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Gast
(Gelöschter Account)
Ich bin aktuell neben meiner beruflichen Haupttätigkeit auch mit einem Nebenprojekt zum Thema Rotlichtmillieu und Prostitution in Österreich beschäftigt. Details dazu kann ich nicht nennen, allerdings umfasst dieses Projekt auch Umfragen unter Sexworkerinnen und Kunden.
Unter anderem haben wir als einen Aspekt zur Tätigkeit in diesem Gewerbe auch die Motivation und Ursache dafür erhoben und konsistent mit bisherigen Erkenntnissen die nachfolgenden Ergebnisse bekommen. Das ist zwar keine Neuheit weil es sowohl in der Wissenschaft als auch in der Szene "Common Knowledge" ist, allerdings war in diesem Projekt uns auch die Verteilung und die Häufigkeit interessiert.
Kurz zusammengefasst die 3 wesentlichen Motivationen/Ursachen für die Tätigkeit als Sexworkerin
1) Wirtschaftliche/finanzielle Notlage bzw. Anreize
Hierunter fallen nicht nur absolut gesehene Notlagen (z.B. Armutsgefährdung), sondern auch der Mangel an finanziell adäquaten Alternativen bzw. die Tatsache, dass eventuell sogar ein alternativer Beruf ausgeübt werden könnte, dessen Gehalt aber nicht oder nur knapp fürs Leben reicht. Entscheidend ist hier, dass bei einer finanziell adäquaten Alternative immer der alternative Beruf ausgeübt würde und keine Präferenz bzw. intrinsische Motivation für die Prostitution besteht. Dies war bei allen Sexworkerinnen dieser Kategorie in unserem Sample der Fall.
2) Zwang, psychischer Druck und Gewaltanwendung
Dies ist eine der am schwierigsten festzustellenden Ursachen, weil die Sexworkerinnen dieser Kategorie aufgrund der Zwangssituation auch selten ehrlich Auskunft geben können bzw. wollen. Sehr oft trifft dies auf Sexworkerinnen ausländischer Herkunft zu, jene inländischer Herkunft sind kaum in dieser Kategorie zu finden. Man kann dies letztendlich nur aufgrund von Indizien feststellen, eine 100%ige wissenschaftliche Sicherheit ist nicht gegeben, vor allem weil die Überschneidungen mit 1) sehr groß und teilweise fließend sind
3) Sexueller Missbrauch im Kindesalter
Zu dieser Kategorie zählen überraschend vor allem Sexworkerinnen inländischer Herkunft. Die finanziellen Einkünfte werden zwar als positive "Begleiterscheinung" gerne mitgenommen, primäre Ursache sind aber sexuelle Misshandlung und sexueller Missbrauch bereits im Kindes- oder Jugendalter. Durch die Ausübung der Prostitution (oder oft auch durch Pornoschauspielerei) wird hierbei versucht, durch exzessive Promiskuität und eine exzessives Sexualleben Kontrolle über sexuelle Intimitätssituationen mit Männern zurückzuerlangen bzw. auszuüben, die in den Missbrauchssituationen früher nicht vorhanden war. Charakteristisch ist hier oft das Anbieten umfangreicher ausgefallener sexueller Praktiken bis hin zu einem dominanten oder sehr nymphomanen Sexualverhalten, um dadurch die maximale Kontrolle über die jeweiligen Sexualpartner zu erleben. Kontrolle kann dabei auch über Nymphomanie erlebt werden, da diese als für viele Männer besonders attraktiv und anziehen wahrgenommen und erlebt wird. Interessanterweise haben Sexworkerinnen dieser Kategorie auffallend oft einen deutlich älteren Partner und haben eine differenzierte Einstellung zu Kindern in ihrer Lebensplanung, da sie an ihre eigene Kindheit schwerwiegende negative Erinnerungen haben.
Aufgrund der ziemlich hohen Treffsicherheit dieser Kategorisierung in der realen Welt, habe ich kürzlich mit einem Kollegen eine (zugegeben eher philosophische) Diskussion geführt, ob in einer Welt der vollständigen Gleichberechtigung und Gleichbehandlung zwischen Mann und Frau und - gesetzt dass es keine dramatischen wirtschaftlichen Unterschiede zwischen einzelnen Ländern gäbe - die Prostitution immer noch existieren würde. Seine Meinung war, sie würde wohl nicht existieren, da Männer in so einer Welt keine sexuelle Gewalt mehr über Frauen ausüben könnten und somit die Grundlage sowohl für sexuellen Missbrauch und auch für Zwangsausübung entfallen würde. Ebenso wäre die Prostitution durch gleiche Verdienstmöglichkeiten wie bei Männern in anderen Jobs unattraktiv.
Mein Argument war, die Prostitution würde weiterhin existieren, allerdings um das x-fache teurer werden, da Frauen aufgrund ihres naturgegebenen biologisch bedingt eher zurückhaltenden Sexualverhaltens in einer völlig gleichberechtigten, freien Welt ohne sexuelle Misshandlungen deutlich mehr finanzielle Abgeltung dafür verlangen würden, ihr Sexualverhalten dem in der Prositution erforderlichen Ausmaß anzupassen.
Wie sind die Meinungen dazu hier im Forum? Oder seid ihr der Meinung dass eine Prostitution frei von jeden männlichen Zwängen bereits jetzt existiert?
Unter anderem haben wir als einen Aspekt zur Tätigkeit in diesem Gewerbe auch die Motivation und Ursache dafür erhoben und konsistent mit bisherigen Erkenntnissen die nachfolgenden Ergebnisse bekommen. Das ist zwar keine Neuheit weil es sowohl in der Wissenschaft als auch in der Szene "Common Knowledge" ist, allerdings war in diesem Projekt uns auch die Verteilung und die Häufigkeit interessiert.
Kurz zusammengefasst die 3 wesentlichen Motivationen/Ursachen für die Tätigkeit als Sexworkerin
1) Wirtschaftliche/finanzielle Notlage bzw. Anreize
Hierunter fallen nicht nur absolut gesehene Notlagen (z.B. Armutsgefährdung), sondern auch der Mangel an finanziell adäquaten Alternativen bzw. die Tatsache, dass eventuell sogar ein alternativer Beruf ausgeübt werden könnte, dessen Gehalt aber nicht oder nur knapp fürs Leben reicht. Entscheidend ist hier, dass bei einer finanziell adäquaten Alternative immer der alternative Beruf ausgeübt würde und keine Präferenz bzw. intrinsische Motivation für die Prostitution besteht. Dies war bei allen Sexworkerinnen dieser Kategorie in unserem Sample der Fall.
2) Zwang, psychischer Druck und Gewaltanwendung
Dies ist eine der am schwierigsten festzustellenden Ursachen, weil die Sexworkerinnen dieser Kategorie aufgrund der Zwangssituation auch selten ehrlich Auskunft geben können bzw. wollen. Sehr oft trifft dies auf Sexworkerinnen ausländischer Herkunft zu, jene inländischer Herkunft sind kaum in dieser Kategorie zu finden. Man kann dies letztendlich nur aufgrund von Indizien feststellen, eine 100%ige wissenschaftliche Sicherheit ist nicht gegeben, vor allem weil die Überschneidungen mit 1) sehr groß und teilweise fließend sind
3) Sexueller Missbrauch im Kindesalter
Zu dieser Kategorie zählen überraschend vor allem Sexworkerinnen inländischer Herkunft. Die finanziellen Einkünfte werden zwar als positive "Begleiterscheinung" gerne mitgenommen, primäre Ursache sind aber sexuelle Misshandlung und sexueller Missbrauch bereits im Kindes- oder Jugendalter. Durch die Ausübung der Prostitution (oder oft auch durch Pornoschauspielerei) wird hierbei versucht, durch exzessive Promiskuität und eine exzessives Sexualleben Kontrolle über sexuelle Intimitätssituationen mit Männern zurückzuerlangen bzw. auszuüben, die in den Missbrauchssituationen früher nicht vorhanden war. Charakteristisch ist hier oft das Anbieten umfangreicher ausgefallener sexueller Praktiken bis hin zu einem dominanten oder sehr nymphomanen Sexualverhalten, um dadurch die maximale Kontrolle über die jeweiligen Sexualpartner zu erleben. Kontrolle kann dabei auch über Nymphomanie erlebt werden, da diese als für viele Männer besonders attraktiv und anziehen wahrgenommen und erlebt wird. Interessanterweise haben Sexworkerinnen dieser Kategorie auffallend oft einen deutlich älteren Partner und haben eine differenzierte Einstellung zu Kindern in ihrer Lebensplanung, da sie an ihre eigene Kindheit schwerwiegende negative Erinnerungen haben.
Aufgrund der ziemlich hohen Treffsicherheit dieser Kategorisierung in der realen Welt, habe ich kürzlich mit einem Kollegen eine (zugegeben eher philosophische) Diskussion geführt, ob in einer Welt der vollständigen Gleichberechtigung und Gleichbehandlung zwischen Mann und Frau und - gesetzt dass es keine dramatischen wirtschaftlichen Unterschiede zwischen einzelnen Ländern gäbe - die Prostitution immer noch existieren würde. Seine Meinung war, sie würde wohl nicht existieren, da Männer in so einer Welt keine sexuelle Gewalt mehr über Frauen ausüben könnten und somit die Grundlage sowohl für sexuellen Missbrauch und auch für Zwangsausübung entfallen würde. Ebenso wäre die Prostitution durch gleiche Verdienstmöglichkeiten wie bei Männern in anderen Jobs unattraktiv.
Mein Argument war, die Prostitution würde weiterhin existieren, allerdings um das x-fache teurer werden, da Frauen aufgrund ihres naturgegebenen biologisch bedingt eher zurückhaltenden Sexualverhaltens in einer völlig gleichberechtigten, freien Welt ohne sexuelle Misshandlungen deutlich mehr finanzielle Abgeltung dafür verlangen würden, ihr Sexualverhalten dem in der Prositution erforderlichen Ausmaß anzupassen.
Wie sind die Meinungen dazu hier im Forum? Oder seid ihr der Meinung dass eine Prostitution frei von jeden männlichen Zwängen bereits jetzt existiert?