Diskussionskultur, Verhalten im Forum

Alteingesessene mit tausenden Kommentaren und Beiträgen: ich sehe immer wieder die Gleichen bei unterschiedlichsten Themen, oft mit konstruktiven Beiträgen, manchmal mit weniger "qualifizierten" Aussagen.
Ja, das fällt mir auf. Und dabei finde ich es schade, da es neue User sein könnten, welche verstaubte Gedanken neu beleuchten. Ergibt es sich dann und versuche ich den Ball weiter zu spielen, kommt es halt auch vor, dass diese sich in Luft aufgelöst zu haben scheinen, und nicht weiter kommentieren. So möchte ich an dieser Stelle erwähnen, dass es so gesehen nicht an den Alteingesessenen liegt, wenn neue User sich zurückziehen. Wohin man seine Prioritäten legt, kann nur jeder einzelne entscheiden.

Eine gelungene Diskussion zeichnet sich für mich aus, wenn der Diskussionspartner Willens ist, die Gedanken seines Gegenübers wenigstens einmal zu überdenken und auch nachzufragen, wie er dies gemeint haben könnte. Nachzufragen signalisiert dabei nicht Schwäche, sondern Interesse und Respekt – und oft klärt sich dabei mehr, als man durch bloßes Gegenargumentieren je erreichen würde.

Wer führt schon gerne auf Dauer innere Monologe?
Wenn niemand bereit ist, den Gedanken des anderen Raum zu geben, bleibt am Ende tatsächlich nur ein paralleler innerer Monolog. Austausch wird dann zur Kulisse, nicht zum Dialog.
 
Ja, das fällt mir auf. Und dabei finde ich es schade, da es neue User sein könnten, welche verstaubte Gedanken neu beleuchten. Ergibt es sich dann und versuche ich den Ball weiter zu spielen, kommt es halt auch vor, dass diese sich in Luft aufgelöst zu haben scheinen, und nicht weiter kommentieren. So möchte ich an dieser Stelle erwähnen, dass es so gesehen nicht an den Alteingesessenen liegt, wenn neue User sich zurückziehen. Wohin man seine Prioritäten legt, kann nur jeder einzelne entscheiden.
Deinen Gedanken kann ich gut nachvollziehen und ich möchte auch garnicht mit dem Finger auf jemanden zeigen. Ich denke, dass es wie immer an beiden Seiten liegen kann: je nach Dynamik und abhängig von Einzelperson sowie Einzelsituation. Auch wenn es uns Menschen leichter fällt zu kategorisieren, gibt es für mich diesbezüglich kein schwarz/weiß.

Eine gelungene Diskussion zeichnet sich für mich aus, wenn der Diskussionspartner Willens ist, die Gedanken seines Gegenübers wenigstens einmal zu überdenken und auch nachzufragen, wie er dies gemeint haben könnte. Nachzufragen signalisiert dabei nicht Schwäche, sondern Interesse und Respekt – und oft klärt sich dabei mehr, als man durch bloßes Gegenargumentieren je erreichen würde.

Wer führt schon gerne auf Dauer innere Monologe?
Wenn niemand bereit ist, den Gedanken des anderen Raum zu geben, bleibt am Ende tatsächlich nur ein paralleler innerer Monolog. Austausch wird dann zur Kulisse, nicht zum Dialog.
Schön formuliert und wie ich finde auch sehr passend zu meiner Grundidee dieses Posts - danke! Mit vielen Usern kommen auch viele Blickwinkel zustande und ich finde es garnicht leicht, einen Gedanken, der bis dato nur im eigenen Kopf vorhanden ist, so aufzubereiten, dass er für andere auch zugänglich wird. Da ist zuhören & nachfragen das A und O.
 
Wie kommts dazu und wird dadurch ein potenziell produktiver Prozess in seine Schranken gewiesen? Wenn ich mich öffnen möchte, dann brauche ich zwar eine ehrliche Rückmeldung, aber mindestens genauso ein Gegenüber, welches mir zuhört und idealerweise einen wertfreien Spiegel vorhält ("Das ist nix für mich" vs. "Pfui, das ist aber grauslich"). Schmäh und ein liebevolles Aufziehen ausgenommen, sonst wärs ja gar trocken und steif 😉.
Es ist komplett egal, wie es kommt.
Menschen und die Motivation hier zu sein ist derart verschieden, dass es keine Regeln (außer den Forenregeln) geben kann.
Ja, manche sind tatsächlich ehrlich, das kann auch nicht gefallen.
Ehrlichkeit muss gar nicht schön, für einen TE sein.
Z.B.: passiert es mir im Alltag, mich ab und zu mit einem gewissen inneren Zynismus selbst zu erwischen und ich muss mich bremsen, um diesen nicht nach außen zu tragen.
Oha.
Tja Zynismus nach innen oder außen, ist eine Eigenschaft, die anderen kaum Freude macht und einen selbst verbittern lässt.
Aber darüber kann man lesen.
Die Erkenntnis, in einer Gesellschaft zu sein und nicht mehr als ein Individuum, kann hart sein. (Das ändert aber nichts daran, dass es so ist.)
Persönlich rücke ich für viele User immer mehr in den Bereich eines "sexuellen Fetisch", den es abzuficken und zu besamen gilt und der sich dann doch freuen kann, dass ihn noch wer nageln will.......soll sein, der Erfolg wird den betreffenden jungen Herren ganz sicher Recht geben oder so ;)
Es kommt auch vor, dass zwei sich bekannte User gegenseitig richtig aufschaukeln und den Blick des ursprünglichen Themas total verlieren.
Und.
Wer mit einem Scrollfinger gesegnet ist, hat immer die Gelassenheit mit sich.

Gefällt, gefällt nicht, interessiert oder nicht - der Scrollfinger hilft.
Da braucht man niemand ignorieren und das ist auch lächerlich, mich kann man sowieso ignorieren, wie man lustig ist - komplett egal.

Warum will man etwas verbessern, das über 2 Jahrzehnte funktioniert und im Gegensatz zu anderen Plattformen lebendig ist, technisch permanent angepasst und verbessert wird, das einen guten Support hat und eine solide, rasch reagierende Moderation hat?

Ich denke, wenn man Kritik am Verhalten andrer hat, ihr Verhalten verändern will, dann sollte man im eignen realen Wirkungsfeld beginne.
(Persönlich und meiner Erfahrung nach, sind es doch eher diejenigen, die hier erwarten eine Community zu erleben, die real für sich nicht entspricht, was Du mit Deinem "zynisch" empfinden, auch im Alltag bestätigst."

Ich bin hier zufrieden, auch vor meinen anderen beiden Nicks gewesen.
 
  • Z.B.: passiert es mir im Alltag, mich ab und zu mit einem gewissen inneren Zynismus selbst zu erwischen und ich muss mich bremsen, um diesen nicht nach außen zu tragen.

Die Dosis macht das Gift.
Prinzipiell bin ich ja auch eher für einen sanften Umgangston. Bei Deinen Beiträgen ist spürbar, dass Du sehr um einen achtsamen Umgangston bemüht bist. Das ehrt Dich in gewisser Weise - andererseits wäre es wohl ohne eine gewisse Prise an Provokation, Genervtheit und Zynismus schnell recht langweilig hier. Das muss ja auch nicht zwangsläufig eine negative Eigenschaft sein - es bedarf immer auch Mut, Kritik zu üben bzw. zu "werten".

  • Alteingesessene mit tausenden Kommentaren und Beiträgen: ich sehe immer wieder die Gleichen bei unterschiedlichsten Themen, oft mit konstruktiven Beiträgen, manchmal mit weniger "qualifizierten" Aussagen.

Leider gibt es hier (meist immer die selben) die auf alles antworten und das meist negativ.

Früher war es unangenehmer, da hatte sich eine Art Clique gebildet, deren Hobby es war, TE ab Seite 1 durch den Kakao zu ziehen, das hat sich gebessert mittlerweile.

Andererseits halten genau diese UserInnen, die ständig da sind, das Forum auch am Laufen. Ich finde es oft bewundernswert, dass es UserInnen gibt, denen - egal zu welchem Thema - etwas einfällt. Und in den meisten Fällen sind, auch wenn nicht immer mit Samthandschuhen vorgetragen, reflektierte und interessante Denkanstösse dabei.

Wenn ich hier keine interessanten Threads finde, suche ich manchmal gezielt nach den aktuellen Beiträgen dieser "treibenden Kräfte", weil sie das Talent besitzen, Themen, die mich wenig interessieren, "griffiger" und spannender machen und dadurch erst mein Interesse wecken.

Meist sind es unangebrachte negative Antworten die mich persönlich stören.

Ein Ponyhof ist es hier nicht, das ist sicher.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es ist komplett egal, wie es kommt.
Da bin ich bei dir: letztendlich ists total egal, wie es kommt. Trotzdem bin ich zwischenzeitlich am "Wie" und "Warum" interessiert und stürze mich gerne in einen Meinungsaustausch. Ich hab ganz bewusst versucht offene Fragen - passend zu meinen eigenen Gedanken - zu stellen, um Antworten derjeniger zu bekommen, die Lust haben, sich mit mir auf dieses Thema einzulassen. Ehrlichkeit kann hässlich sein, aber trotzdem respektvoll verpackt werden? Muss gibts natürlich keines.

Oha.
Tja Zynismus nach innen oder außen, ist eine Eigenschaft, die anderen kaum Freude macht und einen selbst verbittern lässt.
Der liebe Zynismus ist wohl der Inbegriff einer inneren Verbitterung und es bedarf einer ganzen Portion Geduld, Selbstreflexion, Hineinversetzen in andere Perspektiven sowie vielleicht auch Gelassenheit, um dem Ganzen entegegenzuwirken?
Ich lebe schon länger mit der Erkenntnis in einer Gesellschaft zu leben - unserer Gesellschaft - und ich denke, ein Großteil davon funktioniert nur, wenn es auch gewisse Umgangsformen gibt... daher vielleicht auch mein Ursprungspost.

Wer mit einem Scrollfinger gesegnet ist, hat immer die Gelassenheit mit sich.
Schön gesagt! Die Technik des Scrollfingers werde ich mir umgehend verinnerlichen und zu eigen machen. Hoffe da gibts kein Urheberrecht, sonst muss ich am Ende noch Tantieme bezahlen ;).

Warum will man etwas verbessern, das über 2 Jahrzehnte funktioniert und im Gegensatz zu anderen Plattformen lebendig ist, technisch permanent angepasst und verbessert wird, das einen guten Support hat und eine solide, rasch reagierende Moderation hat?
Hast du das Gefühl, dass ich hier etwas verbessern will und das Forum als solches an den Pranger stelle? Falls das so rüberkommt, muss ich mich entschuldigen - das ist nicht meine Absicht. Als Grundgedanke gilt immer noch ein Austausch über eine Situation, die ich so wahrgenommen habe. Als Nackerpatzl sehe ich mich weder in der Position solche "Reformen" durchführen zu können, noch würde ich das wollen.

Ich bin hier zufrieden, auch vor meinen anderen beiden Nicks gewesen.
Andererseits halten genau diese UserInnen, die ständig da sind, das Forum auch am Laufen. Ich finde es oft bewundernswert, dass es UserInnen gibt, denen - egal zu welchem Thema - etwas einfällt. Und in den meisten Fällen sind, auch wenn nicht immer mit Samthandschuhen vorgetragen, reflektierte und interessante Denkanstösse dabei.

Wenn ich hier keine interessanten Threads finde, suche ich manchmal gezielt nach den aktuellen Beiträgen dieser "treibenden Kräfte", weil sie das Talent besitzen, Themen, die mich wenig interessieren, "griffiger" und spannender machen und dadurch erst mein Interesse wecken.
Ihr habt beide recht, das Forum lebt und bleibt durch uns alle - auf verschiedenste Art und Weise - lebendig. Das bringt einen gewissen Schwung und auch eine schöne Aktivität mit sich. Danke für euren Input :)!

kurze Frage am Ende: "TE" steht für "Thread Ersteller"?
 
Der liebe Zynismus ist wohl der Inbegriff einer inneren Verbitterung und es bedarf einer ganzen Portion Geduld, Selbstreflexion, Hineinversetzen in andere Perspektiven sowie vielleicht auch Gelassenheit, um dem Ganzen entegegenzuwirken?
Ich lebe schon länger mit der Erkenntnis in einer Gesellschaft zu leben - unserer Gesellschaft - und ich denke, ein Großteil davon funktioniert nur, wenn es auch gewisse Umgangsformen gibt... daher vielleicht auch mein Ursprungspost.

Ich habe "How to win friends and influence people" im Buchgeschäft wieder entdeckt und hatte Lust, das Buch wieder einmal zu lesen.
Es geht darum, mit Charme und Diplomatie besser durchs Leben zu kommen und die eigenen Ziele zu verwirklichen, böse Zungen könnten es auch opportunistische Manipulation nennen.

Einerseits faszinierend dieses Konzept, andererseits - wie authentisch wirkt man auf Dauer damit? Ist ein Mensch mit Ecken und Kanten, der keine Angst hat, auch einmal genervt seine Meinung zu äussern, nicht auf Dauer spannender und nahbarer als jemand, der immer "perfekt" ist?

Insofern würde ich Zynismus nicht pauschal negativ bewerten - ja, er kann nervig und oft unangebracht hart sein, andererseits herrscht im EF ja auch nicht gerade ein Mangel an zwischenmenschlich bedenklichen Aussagen und wenn ich dann zufällig einen zynischen Konter lese, freut mich das oft, weil es eine Art von Courage darstellt, Unrecht anzuprangern.

Falls das so rüberkommt, muss ich mich entschuldigen

Nein, musst Du nicht, Du drückst ohnehin jeden Deiner Sätze mit Bedacht und Feingefühl aus. 😉


Bist Du nicht. Ich hatte früher auch immer Bedenken, die Altvorderen hätten eine Art Macht, in extremeren Zeiten sogar die Sorge, sie würden Neuankömmlinge daran hindern, sich zu entfalten, aber es ist dem nicht so. Es haben alle die Möglichkeit, sich hier nach Lust und Laune einzubringen und ihren eigenen Weg zu gehen. Individualität erhält hier durchaus positive Resonanz, man muss sich nur trauen.

kurze Frage am Ende: "TE" steht für "Thread Ersteller"?

Ja genau, oder ThemenerstellerIn.
 
Ich habe "How to win friends and influence people" im Buchgeschäft wieder entdeckt und hatte Lust, das Buch wieder einmal zu lesen.
Es geht darum, mit Charme und Diplomatie besser durchs Leben zu kommen und die eigenen Ziele zu verwirklichen, böse Zungen könnten es auch opportunistische Manipulation nennen.
Da gibts nicht nur einen regen Meinungsaustausch, sondern auch gleich Literaturvorschläge... hat mich da jemand zwischen den Zeilen gelesen oder ist das reiner Zufall ;)? Kenn ich bis dato noch nicht, klingt aber durchaus interessant. Eine Anleitung überbordenende Gefühle in Zaum zu halten? Bei Manipulation bin ich mir dann wieder nicht so sicher... Ich habs schon gern direkt und ehrlich. Wenns nach mir geht, sollte jeder die Chance haben, eine eigene Meinung zu bilden und zu entscheiden, ohne zu stark beeinflusst zu werden.

Vielleicht lässt sichs ja durchaus trennen und es gibt kein striktes Entweder-Oder? Auf der einen Seite - in einem abgesteckten Rahmen - diplomatisch, zuvorkommend, vorallem im beruflichen Kontext sowie in Interaktionen, die stattfinden müssen und oft nur oberflächlicher Natur sind. Eine gewisse Grenze vorausgesetzt: ich will nicht zu einem Schwammerl mutieren, das alles aufsaugen muss und immer die Krot frisst. Konter darf sein - auch scharf - nur bleibt da bleibt für mich trotzdem immer die Frage nach dem "Wie". Wörter sind mächtig und können auch ganz eloquent als Waffe benutzt werden?

Sowie du sagst, fehlt da aber eine gewisse Nahbarkeit, wenn das auch aufs Private überschwappt... für Freundschaften, Familie und die Liebe brauche ich persönlich zwar einen liebevollen, gemeinschaftlichen Grundton - ich möchte aber nicht zu einem kantenlosen Wunderwuzzi heranwachsen.

Bist Du nicht. Ich hatte früher auch immer Bedenken, die Altvorderen hätten eine Art Macht, in extremeren Zeiten sogar die Sorge, sie würden Neuankömmlinge daran hindern, sich zu entfalten, aber es ist dem nicht so. Es haben alle die Möglichkeit, sich hier nach Lust und Laune einzubringen und ihren eigenen Weg zu gehen. Individualität erhält hier durchaus positive Resonanz, man muss sich nur trauen.
Das ist schön zu wissen... vielleicht ein Leitbild für alljene die neu hier bei uns im Forum ankommen!
 
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