Menopause - die Achterbahn 50+

Mitglied #696624

Crazy, hot Mini-Me
Registriert
22.3.2024
Beiträge
598
Reaktionen
3.192
Checks
1
Tja, nun gehör ich auch dazu, zu den Frauen in der Menopause. Und wenn es nach meinen (ja, ich hab Mehrere) Gynäkologen geht, eh schon länger. Aber seit knapp einem Jahr geht’s mir nicht gut. Von extremen Hitzewallungen, Unterleibsschmerzen, Migräne, Übelkeit, Schmerzen in der Brust (aber da ist alles pipifein), Stimmungsschwankungen … alles dabei, was die Hölle so parat hat. Die Regel kommt derart unregelmäßig und ich hab mich lange Zeit uneins mit mir selbst gefühlt.

Letzten Monat habe ich mit einer Hormontherapie begonnen (Progesteron und Östrogen) und ich war sooooooooo unsicher, was es mit mir tut, ob es mir gut tut und wie es mir gehen wird. Grad im letzten Winter hab ich unter einer extremen Winterdepression gelitten und mein Gyn meinte, das könnte an den Hormonen liegen. Nun gut – oder auch nicht – Vieles macht nun einfach Sinn.

Wie gesagt, seit letztem Monat nehme ich Hormone und ich fühl mich endlich wieder besser in meiner Haut. Meine Assistentin meinte erst Heute, ich wirke friedlich, glücklich, ausgeglichen, schräg, lustig und unglaublich nett. Ich würde mal behaupten, nett war ich nie, aber ja. Progesteron ist das „Nesthormon“ und sorgt neben einer regelmäßigen Regel auch für guten Schlaf und einen inneren Ausgleich – außerdem hat man nach der Einnahme richtig Pudding im Hirn (Zitat einer Freundin, die die Hölle bereits durchlaufen ist).

Aber es gibt auch Schattenseiten, mein letzter Pap-Abstrich war positiv und es macht mir Sorgen. Heute war ich zur Kontrolle und die Gyn (best Woman ever) meinte, dass das alles kein Drama wäre. Besonders interessant finde ich, dass grad der Pap-III ein Indiz auf HPV ist. 85 % aller sexuell aktiven Menschen haben den HP-Virus.

Und – nichts davon hat mit der Menopause an sich zu tun. Aber irgendwie doch schräg. Nun werde ich in sechs bis acht Wochen erfahren, ob diese Auffälligkeit nur temporär oder permanent ist. Sie meinte, es wäre nicht selten, dass der Kontrollabstrich negativ ausfällt. Quasi, ein zwischenzeitlich geschwächtes Immunsystem, das zur Zellveränderung geführt hat.

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ja, ich chill jetzt mal entspannt und harre der Dinge, die da kommen, denn sie kommen. Ist der Kontrollabstrich negativ, muss ich alle sechs Monate diesen wiederholen, ist er positiv, schaut man sich das genauer an.

Worauf will ich hinaus: mich würde interessieren, wie geht’s anderen Damen in der Menopause, was hat gut geholfen. Gibt es sowas wie Tipps, damit man nicht so sehr mit sich hadert.

Sorry für den vielen Text. 😉
 
Ich kann nicht viel beitragen, ich hab noch ein paar Jährchen.
Lediglich zum PAP Abstrich: Der war bei mir auch schon auffällig, etwa 1jahr lang. Hat sich aber in Wohlgefallen aufgelöst, ganz allein .

Ich drücke die Däumchen 🍀
 
Hormonbehandlungen sind ja noch nicht so verbreitet und ich finde es ausgesprochen gut, dass sich das rumspricht.
Generell, die Perimenopause beginnt bei Frauen ab 35, da beginnen im Schnitt die ersten Hormonschwankungen. Deshalb ist das auch das magische Alter ab dem Schwangerschaften schwierig werden können (aber das ist eine andere Geschichte).
Meines Wissens nach dauert es Monate bis die Hormone richtig eingestellt sind, vielleicht kannst du mal wieder ein Update geben, wie du dich fühlst?
Mich würde interessieren, welche Hormone du nimmst und wie nimmst du die auf (falls das nicht zu privat ist)?
 
Nein, ist nicht zu privat. Ich nehme 12 Tage im Monat Arefam und täglich Estrogel. Heute war ich beim Oseologen und es werden neue Medikamente dazukommen, da ich Osteoporose habe. Aber er meinte, die Hormontherapie ist eine perfekte Ergänzung. Najo! Eini mit'n guad'n Zeigs. ;)

Lt. meiner Gynäkologen kann es mehrere Jahre dauern, bis sich die Hormone wieder eingependelt haben. Die Hormone, die ich jetzt nehme, werde ich wohl die nächsten zwei bis vier Jahre nehmen müssen. Es bleibt somit recht spannend, was sich so noch tut.
 
Als Mann ist man nicht in der Position da sehr viel zu sagen

Buchtip. "Women on fire"

Hat mir meine Frau gegeben. Dann versteht man besser.

Sie macht eine Hormonersatztherspie. Die sollte man Ende 40 andenken. Es geht ihr viel besser. Da geht es nicht nur um Hitzewallung und Depression. Auch Cholesterin und Knochendichte sind betroffen.
 
Als Mann ist man nicht in der Position da sehr viel zu sagen

Buchtip. "Women on fire"

Hat mir meine Frau gegeben. Dann versteht man besser.

Sie macht eine Hormonersatztherspie. Die sollte man Ende 40 andenken. Es geht ihr viel besser. Da geht es nicht nur um Hitzewallung und Depression. Auch Cholesterin und Knochendichte sind betroffen.
Eben, das ist nicht zu unterschätzen. Ich hatte ja lange gedacht, dass zusätzliche Hormone meinen Körper stressen würde. Ich hatte seit Teenageralter immer zu wenig Progesteron. Im Nachhinein hätte ich schon viel früher hormonell gegensteuern müssen. Aber gut, später ist man immer g'scheiter.

Vor allem das Östrogen ist hinsichtlich der Knochendichte enorm wichtig. Morgen beginn ich mit dem zweiten Zyklus der Hormontherapie und bin gespannt, was sich so tut. Ich hab das Gefühl eine Reisende zu sein, die grad ihren Körper völlig neu kennenlernt. Zu meiner Behinderung dazu ist das alles eine sehr spannende Angelegenheit.
 
Ich hab das Buch gleich bestellt. Ich hab hier das Buch "Kamastura der Frau", auch sehr spannend. Aber grad der Wechsel wird eher oberflächlich behandelt.
 
Versuch mal Frauenmanteltee. Ist sehr gut in der Menopause.


Nach 6 Wochen wieder nach HPV zu testen ist wahrscheinlich zu früh. Man spricht von bis zu einem Jahr bis er ausheilt.

Man kann ihn naturheilkundlich behandeln. Schreib mich privat an bei Interesse.
 
Ich hab vor einigen Tagen nochmal den Pap-Abstrich wiederholt. Im Dezember erfahre ich, wie es weitergeht. Ich möchte das daher entspannt abwarten. Die Ärztin meinte auch, dass ich mir aktuell keine Sorgen machen muss und das möchte ich auch nicht. Das mit dem Tee werd ich gern probieren. Als alte Teetrinkerin finde ich das super.
 
Ich hab das Buch gleich bestellt. Ich hab hier das Buch "Kamastura der Frau", auch sehr spannend. Aber grad der Wechsel wird eher oberflächlich behandelt.
Das Biuch ist humoristische und wissenschaftlich.

Die Gynäkologin meinet Frau hat es ihr "verordnet".


Das gemeine an der Hormonersatztherapie ist, da es für den Start bald zu spät ist. "Das mache ich wenn es so weit ist" , bedeutet meist das man das Zeitfenster verpasst hat.

Meine Frau rät so ziemlich allen Bekannte das Thema mit einem guten Gynäkologen zu besprechen. Aber viele Frauen meinen dann das sie das mit 60 dann machen . Da ist der Zug abgefahren

Auch viele Gynäkologn sind da unwillig. Wechsel ist ja naturlich (das wäre Krebs auch). Oder sie haben wenig Wissen in der Richtung. Manche verordnen eine Hormonsspirale. Die hilft aber nur gegen die Krämpfe.

Die Ersatztherapie hat einen schlechten Ruf weil die alten Hormon aus Pferden gewonnen wurden und das Krebsrisiko erhöhten.

Die jetzigen Hormone sind "bioident" und pflanzlich (glaube ich)

Aus der Sicht des Ehemannes finde ich die Sache sehe gut. Meine Frau fühlt sich wohl, ist aktiver im Leben, fröhlicher und mag mehr Sex. Der hört in dem Alter oft auf.

Und ich hab meinen Hormonststus jetzt auch besser im Blick
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist auch interessant. Viele Männer machen in der Hinsicht echt wenig. Auch sie sind betroffen, wenn es um Osteoporose geht. Ich glaube ja, wenn man jahrelang nichts merkt oder halt Vieles ignoriert, kommt man dann später drauf: Hätt ich doch mal früher.

Unterm Strich hilft das aber nicht. Ich bin noch gut dabei und kann was tun. Jammern ist nicht drin.

Der Vorteil des Single-Daseins ist, dass man sich hinsichtlich seiner Sexualität nicht an andere richten muss. Ich kann das mit mir ausmachen und auch die aktuelle Lustlosigkeit finde ich sehr entspannend. Ich kann mich viel besser auf andere Dinge konzentrieren und kann Dingen fröhnen, für die ich früher selten Zeit hatte.
 
Bezüglich Hormone seien krebserregend - wie du schreibst, das ist falsch. Da gab es eine Studie aus dem Jahr 2002 (glaub ich), aus der das abgeleitet wurde. Diese Studie ist heute widerlegt, aber halt noch immer in den Köpfen vieler Ärzte, weshalb sie nicht gerne Hormone verschreiben.
Was allerdings stimmt, Hormone können bestimmte Krebsarten verstärken (nicht verursachen !!), aber das machen körpereigene Hormone genauso.
Deshalb sollte man sich gynäkologisch engmaschig überprüfen lassen während man Hormone nimmt, gleiches gilt für Brustkrebs.
 
Joah… ich bin voll drin. Grauenvolle Hitzewallungen, übelst gelaunt, Regel kommt wann sie will, dafür aber dann zwei Wochen lang und so heavy, dass ich die größten Binden, die ich kriegen kann, kaufen muss (Crime scene-Größe)
Letztens hatte ich xxl Night und wusste beim auspacken nicht, ob ich lachen oder weinen soll, weil die so klein waren. Hab davon drei auf einmal gebaucht 😕

Jedenfalls hab ich mich zu einer Ausschabung und Verödung entschieden. Mal sehen…

Aber ja, Menopause ist nix für schwache Nerven 😬
 
Joah… ich bin voll drin. Grauenvolle Hitzewallungen, übelst gelaunt, Regel kommt wann sie will, dafür aber dann zwei Wochen lang und so heavy, dass ich die größten Binden, die ich kriegen kann, kaufen muss (Crime scene-Größe)
Letztens hatte ich xxl Night und wusste beim auspacken nicht, ob ich lachen oder weinen soll, weil die so klein waren. Hab davon drei auf einmal gebaucht 😕

Jedenfalls hab ich mich zu einer Ausschabung und Verödung entschieden. Mal sehen…

Aber ja, Menopause ist nix für schwache Nerven 😬


Frauenmanteltee hilft hier schnell.
Ich hab es immer ab dem ersten Tag der Mens getrunken und meine Regel hat sich von 3 Wochen auf meine normalen 4 Tage verkürzt.
 
Hi, woman on fire ist ein gutes Buch. Und ein guter gyn ist auch wichtig. Viele meiden dieses Thema. Auch Herzrasen und gelenkschmerzen werden bei Fachärzten nicht mit dem Wechsel in Verbindung gebracht. Ich nehme kollagenpulver gegen gelenkschmerzen (soll auch Haut straffen😁). Hormone ist ein eigenes Thema. Thrombose Abklärung machen. Versucht hab ich auch menopearl. Pflanzlich.
 
Meine Gattin trinkt auch den Frauenmanteltee und er hilft ihr, denn sie ist ausgeglichener nur sollte man diesen Tee nicht übermächtig trinken da es zu Abhängigkeit kommen kann.
 
Meine Gattin trinkt auch den Frauenmanteltee und er hilft ihr, denn sie ist ausgeglichener nur sollte man diesen Tee nicht übermächtig trinken da es zu Abhängigkeit kommen kann.


Wie sieht diese Abhängigkeit denn aus?

Tees sollte man eh nach etwa 6 Wochen wechseln oder damit eine Pause machen. Der Körper gewöhnt sich an die Heilkräuter.
 
Ich will jetzt nicht mansplainen, daher schreibe ich nur Dinge, das allgemein gültig sind:

Einen richtig guten Gynäkologen gibt es nicht. Es gibt richtig Schlechte, also solche, die von nichts eine Ahnung haben, davon aber jede Menge, und gute, die manche Sachen besser, manche schlechter können. Das verhält sich natürlich bei allen Ärzten so, nicht nur bei Gynäkologen. Ich war bei einem wirklich guten Urologen. Und der hat mich zwei Jahre schikaniert, weil mein PSA Wert überhöht ist. Bis es mir gereicht hat und ich zu einem anderen Arzt gegangen bin. Der hat gesagt, "wenn ich mir ihre Beine ansehe, dann sind sie Radfahrer?" Bin ich. "Ok. Dann hat es wenig Sinn, jetzt den PSA Wert zu messen, während sie trainieren. Wenn sie eine Woche Pause machen, dann ist er aussagekräftig." Ich war dann drei Wochen auf Wanderurlaub, bin in der Zeit keinen Meter geradelt, und nach dem Wanderurlaub haben wir sofort den PSA Wert noch einmal gemessen, und er war Ok. Seither mache ich das immer so, und der Wert ist in Ordnung (es dauert ungefähr 8-10 Tage). Das bedeutet nicht, dass dieser Urologe besser ist, als der Alte, der Alte hat einen hervorragenden Ruf, nur, dass er besser zu mir passt.

Meine Frau hat sich jahrelang wissenschaftlich mit Endokrinologie beschäftigt. Es ist erschreckend, wie wenig und mit wie viel Überzeugung wir tatsächlich wissen. Grob vereinfacht ausgedrückt beschäftigt sich die Endokrinologie, was Frauen anbelangt, darauf, sie möglichst unfruchtbar zu machen (d.H. Empfängnisverhütung), oder sie fruchtbar zu machen, beides ist extrem lukrativ. Das tut sie mit erstaunlich geringem Wissen. Wie generell in der Medizin, so ist auch in diesem Teilbereich das Interesse an Männern weit größer, als an Frauen. Sobald das Thema Fruchtbarkeit durch ist, ist das Interesse nahe Null. (männliche Wissenschaftler interessiert es nicht, und weibliche interessiert es auch nicht, denn junge Wissenschaftlerinnen, die sie sich ihr Forschungsthema aussuchen, sind 15-30 Jahre vom Wechsel entfernt). Wenn man nach wissenschaftlichen Studien zu den Wechseljahren sucht, dann wird man mit großem Staunen feststellen, dass es nur extrem wenig gibt, die sind meistens sehr klein und wenig aussagekräftig. Dementsprechend gering ist dann auch das Wissen. Wenn ich jetzt böse wäre, dann würde ich sagen, es betrifft ja keine Männer. Wobei auch das nicht wirklich stimmt, denn auch Männer machen Wechselbeschwerden durch, mit Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Depressionen etc. Aber hat nicht im selben Ausmaß.

Im Prinzip begnügt sich die Wissenschaft damit, zu sagen, "irgendwann hört das wieder auf" (was impliziert: Die Weiber sollen sich nicht so aufführen, wegen die paar Jahr ...). Im Übrigen wissen wir zwar nicht, wie die Wechselbeschwerden genau entstehen, aber wir wissen, dass wir sie lindern können, wenn wir bestimmte Hormone geben (von denen wir nur sehr ungenau wissen, was sie wirklich bewirken). Ja, wir wissen, was Progesteron und Östrogen im Zyklus bewirken. Also, ich meine, wir wissen, wie diese beiden Hormone den Eisprung und die Menstruation auslösen können, und auch, wie wir einen Eisprung verhindern können. Wir haben keine Ahnung, welchen Einfluss sie auf andere Körperteile haben, denn so gut wie jede Zelle hat Rezeptoren dafür und reagiert darauf. Dass sich die Haut im Laufe des Zyklus verändert, weiß wohl jede Frau, und jeder Mann weiß, dass sich die Stimmung seiner Angetrauten während des Zyklus ändert, also, dass die Sexualhormone auch auf das Gehirn wirken. Wie und insbesondere warum, das weiß aber keiner. Und dass die Migräne bei Frauen 2-3 mal häufiger vorkommt, als bei Männern, wissen wir auch, weshalb interessiert keinen. Ja, ich weiß. Jeder Gynäkologe hat da seine Theorien, aber die sind allesamt wissenschaftlich nicht ausreichend unterfüttert. Und es gibt eine Menge mehr an Hormonen, die im Laufe des Zyklus stärker oder schwächer ausgeschüttet werden, zu denen man noch viel weniger bis überhaupt nichts weiß (wer meiner Frau wirklich erklären kann, was z.B. Relaxin im Zyklus - nicht bei der Geburt - bewirkt, hat einen dicken Bonus bei ihr).

Übrigens stimmt das mit ein paar Jahre nicht zwangsläufig. Eine Freundin leidet seit bereits 17 Jahren unter extremen Depressionen und Hitzewallungen. Man kann sie im Hochsommer frieren, oder im Winter mit kurzen Ärmeln herumlaufen sehen. Sie ist himmelhoch jauchzend, oder sie stürzt so fürchterlich ab, dass man für sie Einkaufen gehen und ihr kochen muss. Und das wird in Laufe der Jahre um kein Bisschen besser. Hormonersatztherapie? Macht sie natürlich, und zwar immer wieder eine Andere (rein pflanzlich, chemisch, hat sie alles mehrfach durch). Natürlich wechselt sie - wer würde es ihr verübeln - ihre Gynäkologin alle paar Jahre. Das Einzige, das tatsächlich zu helfen scheint, ist THC, idealerweise zusammen mit CBD. Das lindert ihre Probleme nicht, aber eingeraucht sind ihr die dann einfach wurscht.
 
Ich will jetzt nicht mansplainen, daher schreibe ich nur Dinge, das allgemein gültig sind:

Einen richtig guten Gynäkologen gibt es nicht. Es gibt richtig Schlechte, also solche, die von nichts eine Ahnung haben, davon aber jede Menge, und gute, die manche Sachen besser, manche schlechter können. Das verhält sich natürlich bei allen Ärzten so, nicht nur bei Gynäkologen. Ich war bei einem wirklich guten Urologen. Und der hat mich zwei Jahre schikaniert, weil mein PSA Wert überhöht ist. Bis es mir gereicht hat und ich zu einem anderen Arzt gegangen bin. Der hat gesagt, "wenn ich mir ihre Beine ansehe, dann sind sie Radfahrer?" Bin ich. "Ok. Dann hat es wenig Sinn, jetzt den PSA Wert zu messen, während sie trainieren. Wenn sie eine Woche Pause machen, dann ist er aussagekräftig." Ich war dann drei Wochen auf Wanderurlaub, bin in der Zeit keinen Meter geradelt, und nach dem Wanderurlaub haben wir sofort den PSA Wert noch einmal gemessen, und er war Ok. Seither mache ich das immer so, und der Wert ist in Ordnung (es dauert ungefähr 8-10 Tage). Das bedeutet nicht, dass dieser Urologe besser ist, als der Alte, der Alte hat einen hervorragenden Ruf, nur, dass er besser zu mir passt.

Meine Frau hat sich jahrelang wissenschaftlich mit Endokrinologie beschäftigt. Es ist erschreckend, wie wenig und mit wie viel Überzeugung wir tatsächlich wissen. Grob vereinfacht ausgedrückt beschäftigt sich die Endokrinologie, was Frauen anbelangt, darauf, sie möglichst unfruchtbar zu machen (d.H. Empfängnisverhütung), oder sie fruchtbar zu machen, beides ist extrem lukrativ. Das tut sie mit erstaunlich geringem Wissen. Wie generell in der Medizin, so ist auch in diesem Teilbereich das Interesse an Männern weit größer, als an Frauen. Sobald das Thema Fruchtbarkeit durch ist, ist das Interesse nahe Null. (männliche Wissenschaftler interessiert es nicht, und weibliche interessiert es auch nicht, denn junge Wissenschaftlerinnen, die sie sich ihr Forschungsthema aussuchen, sind 15-30 Jahre vom Wechsel entfernt). Wenn man nach wissenschaftlichen Studien zu den Wechseljahren sucht, dann wird man mit großem Staunen feststellen, dass es nur extrem wenig gibt, die sind meistens sehr klein und wenig aussagekräftig. Dementsprechend gering ist dann auch das Wissen. Wenn ich jetzt böse wäre, dann würde ich sagen, es betrifft ja keine Männer. Wobei auch das nicht wirklich stimmt, denn auch Männer machen Wechselbeschwerden durch, mit Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Depressionen etc. Aber hat nicht im selben Ausmaß.

Im Prinzip begnügt sich die Wissenschaft damit, zu sagen, "irgendwann hört das wieder auf" (was impliziert: Die Weiber sollen sich nicht so aufführen, wegen die paar Jahr ...). Im Übrigen wissen wir zwar nicht, wie die Wechselbeschwerden genau entstehen, aber wir wissen, dass wir sie lindern können, wenn wir bestimmte Hormone geben (von denen wir nur sehr ungenau wissen, was sie wirklich bewirken). Ja, wir wissen, was Progesteron und Östrogen im Zyklus bewirken. Also, ich meine, wir wissen, wie diese beiden Hormone den Eisprung und die Menstruation auslösen können, und auch, wie wir einen Eisprung verhindern können. Wir haben keine Ahnung, welchen Einfluss sie auf andere Körperteile haben, denn so gut wie jede Zelle hat Rezeptoren dafür und reagiert darauf. Dass sich die Haut im Laufe des Zyklus verändert, weiß wohl jede Frau, und jeder Mann weiß, dass sich die Stimmung seiner Angetrauten während des Zyklus ändert, also, dass die Sexualhormone auch auf das Gehirn wirken. Wie und insbesondere warum, das weiß aber keiner. Und dass die Migräne bei Frauen 2-3 mal häufiger vorkommt, als bei Männern, wissen wir auch, weshalb interessiert keinen. Ja, ich weiß. Jeder Gynäkologe hat da seine Theorien, aber die sind allesamt wissenschaftlich nicht ausreichend unterfüttert. Und es gibt eine Menge mehr an Hormonen, die im Laufe des Zyklus stärker oder schwächer ausgeschüttet werden, zu denen man noch viel weniger bis überhaupt nichts weiß (wer meiner Frau wirklich erklären kann, was z.B. Relaxin im Zyklus - nicht bei der Geburt - bewirkt, hat einen dicken Bonus bei ihr).

Übrigens stimmt das mit ein paar Jahre nicht zwangsläufig. Eine Freundin leidet seit bereits 17 Jahren unter extremen Depressionen und Hitzewallungen. Man kann sie im Hochsommer frieren, oder im Winter mit kurzen Ärmeln herumlaufen sehen. Sie ist himmelhoch jauchzend, oder sie stürzt so fürchterlich ab, dass man für sie Einkaufen gehen und ihr kochen muss. Und das wird in Laufe der Jahre um kein Bisschen besser. Hormonersatztherapie? Macht sie natürlich, und zwar immer wieder eine Andere (rein pflanzlich, chemisch, hat sie alles mehrfach durch). Natürlich wechselt sie - wer würde es ihr verübeln - ihre Gynäkologin alle paar Jahre. Das Einzige, das tatsächlich zu helfen scheint, ist THC, idealerweise zusammen mit CBD. Das lindert ihre Probleme nicht, aber eingeraucht sind ihr die dann einfach wurscht.


Hat sie aich schon die Nebennieren und Hypophysenhormone untersuchen lassen?
Sich nur auf die Wechseljahre zu konzentrieren, ist etwas zu kurz gefasst.
 
Hat sie aich schon die Nebennieren und Hypophysenhormone untersuchen lassen?
Sich nur auf die Wechseljahre zu konzentrieren, ist etwas zu kurz gefasst.
Alles mögliche. Im Prinzip ist das Ergebnis: Psychopharmaka lindern die Depressionen (scheint nicht wirklich zu funktionieren) und Hormonersatztherapie die Hitzewallungen (scheint nicht wirklich zu funktionieren).

Sie hofft halt immer noch drauf, dass sich das legen wird.
 
Zurück
Oben