Ich glaube nicht, dass man es sich einfach macht, wenn man an seinen Prinzipien festhält, anstatt sie nach tagespolitischem Kalkül wahllos zu verändern.
Auch maße ich mir nicht an, über Leben und Tod eines anderen Menschen zu entscheiden. Nicht aus der Distanz, und ich würde es auch als Betroffener nicht tun.
Und im Gegensatz zu Dir habe ich in dieser Diskussion nicht ein einziges Argument gefunden, welches für mich triftig genug wäre, von meinem Prinzip abzurücken.
Hmmm, mir fällt jetzt spontan kein einziger Beitrag in der Diskussion hier ein aus dem man schließen könnte, daß Leute aus tagespolitischem Kalkül ihre Prinzipien ändern würden.
Das Festhalten an seinen Prinzipien ist schon eine richtige Einstellung; genauso richtig und wichtig ist es aber auch seine Prinzipien von Zeit zu Zeit zu hinterfragen, damit man nicht Gefahr läuft in Sturheit zu verfallen. Eine prinzipielle Betrachtung mit der ich Dich jetzt in keiner Weise meine.
Da ich kein Richter bin und ich nehme jetzt einmal an Du auch nicht steht uns die Entscheidung über Leben und Tod sowieso nicht zu, genauso wenig über Haft- oder Geldstrafen, also brauchen wir uns da ohnedies nichts anzumaßen.
Und wie
ich als Betroffener im Ernstfall reagieren würde ist unendlich schwer zu sagen, da ich zum Glück nicht in so einer Situation bin. Wirklich ausschließen kann man da glaube ich aber nichts.
In der Diskussion hier wurden ja schon einige Beispiele angesprochen. Wenn aber etwa ein Vater eines vergewaltigten und ermordeten Kindes in seiner grenzenlosen Wut bei Gelegenheit den Täter ermorden würde, dann wird meine Ablehnung dieser Tat sehr begrenzt sein.
Wenn Du meine Beiträge hier gelesen hast weißt Du ja, daß ich mich bislang weder als expliziter Befürworter noch strikter Ablehner der Todesstrafe geäußert habe, daher muß ich Dir bei Deinem Schlußsatz widersprechen.
Wir befinden uns nämlich in keinem Gegensatz, da auch ich bislang in der Diskussion keine Argumente gefunden habe, die mich von meinen Prinzipien abrücken lassen.
Was ich aber gefunden habe sind doch in beide Richtungen Argumente, die einen nachdenken lassen. Manche teilt man mehr, manche weniger.
Bis jetzt habe ich aber zum Beispiel von den expliziten Ablehnern der Todesstrafe auch noch kein
"Hammerargument" gehört, welches meine Meinung ändern würde.
Was ich aber vorher mit
"zu leicht machen" gemeint habe ist, daß mir eben ein simples
"man darf niemanden töten daher Todesstrafe nein" in einer Diskussion zu billig/zu einfach ist, genauso eben wie ein
"wer wen umbringt gehört weg, also Todesstrafe ja".