Ach Ziggy, wie gut geht's dir doch.... !!!
Soll _ich_ erst sagen, wie ich mein Leben empfinde? Wie eine grosse dampfende Kacke mit Fettnäpfchen, und wo immer ein solches ist, stolpere ich klarerweise rein...
Also: Kurzbeschreibung: Geboren mit hochgradiger Innenohrschwerhörigkeit und dauerndem lauten Ohrgeräuschen. Diese habe ich immer noch, und man gewöhnt sich nach mehr als 30 Jahren immer noch nicht daran. Toller Start, was??
Kommt noch besser: Mutter hat mich nur deswegen "produziert" weil sie damals mit 45 Jahren in "Pseudo-Frühpension", d.h. ins Hausfrauendasein gehen wollte, weil ihr die Arbeitswelt zu hart war...und weil sie meinen Vatern das Geld aus der Tasche ziehen wollte - und er fiel darauf rein.
Resultat: Ein 12 Jahre lang dauernder Ehestreit, den ich von 0-12 Jahren jeden Tag miterleben durfte. Fast täglich zerschellte das Porzellan an der Wand, welches mein Vater in der Wut mal wieder quer durch das Zimmer warf...
Bis zum 33. Lebensjahr lebte ich auf einem Zimmer mit 10 qm², da die 70qm²-Wohnung für anfänglich 3, dann 2 Leute nicht mehr Zimmer und somit Platz hergab. Kommt mir vor wie ein Gefängnis, dieses Scheiss-Hochhaus.
Dass wegen der Hörbehinderung nicht all zu viel aus mir werden würde, war mir ziemlich bald klar. Trotzdem schaffte ich immerhin die Matura und studierte dann, (die einzig schöne Zeit im Leben - ewig Bummelstudium....) aber als mir mit so 28 Jahren das Geld ausging (obwohl ich IMMER nach einem passenden Studentenjob suchte, aber wer nimmt schon nen Hörbehinderten ernst...) da habe ich mich zu ner Blödheit hinreissen lassen, weswegen ich ne Vorstrafe wegen Betruges und 3 Monate Knast bekam.Das wäre es mir ja auch wert gewesen, und schwamm drüber, aber mittlerweile verstarb die Mutter, und ich war plötzlich ein Fall fürs Sozialamt. Ich arbeitete als Teilzeit-Schreibkraft damals, aber das Geld reichte nicht mal, um die Miete zu zahlen (ca. 350 Euro/Monat).
Im gleichen Jahr wo die Mutter starb, musste ich wegen des "alten" Betruges (aus dem Jahr 99) für 3 Monate in Haft, und der Vater, den ich 12 Jahre lang nimmer mehr gesehen habe, erfuhr dies und tauchte plötzlich als Knastbesucher auf.... was Ärger ohne Ende bedeutete.
Er versuchte auch, mich in seine neue Familie zu "integrieren", was in einer weiteren Katastrophe mit 8 Monaten Haft (unschuldig meiner Meinung nach, aber danach fragt kein Richter) für mich endete....
Für mich ist es schon ein Wunder, daß ich damals (2003/4/5, das zog sich alles so dahin) deswegen nicht die Wohnung verloren habe.
Meine Hörbehinderung wurde als Waisenpensionsgrund akzeptiert, ist aber so niedrig, dass noch immer das Sozialamt und die diversen Wohnbeihilfen her müssen, damit ich aufs Existenzminimum komme.
So, und jetzt bin ich nichtmal 40, der Ruf eh ruiniert, dank des "netten" Papas, wegen der Hörbehinderung arbeitsunfähig, und kann auch nix anderes machen, als abzuwarten bis ich 80 und tot bin; der Rest ist 40 Jahre Existenzminimum-Dahinvegetieren.
Ein eigenes Auto oder solchen Luxus wie ihn Ziggy geschildert hat, ist für mich undenkbar, ebenso wie eine "Familie", weil von der nach dem Tod der Mutter nix übriggeblieben ist.
Na Ziggy, wollen wir tauschen? :-D