Anais wohnt im Erdgeschoss
Mein Großvater hätte
Anais taxfrei als schlank empfunden - mit diesem Urteil würden einige meinungsstarke Mitschreiber hier nicht hundertprozentig konform gehen, so sind nun einmal die Zeiten. Ich meinesteils finde Anaisens Körper - einfach nur herrlich vorhanden! Wenn auf dem Schild im Erdgeschoss auf Nummer 2 „frei“ zu lesen ist und der Kunde dann anklopft, wartet er nicht lange, und eine hochgewachsene, sagen wir Pharmareferentin, mit dunklem Pferdeschwanz und geschäftigem Make-up bittet ihn zivil herein. „My Name is Anais“ - was für ein adrettes Frauenzimmer. Aber Moment, sie trägt ja Strümpfe! Und Strapse! Das tageslichttaugliche Oben, das aus ihren Büstenhalter quillt, wird durch ein abendfüllendes Unten kongenial ergänzt. Die hundert Euro sind ja nur Papier!
Anaisens fröhlich singender Hurensprech mit ungarischem Akzent vermittelt dienstbeflissene Aufmerksamkeit. Zum Kennenlernen gibt es "Küsse" inklusive, sie erfährt, dass man zu so etwas bei uns "Bussi" sagt, und kichert. Dann lässt sie sich den Büstenhalter öffnen und grinst stolz, wenn der Kunde über den dazu notwendigen Aufwand staunt. Voila! Der Lohn der Mühe schwebt rosa und frei, mit präsenten Vorhöfen, die den Kunden entwaffnend anblicken. Die Zwillinge lassen sich sanft anheben, darunter ist es warm. Dann kneten die nimmermüden Kundenhände die griffigen Unterbacken - „Ich bin nämlich auf der Suche nach was festem“, entkommt es dem Kunden räudig. Auf dem Bett bereitet es Anais narzisstische Freude, ihren lobeshungrigen Arsch in die Höhe zu recken, damit der Kunde, dem der Schwanz schon lustig wegsteht, ihr gepflegtes Poloch kosten kann. Ein bisschen ungehörig findet sie das schon, aber schau schau, eigentlich ist es ganz angenehm.
Und weil die Dinge im Prinzip immer gleich ablaufen mit den Kundensäcken, kommt dann ein Präservativ über den Schwanz, und Anais saugt bedächtig an dem so erhaltenen Gebilde. Anais hat Klasse. Allein ihr ästhetisches Gebücktsein. Und ihre Greifhand mit dem manierlich abgespreizten kleinen Finger. Und die edlen Lippenstiftlippen, zu einem devoten „O“ wie „obszön“ gerundet, um eine Tätigkeit zu verrichten, für die man keine formelle Ausbildung braucht. Die Hand des Kunden in ihrer feuchtwarmen Poritze wird weltbürgerlich geduldet.
Der Kunde bleibt weiterhin in Rückenlage, aber Anais manövriert. „You are so pretty!“, raspelt es jetzt kundenseits von unten. Sie hat es oft gehört, aber es nützt sich nicht ab. Auf und ab auf dem steifen Kundenschwanz, das ist eine sehr beliebte Sexstellung. Sie muss ihre schaukelnden Brüste mit ihrem Unterarm auffangen, der Kunde übernimmt großzügig diese Aufgabe, ganz trunken ist er von der süßen Verantwortung. Der soignierte Chef und die Juniorsekretärin beim rituellen Freitagsbums im klimatisierten Büro, es keucht und wimmert leise. Anaisens Mund atmet offen und unkeusch, das Gleitmittel gleitet.
Und dann der
final countdown, der Kunde stöhnt kontrollverlustig, Anais spiegelt seinen liebeshungrigen Blick beim orgasmieren. Viel zu wenige Sekunden hatten die Minuten. „Das ist jetzt unser kleines Geheimnis“, lächelt Anais ohne Worte, jetzt satt auf dem erschlaffenden Kunden sitzend.
Ich fühle mich von Anais nicht nur bedient, sondern auch verstanden.