Offene Beziehungen - gesellschaftliches Tabu?

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Gast

(Gelöschter Account)
Hallo liebes EF,

wieder einmal kreist eine weltbewegende Frage durch meinen Kopf (oder mehrere Fragen):

Warum werden „offene“ Beziehungen oft verschmäht? :oops:

Treue ist natürlich in einer Beziehung das A und O, aber so widersprüchlich sich das anhört bin ich der Meinung, dass es nicht unbedingt die sexuelle Treue sein muss, sondern dass das eine geistige Treue – eine „Gefühlstreue“ – sein muss. :bussal:

Dass Sex nicht unbedingt etwas mit Liebe zu tun hat wissen wir doch (und ja, den Weihnachtsmann gibt es auch nicht *g*), und ich bin mir sicher die meisten hier werden schon Sex mit jemanden gehabt haben den sie nicht geliebt haben. Warum also behaart man in Beziehungen dann oft darauf, sich auch sexuell treu zu sein? :hmm:

Oder sind viele Partner einfach zu feige um dem anderen ehrlich von diesem Wunsch zu erzählen? (Ich selbst hätt mich in meiner letzten Beziehung ja auch ned sagen traut, dass für mich treue ned unbedingt die sexuelle Treue miteinbezieht – zugegebenermaßen) :mauer:

Selbstverständlich bin ich absolut der Meinung, dass dieses „Extra“ wirklich beiden in einer Beziehung recht ist :lehrer:, und ebenso bin ich der Meinung, dass man auch darauf achten sollte der Frau mit der man in der Beziehung ist ned irgendwelche (Geschlechts)Krankheiten mit zu bringen. :nono:

Ich persönlich kenne kein einziges Paar, dass in einer solchen Beziehung lebt (oder sie stehen öffentlich ned dazu, was ich teilweise dann natürlich auch verstehen kann) – und ich bin mir aber schlichtweg sicher, dass es Menschen (natürlich Männer, aber ebenso auch Frauen) gibt, die den Wunsch danach haben. :hmm:

Also liebe EF-Community, was meint ihr? (Abgesehen davon dass ich euch kostbare Zeit eures Lebens stibitzen will)

mfg

friendly69
 
wir hatten mal eine offene beziehung. kommt in die rubrik *haben wir gemacht*. ist irgendwie mühsam drum ist nur mehr der cockolder übrig geblieben :mrgreen:
zum gesellschaftlichen kann ich nix sagen, weil mir die gesellschaft herzlich wurscht ist.
 
Ich hab auch eine offene Beziehung und mir ist es eig egal was andere von mir denken...
also weiß ich nicht wieso viele es nicht zugeben dass sie eine offene Beziehung haben...
vllt ja deswegen weil viele nicht so toll darüber urteilen...
 
Hmm, stellt euch mal vor, von Schwiegereltern oder Verwandtschaft des Partners mit einem anderen erwischt zu werden. Das wäre sicher unangenehm. Ich könnte mir auch vorstellen, dass es mindestens genauso unangenehm wäre, wenn die Sache dann aufgeklärt würde.
Ja, es ist meiner Meinung nach ein absolutes Tabu. Und ich verstehe den Wunsch nach Treue ebenso wie den Wunsch nach Affairen.
Wenn man als Paar Sex nur miteinander erlebt, fühlt sich scheinbar jeder als der Auserwählte und Besondere. In einer offenen Beziehung könnte einer der Partner denken "Ich bin nicht so wichtig, da er/sie Anderen das selbe Geschenk macht, wie mir". Und Liebe als wertvollstes Geschenk ist eben schwieriger nachweisbar als Sex. :hmm:
 
Warum werden „offene“ Beziehungen oft verschmäht? :oops:

Oh, das hat wohl viele Gründe.
Es gibt Leute, die wollen gar nicht mit anderen Personen vögeln, wenn sie eine Beziehung haben.
Dann gibt's wohl auch Leute, die lieber heimlich fremdgehen, weil sie selbst zwar sexuell nicht treu sein wollen, das Gleiche ihrem Partner aber nicht zugestehen.
Dann gibt's wiederum welche, die zwar grundsätzlich offen wären für eine offene Beziehung, schlussendlich aber doch zu eifersüchtig sind dafür.
etc

Treue ist natürlich in einer Beziehung das A und O, aber so widersprüchlich sich das anhört bin ich der Meinung, dass es nicht unbedingt die sexuelle Treue sein muss, sondern dass das eine geistige Treue – eine „Gefühlstreue“ – sein muss. :bussal:

Das sehen viele andere auch so. Viele andere aber sehen den Treue-Begriff inklusive sexueller Treue an. Jeder wie er will, oder?

Dass Sex nicht unbedingt etwas mit Liebe zu tun hat wissen wir doch (und ja, den Weihnachtsmann gibt es auch nicht *g*), und ich bin mir sicher die meisten hier werden schon Sex mit jemanden gehabt haben den sie nicht geliebt haben. Warum also behaart man in Beziehungen dann oft darauf, sich auch sexuell treu zu sein? :hmm:

Weil das nicht zwangsläufig was mit einander zu tun haben muss, wenn man zwar mit jemandem ohne Liebe Sex haben kann oder will, dies aber nicht tut, wenn man sich in einer Beziehung befindet. Das sind zwei völlig unterschiedliche Ausgangssituationen - und für manche ist das eben entscheidend.

Ich persönlich kenne kein einziges Paar, dass in einer solchen Beziehung lebt (oder sie stehen öffentlich ned dazu, was ich teilweise dann natürlich auch verstehen kann) – und ich bin mir aber schlichtweg sicher, dass es Menschen (natürlich Männer, aber ebenso auch Frauen) gibt, die den Wunsch danach haben. :hmm:

Liegt vielleicht auch daran, dass nicht jeder mit seinen sexuellen Vorlieben und Einstellungen hausieren geht. Oder es zumindest nicht jedem X-Beliebigen auf's Aug druckt. Weil manche eben der Meinung sind, dass es andere nix angeht. Was ich durchaus verstehen kann.

Natürlich werden die gesellschaftlich "üblichen" Ansichten da auch eine Rolle spielen. An sich könnte man meinen, es kann einem egal sein, was andere denken. Ich weiß aber nicht, ob es noch so lustig ist, wenn andere hinter deinem Rücken blöd reden. Und im Endeffekt hat's wohl auch was mit Loyalität zum Partner zu tun: eine offene Beziehung zu haben und diese auszuleben ist eine Sache. Aber den Partner "bloß zu stellen" (indem man mit anderen über seine Eroberungen redet oder angibt damit bzw diese Eroberungen seinen Freunden vorstellt, etc) eine andere.

aha.... na gsd liebt mich mein partner ned soviel :roll:

:mrgreen:
 
...nur sehr viele bezeichnen ihre beziehung als offene beziehung.... nur eigenartig, dass dann die eigene frau nicht weiss, dass sie eine offene beziehung führt.

Wie andernorts schon erwähnt ist das dann eine sogenannte
"Einseitig offene Beziehung" ;)

Spass bei Seite:


Das mit der offenen Beziehung ist auch wieder so eine Sache - da muss man sehr exakt definieren. Ich würde eine Beziehung nicht als "offen" bezeichnen, nur weil man gelegentlich noch auch mit anderen Personen (gemeinsam) Sex hat, ich lasse mich ja emotional nicht näher auf auf einen Spielpartner ein, oder verbringe abseits des Sex Zeit mit ihr/ihm.


Ich denke, die derzeitige Sicht der offenen Beziehung, in der Gesellschaft ist primär historisch/religiös geprägt (und einige Aspekte sind durchwegs rational nachvollziehbar) - von daher resultiert derzeit die Monogamie als idealisiertes, anerzogenes "Leitbild" und andere Formen führen noch eher ein Schattendasein


Da aber Monogamie wohl in vielen Fällen eher ein hehres Ziel denn tatsächlich gelebte Realität ist, dies aber nicht dem hochgehaltenen Ideal entspricht, wird dieses Thema tabuisiert um dem offenen (und vielfach eigenen, nicht bewältigten) Konflikt Ideal vs. Realität aus dem Wege zu gehen.

Ich bin auch der Meinung von Moni, dass in vielen Beziehungen Regelungen gefunden werden, um die tatsächlichen Bedürfnisse zu realisieren und diese einfach nicht an Dritte kommuniziert werden. Dies liegt dann an Befürchtungen bezüglich Ausgrenzung, Nachrede und eventueller Nachteile aufgrund von Engstirnigkeit, Neid etc. - frei nach dem Prinzip -warum solls Anderen besser gehen als mir ;)



LG Bär
 
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