Mich hat das Video da beeindruckt
Mich auch und zwar bei wievielen Punkten man falsch liegen kann.
Ich werd erstmal auf die allgemeinen Aspekte eingehen und danach zerpflück ich seine Argumentation auf "Basis seiner Quellenangaben" ind er Luft.
Wenn man wie das Video davon ausgeht, dass jegliche sozialen Aktionen durch ein vorhandensein von sexueller Spannung zustandekommen, die durch Masturbation abgeschaltet wird, hat man ein Problem. Ich finde das Video gibt wesentlich mehr Einsicht über die Psyche des Erstellers als über die von Menschen allgemein.
Daher wird das ganze
Quelle 1:
The Modulatory Role of Dopamine in Anxiety-like Behavior. - PubMed - NCBI
bzw.
http://www.ams.ac.ir/AIM/NEWPUB/15/18/9/009.pdf für das Dokument
1. Hohe Dopaminkonzentrationen führen zu Toleranzbildung
In der Medizin bedeutet Toleranz gegenüber einem Arzneistoff/Trasmitter etc., dass die Nerven nicht in gleicher stärke auf den Stoff ansprechen.
Seine gesamte Begründung stützt sich nun auf der unbewiesenen Annahme, dass die Dopaminkonzentrationen nach einem
Orgasmus ausreichen um zu Toleranzbildung der Dopaminrezeptoren zu führen.
Dabei macht er erstens den Fehler zu behaupten, dass bei Toleranzbildung die Dopaminkonzentration sinkt. Das ist soweit falsch, dass die Konzentration gleich bleibt, allerdings die Rezeptoren nicht mehr auf die gleiche Weise auf diese Konzentration ansprechen. Das ist zwar eher der kleine von beiden Fehlern, weist aber dennoch darauf hin, dass er einfach keine Ahnung hat wovon er redet.
Zweitens missinterpretiert er seine eigene Quelle gewaltig. Seine eigene Quelle befasst sich ausschliesslich mit unnatürlich hoch vorkommenden Dopaminleveln und Substanzen, die sich ähnlich verhalten wie es bei Cannabis/Heroin und anderen Opiaten der Fall ist und zwar verabreicht an Ratten und Mäusen...
Mann muss sich schon recht blöd anstellen um auch nur zu versuchen die von einem Orgasmus erreichten Dopaminkonzentrationen mit denen einer vergleichbaren Substanz wie einer Heroispritze vergleichen zu wollen.
Den Beweis, dass Masturbation zur Toleranzbildung der Dopaminrezeptoren führt, liefert er schlicht und einfach garnicht, sondern stellt es einfach so hin.
Quelle 2:
Prolactin, aggression and hostility: a discussion of recent studies. - PubMed - NCBI
2. Prolactin macht zu faul?!
Erstmal was Prolaktin überhaupt ist:
Dieses Hormon stimuliert Wachstum und Differenzierung der Brustdrüse während der Schwangerschaft und führt zur Milchproduktion (Laktation) im Verlauf der Stillzeit bei
Säugetieren.
In dem Video wurde gesagt, dass sehr hohe Konzentrationen an Prolactin zu Müdigkeit und Lustlosigkeit etwas zu unternehmen führt.
Er basiert diese Annahme auf einer Studie von 1984 bei der das Aggressive Verhalten von
Frauen bei
Hyperprolaktinämie, also einer
krankhaften Überproduktion an Prolaktin leiden, untersucht wurde...
Wie er durch diese Untersuchung darauf kommt, dass Prolactin "faul" anstelle von aggressiv macht, ist mir absolut schleierhaft, zeigt oder beweist er auch net und warum eine Hormonstudie, die ausschliesslich bei einem Geschlecht durchgeführt wurde, nicht auf alle Geschlechter schliessen lässt, muss ich nicht erwähnen, oder?
Wie auch schon bei der ersten Quelle falsch gemacht, reichen durch einen Orgasmus erreichte Prolaktinlevel einfach nicht aus um jegliche Vergleiche zu Menschen mit Hyperprolaktinämie ziehen zu können.
Also ja, tolles Video. Hatte die Nacht sowieso nix anderes vor als zu zeigen, dass die Annahmen, die dort gemacht werden falsch, unbewiesen oder absurd sind.
Könnt euch übrigens mal die Studien anschaun, die darauf hinweisen, dass häufigere Ejakulation bei Männern Prostatakrebs vorbeugen kann.