Was hier nicht erwähnt wurde, die letzte Prostituierte vom Wiener Strassenstrich wurde in der Nacht zum 1. Oktober 2010 ermordet. Sie war zuletzt im Stuwerviertel tätig.

1. 10. 2010
Prostituierten-Tod auf der Schnellstraße
Unter mysteriösen Umständen ist eine Prostituierte auf der S2 in Wien ums Leben gekommen. Die Kripo ermittelt.
Sie wirkte "völlig verwirrt und orientierungslos", sagt Polizeisprecher Roman Hahslinger über die letzten Minuten im Leben der Frau, die in der Nacht auf Donnerstag auf der Wiener Nordrand-Schnellstraße (S2) gestorben ist. Denn ihre letzten Worte sind von der Polizei dokumentiert - zwölf Minuten, auf Tonband aufgezeichnet. Die Ungarin hatte am Mittwoch um exakt 22.11 Uhr den Notruf 133 um Hilfe gebeten.
"Sie sagte, dass sie zu Fuß auf einer Autobahn unterwegs sei, weil ein Mann sie aus dem Auto geworfen habe, wusste aber nicht, wo sie ist", schildert Hahslinger. Zehn Minuten dauerte das Gespräch, in dem die Anruferin unter anderem von einem Hinweisschild "Eisenbahnmuseum Strasshof" am Straßenrand sprach, an dem sie gerade vorbeigehe.
"Die Leitung brach um 22.23 Uhr ab, ehe wir ihren Standort exakt bestimmen konnten", so Hahslinger. Aufgrund des Hinweises mit dem Straßenschild waren zwischenzeitlich aber bereits Streifen in der Region unterwegs, sie kamen jedoch knapp zu spät: "Schwerer Unfall auf der S2, Fahrtrichtung Norden. Eine Frau lief mitten auf der Fahrbahn und wurde von zwei Autos überfahren, sie ist tot", lautete der um 22.29 Uhr abgesetzte Funkspruch. Laut Hahslinger hat es die Frau zwischen den beiden Fahrstreifen - in einer unbeleuchteten Tempo-100-Zone - "erwischt".
Offiziell spricht die Wiener Polizei von einem "normalen Verkehrsunfall". Hinter den Kulissen laufen aber bereits Ermittlungen, die einen heiklen Grund haben: Das Opfer, Peterne B., 38, eine Ungarin, soll - wie der KURIER erfahren hat - erst unlängst im Stuwerviertel in der Leopoldstadt wegen Geheimprostitution bestraft worden sein; ein Umstand, den Hahslinger nicht bestätigen konnte bzw. wollte.
Alarmglocken
Für die Kripo liegt nun die Vermutung nahe, dass B. mit einem Freier unterwegs gewesen und mit ihm während der Fahrt in Streit geraten ist. "Wenn eine Prostituierte unter solchen Umständen ums Leben kommt, dann läuten bei mir alle Alarmglocken", meinte ein erfahrener Beamter der Mordkommission. Der nicht explizit ausgesprochene Verdacht: Ein eventueller Zusammenhang mit Morden im Rotlicht-Milieu, sind doch (wie berichtet) in den vergangenen Jahren zwei respektive drei Liebesdienerinnen vom Wiener Straßenstrich verschleppt und nördlich von Wien in NÖ ermordet aufgefunden worden. Die S2 führt in diese Richtung. . .
http://kurier.at/nachrichten/wien/2037141.php
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