Hi toni.
Ich war früher auch extrem schüchtern, das hat sich aber mit der Zeit und Erfahrung gelegt. Würd mich zwar selbst noch als schüchtern bezeichnen, aber die Leute schauen mich immer mit großen Augen an, wenn ich das jetzt sage.
Die wichtigsten Punkte, seine Schüchternheit mit Frauen zu überwinden, sind meiner Meinung nach folgende:
Kontaktsituationen generell nicht ausweichen, am besten sogar suchen, auch wenns manchmal unangenehm ist. Wenn man seine soziale Schüchternheit anpackt, wirds auch mit Frauen einfacher. Man muss einfach lernen, sich auf Menschen einzutakten. Das ist nicht naturgegeben und eine soziale Fähigkeit, die zu entwickeln, auch wenns anstrengend und frustrierend sein kann, sich auf lange Sicht sehr sehr auszahlt.
Die meisten Kontaktsituationen sind Small-Talks. Ich habe sie früher gehasst und verabscheut. Das Gefühl, dass kein interessantes Gespräch zustande kommt, dass beide Seiten denken "Ich würde eigentlich gerade gerne über interessante Sachen sprechen, aber es klappt nicht!". Dann lieber nicht reden. Aber das ist der falsche Weg.
Small Talk ist bei 90% der Menschen, die erste Kontaktart. Und das ist gut so.
Denn ich habe bemerkt, dass der Small-Talk nicht wegen des sachlichen Inhalts geführt wird, sondern wegen des paraverbalen Inhalts. Beim Small-Talk sind nicht der Inhalt wichtig, sondern der Gesichtsausdruck, die Stimmmelodie (die ausdrückt, ob man fröhlich, ernst, begeister, deprimiert usw. ist) und wie man auf Situationen reagiert. Kaum jemand, besonders Frauen, achtet beim Small-Talk stark auf den Inhalt. Er ist eine Möglichkeit zu schauen, wie jemand "drauf" ist. Seine Stimmung, seine Art, seine Einstellung, sein Humor. Natürlich geht das ein wenig mit dem Inhalt Hand in Hand.
Wenn man nicht denkt, dass man sofort mit jedem seelenverwand sein muss, kann Small-Talk Spaß machen. Zu sehen, dass jemand sich über dein Lächeln freut, mit dir gerne redet, unabhängig vom Inhalt, ist ein schönes Gefühl. Und zu guter Letzt ist der Small-Talk das Sprungbrett zu interessanten Gesprächen. Bedeutenden Gesprächen. Wenn man sieht, man hat gemeinsame Lebenseinstellungen.
Worüber du redest, ist im Grunde nicht so wichtig, es werden jedoch die Kriterien des gesunden Menschenverstands abgecheckt. Wenn mir eine Frau sagt: "Letztens hat mir ein Ausländer mein Fahrrad geklaut, die klauen alles, raus mit denen", dann kann sie noch so reizende Mimik haben, man checkt Einstellungen ab. Und wenn jemand nicht zu einem passt, wirds auch nicht eine tiefer gehen (ob Freund, Liebhaber oder Beziehung).
Small-Talk ist also eine wichtige Sache und kann Spaß machen. Man muss es aber erlernen.
Leichter ist es außerdem die ersten Gespräche passiv zu führen. Ich mein damit, dass man Sachen unternehmen kann, wo andere aktive Rollen spielen und über die man reden kann. Aufführungen, Konzerte, generell Situationen, wo Menschen Sachen machen, über die man reden kann.
Es gibt viele andere Punkte, die wichtig sind, der Post ist aber so schon lang genug, sag mir wenn du mehr wissen möchtest. Ich war in deiner Situation und manchmal fällts mir immer noch sauschwer nicht schüchtern zu sein.
Ich kann auf jeden Fall die Pickup-artist Sachen empfehlen, die mystery method hat mir Augen geöffnet und man brauch kein "Aufreißer" sein oder einer werden, um den Inhalt nachvollziehen zu können.
Wenn man sich oft genug in neue Situationen begibt und offen ist zu lernen (also weiß, dass man Sachen nicht 100% richtig machen braucht), dann wirds auch irgendwann lustig, egal ob man mit jemaden weiter kommt als zum netten Gespräch.