burkiniverbot - Google-Suche
Für einen kühlen April eher schon recht laut.
Wie immer bei Toleranzthemen ist die Frage: ab welchem Punkt wird meine eigene Freiheit durch die Rücksichtnahme auf die abweichenden Vorstellungen anderer in nicht mehr akzeptabler Weise eingeschränkt? Welche Kompromisse muss ich eingehen, welche nicht? Wie weit und mit welchen Mitteln setze ich meine Vorstellungen durch, wenn nicht miteinander vereinbare Ansprüche aufeinanderprallen? Inwiefern ist es legitim, eine Minderheit (z.B. streng religiöse Muslime in Österreich) daran zu hindern, zu einer Mehrheit zu werden (lokal, regional, national oder auch global; bezügl. streng gläubiger Muslime in Österreich ist allenfalls ersteres überhaupt ein Thema), wenn ich als Teil der aktuell herrschenden Mehrheit die Vorstellungen dieser Minderheit nicht teile?
Nutzt eine Frau im Burkini das gleiche Schwimmbad wie ich, sehe ich darin keine unzumutbare Einschränkung meiner Freiheit. Ein Burkini ist für mich Ausdruck einer Religionsauffassung und einer Sexualmoral, die ich nicht teile, ähnlich wie z.B. der Habit einer katholischen Nonne. Das muss man meiner Meinung nach aushalten können.
Ich möchte nicht unbedingt in einer Gesellschaft leben, in der die dem Tragen eines Burkinis zugrundeliegenden Vorstellungen dominieren, genauso wie ich froh bin, meine Jugend im Hinblick auf geltende Moralvorstellungen nicht im Österreich der 1950er Jahre durchlebt zu haben oder in einem erzkatholischen Kuhdorf zu wohnen.
Für mich persönlich gehen von rückwärts gewandten und scheinheiligen Rechtspopulisten auf absehbare Zeit deutlich größere Risiken aus als von Musliminnen in Burkinis.