Von "
zwingen" habe ich nicht geschrieben - sondern von "
freier Entscheidung". Also beantwortet sich die Frage (leider) über das (eingefügte) statement am Ende. Und führt die Diskussion in eine ganz andere aber relevante Richtung...
Zum Anderen: Ich persönlich halte es nicht für vertretbar. Aber nicht aus moralischen Gründen. Ich halte es aber auf gesellschaftlicher Ebene für vertretbar und einforderbar, den gesetzlichen Raum auch für diese Art von Entscheidung frei zu halten.
Es gibt eben KEINEN einzigen argumentativ objektivierbaren Grund, der rein sachlich eindeutig FÜR oder GEGEN die Möglichkeit spricht, Schwangerschaftsabbrüche (in Grenzen und geregelt) zuzulassen.
Allerdings auch unausgesprochen aber implizit vice versa in die Frage, wer darf einer Frau denn überhaupt verbieten abzutreiben?
Allerdings - stelle ich dazu schon auch die Frage, wie ist eine Frau einzuschätzen, die sich derart unter Druck setzen lässt? Kein Gericht unserer Länder würde sie heute (wie noch vor 30 bis 50 Jahren!) im Stich lassen. Der österreichische Gesetzgeber hat explizit "das Kind zuerst" formuliert. Und zahlt zB auch ersatzweise Unterhalt ... obwohl ich insgesamt schon den Stimmen zustimme, die der bürgerlichen Gesellschaft bzgl "Kinderfreundlichkeit" noch kräftige Defizite zuschreiben.
Aber da steht natürlich auch die nach wie vor präsente Mutterkreuz- und die katholische Familien-Ideologien im Hintergrund. Beide lassen offene gesellschaftliche Lösungen mittels ihrer pressure groups kaum zu.
Diese Erkrankungen sind soooo weit verbreitet... und Einigen ist damit die Gelegenheit gegeben, Geld zu verdienen. Den Meisten nicht.
Es gibt jedenfalls sehr interessante und plausibel erscheinende Studien, die die Kinderzahl je Paar in Abhängigkeit vom wirtschaftlichen Leistungsvermögen erhoben haben: die wirtschaftlich Schwachen haben im Schnitt mehr Kinder und die wirtschaftlich sehr Starken. Erklärt wird dies damit, dass "Kind haben" mit wirtschaftlichen Risiko verbunden ist. Und dieses ist für den Mittelstand viel höher als die beiden anderen Gruppen. Für die Schwächere, weil die Transferleistungen oft höher sind als das Einkommen, für die Andere, weil Kinder als Kostenfaktoren nicht oder kaum ins Gewicht fallen.
Ich habe keine Theorie entwickelt. Ich habe lediglich die Grenzen meiner weltanschaulichen Positionen abgesteckt und erklärt.
Ich stelle das Individuum VOR die Gesellschaft. Das ist in Österreich aber eher eine Minderheitenposition.
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte - aber in vielen Fällen noch immer viel zu wenig.
Es ist ein emotionaler Appell aber keine Aussage.
Nicht umsonst wurde bereits mehrfach auf FUNKTIONEN hingewiesen - die kann man zwar auch mit Bild schaffenden Methoden sichtbar machen - aber das wäre wirklich ethisch nicht konsensfähig.
Ok? Erklärt?
c.