Liebe und Sex

Eine Replik dahingehend, dass Unehrlichkeit in jedem Falle der moralisch schlimmere Vorgang ist, sehe ich hier als angemessen an
Sehe ich gleich.
Man(n) nimmt der Partnerin dadurch die Möglichkeit am Konflikt zu wachsen und gestärkt aus ihm hervorzugehen.
Auch wenn es natürlich ein schmerzhafter Prozess mit ungewissem Ausgang sein wird.
 
Von welcher Moralvorstellung redest du? Monogamie kann es schon mal nicht sein, die wurde nicht im 19. Jahrhundert erfunden...Nicht lügen und betrügen kann es auch nicht sein... Hm, wann wurde das Alte Testament geschrieben...? ;)

Ich habe mich in meinem Beitrag auf den Wunsch einer Frau bezogen, dass sich ihr Partner kastrieren möge.
Inwiefern das durch Monogamie und Altes Testament begründet werden kann, weiß ich nicht genau, aber noch mal zur Verdeutlichung meiner Gedanken:

Ich beziehe mich auf die Moralvorstellung, dass körperliche Treue (und somit in diesem Fall KEIN Sex) wichtiger ist als die Ausübung von Sexualität an sich - eine Vorstellung, die übrigens immer eher Theorie als Praxis war. Und fast immer (mit Ausnahme von Jesus und einigen anderen erleuchteten Persönlichkeiten) von oben propagiert und dort nicht praktiziert wurde.

Monogamie ist ein hehres Ziel und wunderbar, wenn sie ohne Einengung gelingt. Kastration - auf die ich mich hier beziehe - ist aber wohl eine sehr gravierende Einengung, meinst Du nicht?
 
Solche Situationen sind grundweg eigentlich unlösbar, wenn eine Trennung nicht in Frage kommt, aber letztlich landet fast jede Langzeitbeziehung in diesem Dilemma, wenn sie nicht schon vorher gelöst wurde.
Kommunikation und Klarkeit können es lösen.

Solche Probleme treten in Beziehungen auf, in denen die Partner davon ausgehen, die Hoheitsmacht über die Geschlechtlichkeit des jeweils anderen Partners zu besitzen.
Nach dem Motto: "Wir sind offiziell zusammen und somit gehört deine Sexualität exklusiv mir, selbst dann wenn ich sie eigentlich gar nicht brauche"
 
Ich habe mich in meinem Beitrag auf den Wunsch einer Frau bezogen, dass sich ihr Partner kastrieren möge.
Inwiefern das durch Monogamie und Altes Testament begründet werden kann, weiß ich nicht genau, aber noch mal zur Verdeutlichung meiner Gedanken:

Ich beziehe mich auf die Moralvorstellung, dass körperliche Treue (und somit in diesem Fall KEIN Sex) wichtiger ist als die Ausübung von Sexualität an sich - eine Vorstellung, die übrigens immer eher Theorie als Praxis war. Und fast immer (mit Ausnahme von Jesus und einigen anderen erleuchteten Persönlichkeiten) von oben propagiert und dort nicht praktiziert wurde.

Monogamie ist ein hehres Ziel und wunderbar, wenn sie ohne Einengung gelingt. Kastration - auf die ich mich hier beziehe - ist aber wohl eine sehr gravierende Einengung, meinst Du nicht?

Ich verstehe deinen Bezug zum 19.Jahrhundert nur nicht.

Sich seinem Partner zu Liebe kastrieren zu lassen, weil er selber über keine Libido verfügt, ist ein sehr extremer Schritt, den ich persönlich nicht nachvollziehen kann, aber es mag Menschen mit derart romantischem Weltbild geben, für die das in Frage kommt. Urteilen will ich darüber nicht, solange eine solche Entscheidung aus freien Stücken geschieht.
 
Ich verstehe deinen Bezug zum 19.Jahrhundert nur nicht.

Aaaah! Im Romantizismus des ausgehenden 18. und 19. Jhd wurde die Forderung nach körperlicher Treue (die bis zu diesem Zeitpunkt ja nur von der Frau wirklich verlangt wurde (werden konnte), im mitteleuropäischen Raum auch immer mehr auf den Mann übertragen, dies vor allem aufgrund der romantischen Vorstellungen, die durch Dichtung und Verklärung "alter Zeiten" gefestigt wurden.
Den Luxus, diese Art der Liebe zu leben, hatten allerdings auch zu dieser Zeit nur wohlhabende Bürger, da sich die Armen oft nicht mal eine Heirat leisten konnten.
 
In diesem Fall leidet der User unter dieser Situation offensichtlich aber wie ein Hund.
Bzw. wie ein Hase...:D

Ein innerer Leidensdruck, der durch einen externen Vorgang, bzw. in diesem Falle eher Nicht-Vorgang ausgelöst wird, und dadurch solche "Lösungsoptionen" entstehen lässt. Ja, sonderlich romantisch wirkt das, zumindest für Außenstehende, wahrlich nicht, das stimmt.
 
Aaaah! Im Romantizismus des ausgehenden 18. und 19. Jhd wurde die Forderung nach körperlicher Treue (die bis zu diesem Zeitpunkt ja nur von der Frau wirklich verlangt wurde (werden konnte), im mitteleuropäischen Raum auch immer mehr auf den Mann übertragen, dies vor allem aufgrund der romantischen Vorstellungen, die durch Dichtung und Verklärung "alter Zeiten" gefestigt wurden.
Den Luxus, diese Art der Liebe zu leben, hatten allerdings auch zu dieser Zeit nur wohlhabende Bürger, da sich die Armen oft nicht mal eine Heirat leisten konnten.

Ich bin kein Theologe, aber das Gebot aus dem Alten Testament: "Du sollst nicht die Ehe brechen", galt meines Wissens nach für beide Geschlechter und ist ein paar Tausend Jahre älter... Du meinst also die praktische Anwendung, wenn ich dich richtig verstehe...
 
Dass es eine Forderung nach Kastration des Partners jetzt wirklich ehrlich und echt geben könnte, ist nicht wirklich nachvollziehbar für mich , sondern dass dieses Wort möglicherweise im Zuge eines Konflikts und im Affekt gefallen ist.
Aber auch wenn dies so gewesen sein könnte, dann hat es trotzdem oft auch Auswirkungen auf den seelischen Zustand des anderen.
 
Klarstellung:
ich habe die Meinungen und Ratschläge hier im Forum gesucht und auch erhalten.
Danke dafür!
Meine Entscheidung ist de fakto erst heute Nacht gefallen.
MEINE Entscheidung für MEIN Leben.
Das Niederschreiben meiner Gefühle und Gedanken hat für mich Klarheit geschaften die ich vorher so nicht hatte.
Manche Meinungen haben mir sehr geholfen,andere weniger und das passt auch so.
Ich habe mich heute Nacht Entschlossen so zu leben wie ich bin.
LG M.
 
Ich möchte hier nicht Traumlos Thread kapern. Auch will ich nicht den Eindruck vermitteln, ich möchte hier Dampf ablassen. Ich habe die Gedankenspiele ja schon durch. Ich wollte nur meine persönliche Erfahrung und den Umgang damit hier wiedergeben.

Ich möchte aber klarstellen, dass meine Frau nicht "die Böse" ist!
Ich werfe ihr auch nicht persönlich irgendetwas vor. Sie wartet auch nicht mit dem Messer und will mich kastrieren. Am besten wäre ja aus ihrer Sicht, dass alles so bleibt, wie es ist, nur das ist (für mich) nicht möglich. Das ich mich kastrieren lasse, wäre ihr nur lieber, als dass ich mit jemand anderen intim werde (wobei Kastration eher eine "chemische/hormonelle" wäre, als eine chirugische).
Ich weiß, dass ich beim Versuch, mein Problem für mich irgendwie bewältigbar zu machen, auch Ihr einen Teil aufladen muss (für sie z.B. die Angst, dass sie mich verlieren könnte, ich mich in eine andere Frau verliebe (was nicht passieren wird!) bzw. möglicherweise auch Eifersucht ihrerseits (wobei es nicht danach aussieht, aber das kann ja noch kommen)). Das hat es mir besonders schwer gemacht.

"Perfekt" ist unser Familienleben sicher nicht. Leute die so etwas vorgaukeln, sind mir grundsuspekt. Aber es ist doch recht harmonisch, auch wenn es natürlich auch Sachen gibt, die einen im Altag nerven (z.B. meine Vergesslichkeit oder DER Klassiker: Geschirrspüler :fies:).


Im Übrigen glaube ich auch, dass es gar nicht so selten vorkommt, dass in einer Beziehung bewusst Sex mit Dritten toleriert, manchmal sogar gewünscht wird, um so mit einem ähnlichem Problem umzugehen. Aber natürlich gibt es auch Menschen, die exklusive Sexualität als Bedingung für eine Partnerschaft sehen. Sehr oft wird daher auch ein Partner auch seine eigene Sexualität verzichten. Aber in den meisten Fällen wird die Beziehung wohl scheitern.

@Mitglied #411667: In deinem Fall kommt erschwerend hinzu, dass dein Mann auch noch eifersüchtig ist und ihr schon noch länger zusammen seid. Mag sein, dass es für eine Frau noch schwieriger ist, mit so einer Situation umzugehen. Schlussendlich ist der Leidensdruck immer individuell. Ich wünsche es jedenfalls niemand und wer es nicht erlebt hat, wird sich sehr schwer tun, das Alles irgendwie nachzuvollziehen. Ich wünsche dir, dass du einen guten (am wenigsten schlechten) Weg für dich findest!
 
Und wie oft sinds Gschichtln, die böse Frau Blabla und man muss ja dann ...

liebe silber, nein das sind keine gschichtln - und es war vom VORSTELLEN können die rede. weil ich leute kenne, die es in affenartiger geschwindigkeit schaffen, ihre probleme zu denen von anderen zu machen - insbesondere in der partnerschaft. und: ja, da sind frauen auch dabei!
 
Im Übrigen glaube ich auch, dass es gar nicht so selten vorkommt, dass in einer Beziehung bewusst Sex mit Dritten toleriert, manchmal sogar gewünscht wird, um so mit einem ähnlichem Problem umzugehen. Aber natürlich gibt es auch Menschen, die exklusive Sexualität als Bedingung für eine Partnerschaft sehen. Sehr oft wird daher auch ein Partner auch seine eigene Sexualität verzichten. Aber in den meisten Fällen wird die Beziehung wohl scheitern.

So sehe ich es auch. Es kann keine allgemeingültige Verfahrensweise in solchen Fällen geben, da die Menschen nunmal verschieden sind. Was mir hier im Forum hin und wieder negativ aufstößt, sind Menschen, die sich an traditionellen Werten wie partnerschaftlicher Treue aufhängen und diese als rückwärtsgewandt und anderweitig unpassend bezeichnen. Sind wir jetzt eine tolerantere Gesellschaft als früher, oder nicht? Entscheidet euch mal. ;)
 
Ich habe mir nun alles aufmerksam durchgelesen und möchte doch auch meine Sichtweise wiedergeben, ohne zu werten oder in irgendeine Richtung raten zu wollen.

Für mich hat sich bisher die Frage, mich zwischen Liebe und Sex entscheiden zu müssen, nicht gestellt. Für mich sind diese beiden Dinge untrennbar miteinander verbunden und auch meine Einstellung zu heimlichen sexuellem Betrug war für mich auch immer ganz klar definiert.
Ich habe jedoch einige Gespräche zu diesem Thema geführt und verstehe nun die Trennung besser...

Ich habe zwar die hier angesprochene Situation noch nicht persönlich erlebt - und ich hoffe, dass dies auch so bleiben wird - bin aber unter solchen Umständen aufgewachsen.
Ich habe den Kampf und auch die Gleichmütigkeit beider Teile erlebt. Und obwohl die Liebe stark ist und viele Höhen und Tiefen gemeinsam überwunden hat, merkt man doch an "Kleinigkeiten", dass es den alltäglichen Umgang miteinander beeinflusst und etwas von der Unbeschwertheit nimmt. Das fängt bei Filmszenen mit sexuellen Handlungen an, bei denen man meint plötzlich die Luft schneiden zu können und das Unbehagen zu spüren, geht über schmutzige Witze die nicht mehr geäußert werden können, ohne das die Stimmung kurzfristig kippt, bis hin zu Eifersuchtsszenen weil am Abend einmal ausgegangen wird. Das Thema Sexualität wird vollkommen verbannt und als nicht existent deklariert...

Und auch wenn viele der Meinung sind, dass Sexualität nicht alles ist, so ist sie doch wesentlicher Bestandteil unseres Lebens und nimmt am Ende mehr Raum ein, als wir erwarten würden. Ohne oberflächlich zu sein, kann ich als sehr sexueller Mensch, daher nachvollziehen, dass sich der zum Verzicht gezwungene Part irgendwann fragt "Soll das alles gewesen sein? Was tue ich mir Gutes?"... Es sind nicht nur die persönliche Entfaltung, die Selbstwahrnehmung und die Befriedigung die dadurch beschnitten werden, sondern auch das Gefühl ein Mann/eine Frau zu sein...

Wenn es nicht möglich ist, hier mit dem Partner einen Konsens oder Kompromiss zu finden, wenn eine Trennung aufgrund der tiefen Liebe keine Option ist, wenn alle Lösungsversuche scheitern und/oder nicht angenommen werden und wenn man dem Partner nicht vermitteln kann, dass er trotz ausleben der Sexualität mit anderen, dennoch immer den wichtigsten und bedeutensten Platz im Herzen hat... dann ist es für mich nachvollziehbar, wenn man sich ohne des Wissens des Partners anderweitig orientiert und sich gegen die Selbstaufgabe stellt... Die Liebe bleibt wo sie verankert ist...
 
Wenn es nicht möglich ist, hier mit dem Partner einen Konsens oder Kompromiss zu finden, wenn eine Trennung aufgrund der tiefen Liebe keine Option ist, wenn alle Lösungsversuche scheitern und/oder nicht angenommen werden und wenn man dem Partner nicht vermitteln kann, dass er trotz ausleben der Sexualität mit anderen, dennoch immer den wichtigsten und bedeutensten Platz im Herzen hat... dann ist es für mich nachvollziehbar, wenn man sich ohne des Wissens des Partners anderweitig orientiert und sich gegen die Selbstaufgabe stellt... Die Liebe bleibt wo sie verankert ist...

Und damit fügst du deinem Partner unabhängig seiner Unwissenheit ob deines Handelns die größtmögliche Verletzung zu. Gott bewahre, dass ich diesen Weg jemals gehe, oder es mir jemand antut.
 
Und damit fügst du deinem Partner unabhängig seiner Unwissenheit ob deines Handelns die größtmögliche Verletzung zu. Gott bewahre, dass ich diesen Weg jemals gehe, oder es mir jemand antut.

Was soll ich darauf nun antworten, außer, dass du grundsätzlich vollkommen Recht hast...
Ich habe nie betrogen und gehe davon aus es auch nich zu tun, aber ich kann zum jetzigen Zeitpunkt einfach keine Aussage darüber treffen, wie ich mich nach dem Ausschöpfen aller anderen Optionen in so einer Situation verhalten würde... (dafür war der Kampf den ich diesbezüglich miterlebt habe einfach zu einprägsam)
 
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