Erotische Lyrik

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Ich war letztens auf der Suche nach deutschsprachiger Literatur des 19. Jahrhunderts. Dabei stieß ich auf Friedrich Schlegel. Ich war sehr verwundert, zu erfahren, dass er erotische Lyrik geschrieben hat. Ich war noch mehr verwundert, wie derb sie ist. - Nämlich so RICHTIG derb. Dann habe ich entdeckt, dass es nicht DER Schlegel war, sondern ein ansonsten völlig unbekannter Literatur-Schwengel der 1960er Jahre.

Textausschnitt:

Ich höre fern das Plätschern deiner Wasser.
Ich fühl' mein Herz in meine Hoden sinken.
Es drängt mich wieder, dein Pipi zu trinken,
Weil ich ein ruchlos raffinierter Prasser.


In diesem Sinne, nur her mit euren Perlen der Literatur!
 
Ich war letztens auf der Suche nach deutschsprachiger Literatur des 19. Jahrhunderts. Dabei stieß ich auf Friedrich Schlegel. Ich war sehr verwundert, zu erfahren, dass er erotische Lyrik geschrieben hat. Ich war noch mehr verwundert, wie derb sie ist. - Nämlich so RICHTIG derb. Dann habe ich entdeckt, dass es nicht DER Schlegel war, sondern ein ansonsten völlig unbekannter Literatur-Schwengel der 1960er Jahre.

Textausschnitt:

Ich höre fern das Plätschern deiner Wasser.
Ich fühl' mein Herz in meine Hoden sinken.
Es drängt mich wieder, dein Pipi zu trinken,
Weil ich ein ruchlos raffinierter Prasser.


In diesem Sinne, nur her mit euren Perlen der Literatur!
Na den Anfang hast Du ja gemacht aber war das schon alles?
 
Wilhelm Busch:
Wärst du ein Bächlein, ich ein Bach,
So eilt ich dir geschwinde nach.
Und wenn ich dich gefunden hätt'
In deinem Blumenuferbett:
Wie wollt ich mich in dich ergießen
Und ganz mit dir zusammenfließen,
Du vielgeliebtes Mädchen du!
Dann strömten wir bei Nacht und Tage
Vereint in süßem Wellenschlage
Dem Meere zu.
Ich musste einmal eine Redeübung über Lyrik halten, ich war vielleicht 13. Da habe ich dieses Gedicht als Beispiel für romantische Liebeslyrik gebracht, der Erfolg war groß.

Einen hab ich noch, und zwar vom Geheimrat:
Frühling

Die Eier werden billiger,
Die Mädchen werden williger
Es stinkt aus den Aborten
Kurz:
Frühling aller Orten!
Habe ich auch einmal in der Schule - ebenfalls mit großem Erfolg - vorgetragen. Ich musste sehr oft strafweise Gedichte (eigener Wahl) auswendig lernen. Dass es tatsächlichlich von Goethe ist, konnte mein Vater zwei Tage später in der Sprechstunde belegen. Es war das letzte Gedicht, das ich bei dieser Leererin* auswendig lernen musste.

*Das ist in diesem Fall die korrekte Schreibweise.
 
Zuletzt bearbeitet:
Für mich muss es oft nicht gar nicht direkt sexuell sein. Ich finde Rilkes "Sappho an Eranna" immer noch sehr erotisch, weil es direkt um Begehren geht:

Unruh will ich über dich bringen,
schwingen will ich dich, umrankter Stab.
Wie das Sterben will ich dich durchdringen
und dich weitergeben wie das Grab
an das Alles: allen diesen Dingen.

Und dazu die Umkehr - Eranna an Sappho:

O du wilde weite Werferin:
Wie ein Speer bei andern Dingen
lag ich bei den Meinen. Dein Erklingen
warf mich weit. Ich weiß nicht wo ich bin.
Mich kann keiner wiederbringen.

Meine Schwestern denken mich und weben,
und das Haus ist voll vertrauter Schritte.
Ich allein bin fern und fortgegeben,
und ich zittere wie eine Bitte;
denn die schöne Göttin in der Mitte
ihrer Mythen glüht und lebt mein Leben.

Es war das letzte Gedicht, das ich bei dieser Leererin* auswendig lernen musste.

Ja, der Geheimrat war zum Teil ziemlich schweinisch unterwegs. Der hat ja auch dem Herder die Freundin ausgespannt. Und der Faust fordert ja von Mephisto "ein Tuch von ihrer Brust... ein Strumpfband meiner Liebeslust", der alte Fetischist!
 
Ich werde euch in Arsch und Kehle ficken,
Stricher Aurelius und Schwuchtel Furius,
die ihr mich, meiner Gedichtchen wegen,
die delikat sind, für ehrlos haltet.

Denn es ziemt sich für den ehrbaren Dichter selbst, anständig zu sein, für seine Gedichtchen keineswegs.

Diese haben schließlich dann Würze und Witz, wenn sie delikat sind und nicht verschämt, und das Verlangen wecken können.

Ich spreche nicht von Knaben, sondern von bärtigen Männern, die ihre harten Lenden nicht mehr bewegen können.

Ihr, die ihr "die vielen tausend Küsse" gelesen habt, haltet mich für wenig männlich?

Ich werde euch in Arsch und Kehle ficken!

Catull 84 vor Christus als Antwort auf die damalige Kritik zu seinem Gedicht 5 wo er tausende Küsse mit Lesbia beschreibt. Was übrigens etwas netter zu lesen ist.

Ist aber nicht ganz korrekt übersetzt, eigentlich gibt es gar keine perfekte Übersetzung weil sogar ChatGPT seine Werke nicht vollständig behandeln will und jeder Übersetzer vor dem echten Inhalt gekniffen hat.

Er war wohl wirklich so eine Art von "50 Sesterzen" lange vor dem Gangsterrap. ;)
 
Ich wandelte hin und wieder klassische Lyrik in erotische um: z.B. Goethe Der Fischer: Ach wüsstest du, wie′s Fischlein ist
so wohlig auf dem Grund,
Du stiegst herunter, wie du bist,
und würdest erst gesund.

abgewandelt:
Ach wüsstest Du, wie schön es ist,
'nen Männerschwanz zu lutschen,
Du knietest vor mir, wie Du bist,
und würdest zu mir rutschen.
Du würdest gierig meinen Pimmel
mit voller Herzenslust genießen
und schwebtest mit mir in den Himmel,
wenn meine heißen Säfte fließen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Von Schnitzler ist überliefert, dass er für Schiele "Keiner malt wie er zur Gänze, hin die Mösen und die Schwänze" gedichtet hat.
 

Paul Zech, nach Francois Villon​

Eine verliebte Ballade für Yssabeau d’Außigny


Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund,
ich schrie mir schon die Lungen wund
nach deinem weißen Leib, du Weib.
Im Klee, da hat der Mai ein Bett gemacht,

da blüht ein schöner Zeitvertreib
mit deinem Leib die lange Nacht.
Da will ich sein im tiefen Tal
dein Nachtgebet und auch dein Sterngemahl.

Im tiefen Erdbeertal, im schwarzen Haar,
da schlief ich manches Sommerjahr

bei dir, und schlief doch nie zuviel.
Ich habe jetzt ein rotes Tier im Blut,
das macht mir wieder frohen Mut.
Komm her, ich weiß ein schönes Spiel
im dunklen Tal, im Muschelgrund...

Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund!
Die graue Welt macht keine Freude mehr,
ich gab den schönsten Sommer her,
und dir hats auch kein Glück gebracht;
hast nur den roten Mund noch aufgespart

für mich so tief im Haar verwahrt...
Ich such ihn schon die lange Nacht
im Wintertal, im Aschengrund...
Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund.

Im Wintertal, im schwarzen Erdbeerkraut,
da hat der Schnee sein Nest gebaut
und fragt nicht, wo die Liebe sei.
Und habe doch das rote Tier so tief
erfahren, als ich bei dir schlief.
Wär nur der Winter erst vorbei

und wieder grün der Wiesengrund!
... ich bin so wild nach deinem Erdbeermund!





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