Spanking und BDSM: Geil dank Schmerz durch Schläge mit der Hand, Rohrstock oder Peitsche

  • Autor Autor Magazin-Jürgen
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Gerten, Peitschen, Flogger oder einfach die flache Hand. Hilfsmittel gibt es viele, die zum Spanking verwendet werden können. Alles, was man zum Thema Spanking wissen sollte, erfährst du hier in diesem Artikel.

Lustschmerz oder „Wenn der Schmerz Lust bereitet!“​

Im BDSM weit verbreitet, aber wie so viele Praktiken, die im BDSM ihren Ursprung haben, findet auch Spanking immer mehr den Weg in unsere Schlafzimmer. Es sorgt für Abwechslung vom "normalen" Liebesleben, man muss dem:der Partner:in dabei zu 100 Prozent vertrauen, gleichzeitig lernt man auch viel voneinander, aber auch einiges über sich selbst.

Was ist Spanking?​

Spanking ist eine immer weiter verbreitete Praktik, wo durch gezielte Schläge auf den Po die Lust befeuert und eine sexuelle Erregung erzeugt wird. Damit sind keine liebevollen Klapse auf den Po gemeint, es darf, und es soll sogar, auch sehr gerne etwas härter zur Sache gehen.

Vielleicht fragst du dich jetzt, was „Hintern versohlen“ mit sexueller Erregung zu tun haben soll? Die Frage ist gar nicht so abwegig, doch bei näherer Betrachtung findet sich eine recht schlüssige Erklärung dafür.

Auch wenn das Wort übersetzt „verhauen“ heißt, ist dies nur Mittel zum Zweck. Im Gegensatz zu SM, wo der Schmerz im Vordergrund steht und die erotische Komponente darstellt, ist es beim Spanking die Lust, die durch den Schmerz verursacht wird.

Dom mit Anzug und Krawatte hält Flogger in der Hand

Dom mit Anzug und Krawatte hält Flogger in der Hand - alexkoral / stock.adobe.com

Wie funktioniert Spanking und warum?​

Zum „Wie“!
Unter Spanking versteht man Schläge auf den Po, auf die hinteren Oberschenkel aber auch auf die äußeren Geschlechtsorgane. Waden und Fußsohlen sind ebenfalls Bereiche, die gerne für diese Praktik herangezogen werden.

Das kann entweder mit der Hand selbst sein, oder man nimmt spezielle BDSM-Toys dazu, dies können Alltagsgegenstände wie ein Kochlöffel, ein Teppichklopfer oder auch ein Buch sein. Wenn man Gefallen an dieser Praktik findet, zahlt sich aber eine professionelle Ausrüstung wie Rohrstöcke, Paddels, Gerten usw. aus.

Wichtig dabei ist, dass du Acht gibst und die richtige Dosierung findest, beim Spanking kommt es nicht darauf an, dass der Spanker wie wild darauf losschlägt, vielmehr ist eine dosierte Stärke, der richtige Rhythmus und zwischendurch leichte Massagen oder Handauflegen (zur Schmerzlinderung) entscheidend, je nachdem, wie belastbar bzw. wie schmerzempfindlich der:die Empfangende (Spankee) ist.

Doch warum?
Schläge fördern die Durchblutung und verursachen nach dem Schmerz ein Kribbeln, das viele Menschen als sexuell erregend empfinden. Darüber hinaus werden durch die Schläge und den damit verbundenen Schmerz die Hormone Oxytocin und Adrenalin ausgestoßen, was die Wahrnehmung erweitert. Dadurch wird man auch empfänglicher für sanfte Berührungen und nimmt diese intensiver wahr.

Findet der Spanker den sogenannten „Sweet Spot“, dann kann es sein, dass sich die sexuelle Erregung soweit steigert, dass der:die Spankee währenddessen einen Orgasmus bekommt. Der Sweet Spot sitzt am unteren Ende des Pos leicht oberhalb der hinteren Oberschenkel. Bei Schlägen auf diesen Lustpunkt werden Nervenenden stimuliert, die vergleichbar sind mit denen der Vagina.

Frau mit Maske und Ledertop hält Spanking-Toy in Hand

Frau mit Maske und Ledertop hält Spanking-Toy in Hand - Andrew / stock.adobe.com

FAQ's zum Thema Spanking​

↘ Wir praktizieren gerne Spanking, aber meine Partnerin will immer mehr. Ab wann ist es zu viel des Guten?
Jeder empfindet Schmerz anders und hat auch eine andere Reizschwelle, bis sich Schmerz einstellt. Grundsätzlich kannst du als Richtwert nehmen, dass nach 2 Stunden der Spanking-Session keine Schmerzen mehr da sind... Das ist aber nur ein grober Richtwert, viele Spankees lieben auch das Gefühl danach, daher darf es dann auch mal etwas "härter" zur Sache gehen, so dass der Schmerz länger anhält.

Übertreiben darf man es aber auf keinen Fall, langfristige oder bleibende Schäden dürfen keinesfalls das Resultat einer Spanking-Session sein.
↘ Ist Spanking strafbar?
Grundsätzlich sind viele Dinge, die generell beim BDSM passieren, im normalen Leben strafbar. BDSM wird aber IMMER einvernehmlich praktiziert, und schon eine mündliche Zusage reicht aus, dass viele Dinge, wie eben Spanking, nicht strafbar sind. Anders sieht es aus bei bleibenden Schäden wie Amputationen und dergleichen. Diese sind auch durch eine Einwilligung rechtlich nicht gedeckt.

Wissenswerte Tipps…​

Bevor man beginnt zu spanken, ist es hilfreich, dass man sich vorher schon in Stimmung bringt. Ist man bereits zu einem gewissen Grad in Erregung, dann werden die Schmerzen, die beim Spanking entstehen, auch besser und leichter aufgenommen.
  • Der gebende Part sollte sich langsam herantasten. Zart beginnen und erst mit der Zeit fester schlagen. So kann man sich langsam an die „Grenze“ herantasten und in den gespankten Bereichen wird anfangs außerdem so die Durchblutung gefördert.

  • Hilfsmittel
    Zum Spanking kann man verschiedenste Hilfsmittel verwenden:
    • Bambusstock (vor allem in Japan)
    • Birkenrute (vor allem in Nordeuropa, Mitteleuropa und Russland bis etwa ins 19. Jahrhundert)
    • Gerten
    • Gummischlauch, Kabel
    • Gürtel, (Leder-)Riemen
    • Haarbürste
    • Hand
    • Kabel
    • Klopfpeitsche (vor allem in Frankreich)
    • Kochlöffel (aus Holz)
    • Lineal
    • Martinet (vor allem in Frankreich)
    • Nilpferdpeitschen
    • Paddle (vor allem in den USA)
    • Peitschen
    • Pfannenwender
    • Reitgerten
    • Rohrstock (vor allem in Europa, Südasien und Südostasien)
    • Tawse (vor allem in Großbritannien und Irland)
    • Teppichklopfer

      Wie du aus der Liste erkennen kannst, gibt es unzählige professionelle Werkzeuge für Spanking, aber genauso gut eignen sich Alltagsgegenstände als Hilfsmittel. Und wenn gar kein Hilfsmittel griffbereit ist, dann hat man immer noch die flache Hand.
  • Unterschiedliche Toys haben eine unterschiedliche Wirkung: Paddles verteilen den Schmerz relativ gut und großflächig, bei Rohrstöcken, Riemen oder Gerten sieht es aber etwas anders aus. Damit nicht zu fest begonnen wird und man sich langsam an die richtige Intensität herantasten kann, sollte der Spanker zuerst auf dem inneren Unterarm bei sich selbst testen, wie die Anfangsstärke in etwa sein soll.

  • Der Mix macht es aus.
    Entweder beginnend, spätestens aber immer wieder zwischendurch, sind Liebkosungen und Massagen fällig. Das lindert einerseits den Schmerz, bringt aber auch eine bessere Durchblutung, was den z.B. Po wieder empfänglicher und noch ein wenig sensibler macht.

  • Tabus!
    Ja, es gibt sie, die Tabus, auch beim Spanking: Gewisse Bereiche dürfen auf keinem Fall gespankt werden, um gesundheitliche Risiken oder auch Schäden auszuschließen. Dazu zählen
    • die Gelenke im Allgemeinen
    • die Wirbelsäule
    • die Nierengegend
    • die Lenden
    • der Kopf
    • der Hals
  • Kommunikation
    Da ist sie wieder: Die Kommunikation… diese ist wichtig, um die Grenzen nicht zu überschreiten und längerfristige Striemen oder Blutergüsse zu vermeiden. Nicht immer sind diese „Nebenerscheinungen“ erwünscht. Und da es bei dieser Praktik nicht um den Schmerz an sich geht sondern um die Lust, die daraus entsteht, sollte der empfangende Part genug Feedback geben, welche Stärke gut ist und was zu viel ist.

  • Nicht für zwischendurch
    Damit beide Parts, also Spanker und Spankee die Session wirklich genießen können, ist ausreichend Zeit Voraussetzung. Wenn die richtige Intensität gefunden ist, braucht es oft nicht mehr viele „Spanks“, jedoch der Weg dahin kann schon ein längerer sein.

Fazit zu Spanking​

Auch wenn Spanking den Ursprung im BDSM hat, so kann das Spanking auch für Nicht-BDSMler:innen eine überaus reizvolle Abwechslung oder Ergänzung zum Liebesspiel sein. Es kann, muss aber nicht unbedingt mit BDSM zu tun haben, Spanking ist auch ohne dem Machtgefüge eine sehr reizvolle Praktik, die sexuelle Erregung zu steigern. Der empfangende Part der den Schmerz erfährt, kostet die Lust und die stetig steigende Erregung in vollen Zügen aus, aber auch der Spanker erfährt eine Luststeigerung, wenn er sich an der Erregung der Partnerin und deren Reaktionen erfreuen kann.

Kleines Spanking Lexikon​

Spanker = die Person, die Spanking ausführt
Spankee = die Person, die Spanking empfängt
Mehr Fachbegriffe in unserem Erotik Dictionary und dem Sexlexikon der Abkürzungen

Wir sind neugierig auf deine Meinung, Erfahrung und Expertise!​

Wir wollen natürlich deine Meinung zu Spanking von dir wissen und auch, ob du Erfahrungen mit dieser BDSM-Praktik hast, die den süßen Schmerz verursacht. Kannst du mit Spanking etwas anfangen? Welche Rolle nimmst du ein, die des Spankers oder bist du doch lieber Spankee, wo liegen deine Grenzen, bleibst du immer darunter oder überschreitest du diese manchmal bewusst? Welche Utensilien sind deiner Meinung nach am besten geeignet, um Spanking zu genießen? Wie lange dauert eine Session bei dir? Eine Menge Fragen, deren Antworten wir gerne von dir lesen würden. Schreibe und doch einfach in eines der unten aufgelisteten Themen einen Erfahrungsbericht von dir ins Forum.

Über den Autor
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Mein Name ist Jürgen. Ich bin beruflich schon lange in die Themen Sex, Erotik und zu einem großen Teil auch Gesundheit involviert. Aber auch in meiner Freizeit bin ich sehr oft mit diesen Bereichen in Berührung, ständig auf der Suche nach neuen Erkenntnissen oder aber auch Themen, die kontroversiell diskutiert werden.

Kategorie Fetisch & BDSM

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