Hallo
Da hier zu dem Thema "tiefe anale Stimulation" noch relativ wenig geschrieben wurde (und in deutschsprachigen Foren auch irgendwie wenig vertreten ist), möchte ich mal meine Erfahrungen als "Expertin" hier Preis geben. Auch in Punkto Sextoys dafür ist der deutschsprache Raum eher noch nicht so erschlossen, weshalb Amazon und co der Markt dafür ist, wenn man so ein Toy sich besorgen möchte.
Ich liebe Sex und Masturbation und habe es immer schon gemacht, mit meinen Fingern, verschiedensten Behelfsgegenständen wie Obst und Gemüse, aber auch mit Dildos und Vibratoren, sowohl vaginal als auch anal - meist kombiniert.

Vor ca zwei Jahren bin ich auf den Geschmack der tiefen analen Stimulation/Masturbation gekommen. Was damit gemeint ist, ist dass man mit dafür konzipierten sehr flexiblen speziellen überlangen Sexspielzeugen in tiefe Bereiche vordringt. Das Gefühl ist nicht jederfraus/manns Sache und muss mit besonderer Sorgfalt und Geduld/Training durchgeführt werden. Ich empfinde das Gefühl des "ausgefüllt werdens" als äußerst intensiv und auch das "wieder herausziehen" des Toys als ein absolut unfassbares Gefühl, was ich sonst noch nicht erlebt habe.

Für die tiefe anale Mastirbation eignen sich nur bestimmte Sextoys, die einerseits lang, aber auch nicht zu dick sind und sehr flexibel sein müssen. Eine starre Gurke kommt nicht durch den Sigmoid Darm, da sonst am "anatomischen Knick" dort Ende mit der Erkundungsaktion ist . Die anale Tiefenmasturbation ist eine gute Option, seinen Körper besser kennen zu lernen. Es benötigt jedoch Vorsicht und eine gute Vorbereitung hierfür. Das heißt, so eine Erkundungstour dauert mal nicht nur so 10-20min, sondern etwas länger.
- Sexspielzeuge für die tiefe anale Insertion: Sehr lange (nicht allzu breite) Buttplugs (gibts von 30cm glaub ich in Größen bis zu 50cm Länge) und auch sogenannte "Colon Snakes" (50cm bis zu 100cm Länge, manche mit 2cm und manche mit 3cm Durchmesser). Dickere Spielzeuge empfand ich als unpraktisch, ich finde 3cm Durchmesser füllen schon ordentlich aus im tiefen Darmbereich und ich bin keine Frau, die mit kleinen oder dünnen analen Spielzeugen hantiert. Im kurzen Bereich des Anus gehen bis 20 oder 25cm Tiefe bei mir selbstverständlich auch dickere Spielzeuge mit z.B. hab ichs gern mit bis zu 5cm Durchmesser oder aufblasbare Plugs usw. Diese Tiefen-Spielzeuge sind sehr flexibel und man glaubt anfangs, dass diese zu "glibbrig" sind, doch dies ist absichtlich so und der Garant dafür, dass das Sextoy durch die ganzen Knicke im Darm überhaupt erst durch kommen kann. Lange Analkugelketten (auch durchgehend gestielt) habe ich fürs "Tiefenerkunden" eher als ungeeignet wahrgenommen, da sie nicht über diese konsistente "Masse" verfügen (statt dass man durchgehend es vorschieben kann) und sich im Sigmoid umbiegen und auch beim tieferen Eindringen eher mehr stören als nutzen. Eine glatte Oberfläche empfand ist als die beste Option bei Colon Snake Dildos.
- Gleitgel: Wichtig bei dem Tiefenspiel ist, sehr viel Gleitgel zu verwenden (und mit sehr viel Gleitgel meine ich wirklich viel Gleitgel) - das Sextoy muss den Darm rauf und der Darm generell sondert nicht viel "Gleitflüssigkeit" ab.
- Vorbereitung: Um überhaupt das Sexspielzeug tief anal reinzubekommen, bedarf es etwas Vorbereitung. Ein Einlauf (bzw mehrere Einläufe) sind absolut notwenig zuvor, da man sonst bei seiner analen Erkundungstour auf Unrat und Hindernisse stößt und es auch unhygienisch sein könnte. Einen Tag zuvor sollte man nichts blähendes, scharfes oder stuhlverfüssigendes essen, so kann der Darm beim Einlauf besser gereinigt werden. Wenn beim wiederholten Einlauf fast nur mehr wieder Wasser rauskommt, weiß man, dass man mit der analen Tiefenerkundung loslegen kann.
- Anale Insertion: Wichtig ist die Verwendung von viel Gleitgel oder Gleitöl. Applikatoren für Gleitgel können da helfen, weil man auch Gleitgel "rein befördern" muss.
Man sollte mit kleinen Spielzeugen beginnen, vor allem als AnfängerIn. Die ersten 25cm gehen relativ schnell rein, danach kommt der Knick vom Sigmoid-Darm. Schon hier ist Schluss für starre harte Sextoys. Ein ultraflexibler langer Plug oder ein Colon Snake kommen hingegen mit etwas Übung und Geduld durch. Ggf. Kann das Spielzeug drinnen gedreht werden, damit es weiter kommt. Irgendwann zieht es dann durch die Passage und man fühlt, wie das Spielzeug tiefer reingleitet, was auch ein sehr interessantes Gefühl ist. Selbstverständlich kann man das Toy wieder rausziehen und nachgleitgelen und wieder reinstecken. Nach ca 50cm Eindringtiefe gelangt man zum nächsten Knick im Darm, der linke Darmknick (auch hier ist behutsames Vortasten, drehen des Toys, sanftes hin und her schieben angezeigt), den man mit etwas Gefühl und Übung auch überwindet. Danach sind ca 30cm transversaler Dickdarm zu passieren, die relativ gerade sind und einfach gehen. Dann folgt der rechte Dickdarmknick, der meiner Meinung nach relativ schwer zu überwinden war. Es hat mehrere Male gebraucht, bis man durch ihn durch war. Da diese Art der Masturbation in tiefe Darmbereiche geht und es ein erhöhtes Verletzungsrisiko gibt, sollte man nie mit Gewalt, "harten oder rauhen Analpraktiken" hier agieren. Immer sanft vortasten, wenns geht dann gehts, wenn nicht dann nicht. Man sollte auch keine wilden Turnübungen und Körperverdrehungen dabei machen, während man es drinnen hat, weil es auch zu Verletzungen kommen kann. Wichtig ist auch die Position (am Rücken liegend mit Beinen hoch oder seitlich liegend oder Doggy Stlye), wenn man das Spiel zu Zweit machen will, kann man das gerne mit dem Partner machen. Er/Sie sollte jedoch behutsam sein und nichts tun was einem Schmerzen bereitet.
Mit etwas Übung habe ich es geschafft eine durchgehend 3cm dicke Colon Snake 100cm anal ganz rein zu bekommen. Das Gefühl war der Hammer.

Wobei ich es bevorzuge nur bis zu 80cm bis zum rechten Darmknick einzuführen.

Man fühlt sich so dermaßen ausgefüllt und das Gefühl des langsam wieder rausziehens des Colon Snakes aus dem Anus ist echt der Wahnsinn. Es ist eine Mischung aus analer Stimulation mit anfangs ungewohntem aber später immer mehr Wert schätzendem Ziehen im Bauchraum, bis der biegsame Dildo ganz draußen ist.


Ich masturbiere dabei immer vaginal, während das Toy drinnen verbleibt und "im richtigen Moment" ziehe ichs dann raus, um das Gefühl des "Herausziehens" während des Orgasmus zu verspüren - das Gefühl ist einfach unbeschreiblich!!!





Man hat also 3 Knicke im Darm zu überwinden, die nur ein sehr flexibles Toy überwinden kann: Sigmoid-Knick, linker Dickdarmknick und rechter Dickdarmknick (wenn man es wirklich tief haben will).
Man braucht viel Gleitgel und wenn man das sehr lange Toy damit eingleitet, veranstaltet man manchmal eine
große Sauerei herum, vor allem beim rein- und rausziehen. Auch das Halten und Umgreifen eines glitschigen Tiefen-Analtoys mag geübt sein, ungeübte Leute verzweifeln manchmal daran, weil das Toy durch die Finger gleitet und von alleine wieder aus dem Anus rausgleiten kann. Mit etwas Übung weiß man aber, wie man es angehen muss.
Ich würd das Toy nicht tiefer als 100cm reinschieben, weiter als zum Übergang vom Dickdarm zum Dünndarm muss es wirklich nicht sein, da man sich hier wirklich leicht Verletzungen zuziehen kann und auch Schäden an der Dünn-Dickdarm-Klappe dort möglich sind. Daher mache ich es meist nur bis 80-90cm rein, da habe ich Erfahrung mit. 100cm ganz rein hab ichs 2 oder 3mal probiert und es hat mir keinen "zusätzlichen Nutzen" gebracht, ich fands eher ein wenig gruselig.
Die Tiefenmasturbation hat nichts mit SM zu tun, Schmerzen oder rabiates Eindringen sollte man dabei nicht praktizieren, da man sonst mit einem möglichem Darmdurchbruch in der Notballabteilung eines Krankenhauses landen könnte.
Es ist eher eine anale Erkundungstour und eine zusätzliche intensive Stimulation für LiebhaberInnen der analen Masturbation, die mal "was Neues" probieren möchten.
Das sind meine Erfahrungen mit tiefer analen Masturbation. Ich bin ein absoluter Fan davon geworden.

Lg Mia