Hat hier schon mal jemand an einem reinen Kuscheltreffen teilgenommen? Wenn ja wie war es? Hat jemand Interesse? Wo finden Treffen statt? Worauf sollte geachtet werden wenn man eines organisiert? Gibt es zeitliche Begrenzungen die man einhalten sollte? Und was wäre sonst noch zu sagen?
Danke für die Antworten im Voraus!
Interessantes Thema!
Kuscheln ist für mich etwas sehr Intimes und vielleicht das wichtigste bzw. das, womit ich "am meisten mit mir zu kämpfen habe, wenn es fehlt". Von daher hat es für mich eine große Bedeutung, und gerade deshalb ist die Vorstellung es "organisiert/öffentlich/in einer Gruppe zu konsumieren" total abwertend für mich. Es hätte nicht mehr das, was ich im Moment fühle/brauche/ersehne, wenn ich auch noch dafür zahle, fühlt sich das für mich dann zusätzlich etwas erniedrigend an, als wäre ich meiner Bedürftigkeit derart ohnmächtig erlegen, dass ich sogar Geld für Gefühle/Nähe ausgeben will? Geht irgendwie nicht.
Gegen einen Versuch mit einer "Fremden" hätte ich nichts Grundlegendes, denn das Gefühl der Fremde geht, wenn man sich sympathisch ist, vielleicht auch mal im ersten Moment, beim ersten Lächeln, Anblick weg. Kann passieren. Ich hatte zwar mal ein sehr positives "Blind-Kuschel-Date", wo es dabei geblieben ist, und wunderbar war, aber auch nur deshalb, weil es sich so entwickelt hat, und nicht weil es ausgemacht war, es genau darauf anzulegen.
Es hat einfach eine andere Qualität, wenn Dir ein Mensch, egal ob Du ihn gut kennst, oder gerade erst in dein Herz geschlossen hast, anbietet, seine Nähe und Berührungen zu schenken und anzunehmen, als zu jemandem zu gehen, der das "professionell macht". Wäre für mich das Pendent zu $-Sex, was auch nicht das selbe ist wie "Sex mit einem Menschen, dem man sich ganz öffnet". Beides hat seine Berechtigung, ist aber unterschiedlich in der "emotionalen Wirkung".
Den Bedarf für Kuscheltreffen sehe ich durchaus als gegeben, aber die Erfolgschance für ein erfülltes Kuschel-Treffen ist vermutlich größer, wenn man im Alltag mal wieder auf jemanden zugeht, einen Flirt riskiert und sich nicht aus der Angst/Annahme heraus, dass daraus gleich ein "Sex-Zwang" entsteht, abschottet und gleich wieder zumacht, sobald Interesse signalisiert wird. Das ist das Problem, das ich eher bei den meisten Menschen sehe, dieses "Risiko des Sex haben müssens" nicht mehr eingehen zu wollen und sich für "dann lieber gar nichts" entscheiden.
Und da gehe ich durchaus auch von meinen "eigenen Phasen / Bedürftigkeiten" aus, dass es eben vorkommt, dass man NULL Bock auf Sex hat, und TROTZDEM Nähe möchte... und zwar NUR Nähe.. .und das vielleicht über Wochen oder Monate, bis der Sex wieder "ein Thema" wird -
ob Sex dann ein Thema mit dem Kuschel-"Partner" wird, ist ja nicht gesagt/zwingend, das sollte man "ertragen können" und trotzdem dankbar für die gemeinsame Kuschel-Zeit sein, wenn einer der beiden dies nicht mehr möchte. Ständig wechselnde Einmal-Wegwerf-Kuschel-Partner könnte ich mir persönlich auch nicht vorstellen, eine Art "Kuschel-Netzwerk" allerdings schon, solange es stets aus dem Herzen kommt, ist diese Art Zuwendung auch nichts, was Exklusivität verlangen würde (oder Geld kosten sollte).
Das wäre eigentlich das natürlichste der Welt, weil wir alle immer wieder Phasen haben werden, wo wir uns nicht für Sex öffnen können, weil noch die eine oder andere Verletzung eben nur Nähe und Sanftheit zulassen würde. Dieses "aber irgendwann werden wir dann Sex haben müssen" zerstört vieles. Nichts muss man müssen, was man nicht will. Man

/frau muss nur sagen was man braucht.