie Altenpflegerin und fleißig.

Beide sind 31 Jahre verheiratet und waren bisher nur einmal in Österreich im Urlaub.

Die Kinder sind erwachsen, der Sohn wohnt mit seiner Freundin daheim, die Eine Tochter ist verheiratet, schwanger und ausgezogen, die andere auch ausgezogen und heiratet nächsten Monat.

Alle sind streng katholisch. Also jeden Sonntag Kirche ect.

Nun... Er, der ruhige fleißige Kerl, der nie in Kneipen geht möchte sich trennen. Sie ist am Boden zerstört, erbricht und isst kaum was. Gern war sie bei uns und hat uns den Grund erzählt.
Er arbeitet natürlich nicht nur auf seinen Feldern, sondern auch auf den, wenn die Leute nicht oder nicht mehr können.
Und so war es. Irgendwo am Arsch der welt, einer Einöde, hat er das Feld Anfang diesen Jahres bei einer alten Dame umgepflügt. Ihr Mann ist gestorben, sie kann es nicht, der Sohn hat keine Lust dazu. Und weil sie so alt ist, hat sie eine Haushälterin. 51 Jahre alt, spricht sehr wenig Deutsch und aus Brasilien.
Mit ihr war er bereits in der Kiste, mit ihr möchte er sein Leben verbringen.
Wenn die alte Dame verstorben ist, muss sie allerdings wieder zurück.

Sie hat ihm den Kopf verdreht, vielleicht um auch hier bleiben zu können. Vielleicht ist es auch echte Liebe...

Die Tante möchte trotzdem um ihren Mann kämpfen. Wie sie selbst sagt, das haben sie sich beide damals gegenseitig geschworen und vom Gott absegnen lassen.

Meiner Meinung nach kämpft sie mit stumpfen Waffen, wenn das als Argument helfen soll.

Natürlich hängt da nicht nur die Liebe dran. Auch, was daraus über Jahre entstanden ist. Der ganze Hof, aus ihrer Familie, aber der Umbau wurde finanziert.

Glaube nicht, dass er bei der Trennung dort bleiben kann. Und sie kann den Hof mit ihrem verdienst nicht alleine halten. Die Töchter sind extrem mitgenommen, Hochzeit wird wohl abgesagt.

Liebe ist vergänglich und nicht selbstverständlich. Da hilft kein Beten und kein Schwur. Vielleicht hat ihm die neue Dame auch Honig um den Mund geschmiert. Vielleicht in einer anderen Art und Weise, weil deutsch kann sie ja nicht. Aber ich meine, wäre er glücklich, dann wäre sowas nicht passiert. Vielleicht mal ein Ausrutscher, aber sicher keine Gesamtausgabe.

Wie steht ihr zur Liebe? Reicht es, sich das ganze einmal absegnen zu lassen oder denkt ihr so wie ich, dass diese Absegnung keinerlei Bedeutung hat?
....

mit 31 jahren verheiratet die Liebe am ende?
und was hat das mit kirchlichem glauben zu tun???
also a kann man sich jeden tag neu verlieben
b kann eine liebe nach schon kurzer zeit zu ende sein weil man sich anders entwickelt oder vorgestellt hat oder eben weil man sich in wen anderen verliebt
und was hat der einmalige urlaub in österreich mit dem ganzen zu tun?
 
....
Er arbeitet natürlich nicht nur auf seinen Feldern, sondern auch auf den, wenn die Leute nicht oder nicht mehr können.
Und so war es. Irgendwo am Arsch der welt, einer Einöde, hat er das Feld Anfang diesen Jahres bei einer alten Dame umgepflügt. Ihr Mann ist gestorben, sie kann es nicht, der Sohn hat keine Lust dazu. Und weil sie so alt ist, hat sie eine Haushälterin. 51 Jahre alt, spricht sehr wenig Deutsch und aus Brasilien.
Mit ihr war er bereits in der Kiste, mit ihr möchte er sein Leben verbringen.
Wenn die alte Dame verstorben ist, muss sie allerdings wieder zurück.
....
Ich erkenne nicht wirklich, worum es Dir wirklich geht? Aber nicht um's Beten primär, vermute ich...

Ich habe längere Zeit in Brasilien gelebt und gearbeitet. Meine damalige Partnerin sagte immer wieder:"... viele brasilianische Frauen tun alles, um nach Europa zu kommen...." Abseits von bunten Bildern in Tourismuskatalogen ist das Leben in vielen brasilianischen Staaten für die Mehrheit einfach nur hart und schwer. Und Brasilianer*innen sind grosso modo - sagen wir - sehr geschäftstüchtig.

Wenn es noch einen Weg zurück gibt, sollte Dein Verwandter diesen wirklich überlegen. Die Gefahr, dass sie ihn, sobald sie ihn nicht mehr braucht, fallen lässt wie ein glühendes Kohlenstück ist durchaus real.
 
Und Brasilianer*innen sind grosso modo - sagen wir - sehr geschäftstüchtig.
Dein Post hat mich echt zum Schmunzeln gebracht.
Mein Ex-Mann hat auch so eine exotische Frau kennengelernt. Zugegeben, unsere Ehe war nicht mehr das Gelbe vom Ei, aber auch nicht schlecht.
Jedenfalls hat er dieser Dame ein Hotel in Wien bezahlt, weil sie "für ihn" ihren Ehemann und 6 jährigen Sohn im Waldviertel zurückgelassen hat. Sie war begeistert, weil er viel mit ihr ausging. Nach der Scheidung von mir, hat mein Ex ihr eine Wohnung gekauft und sie eingerichtet. Dazwischen einige Linienflüge nach Brasilien bezahlt, weil Mama öfters im Sterben lag, aber schnell wieder genesen ist.
Nachdem er absolut verschuldet war und trotz Job in der Nationalbank keinen Kredit mehr bekam, beendete sie die Beziehung.

Also ja, absolut geschäftstüchtig, die Dame.
 
Zurück
Oben