Ärztliche Kompetenz bei Themen der sexuellen Gesundheit

Ist der Ausgang dieses Prozesses relevant für die Diskussion an sich?
Fakt ist, dass 1-2% der Geburten in Österreich betreut zuhause stattfinden und das bei entsprechendem Risikoprofil auch vertretbar ist.
 
Hi,


Ist der Ausgang dieses Prozesses relevant für die Diskussion an sich?

nein.

Fakt ist, dass 1-2% der Geburten in Österreich betreut zuhause stattfinden und das bei entsprechendem Risikoprofil auch vertretbar ist.

Das bestreitet ja auch niemand.

Es hat aber auch gute Gründe, warum das immer mehr Frauen wollen, und die liegen in der subtilen Werbung dafür. Wie auch hier.

Meine persönliche Ablehnung basiert auf dem Umstand, dass im Hebammenumfeld Esoterik wie Homöopathie, Akupunktur, etc. sehr weit verbreitet ist, damit einhergehend Ablehnung und Angst vor richtiger Medizin.

Eine vernünftige Frau, vernünftige Hebamme, optimale Umstände - das alles wird eine Hausgeburt definitiv zu einem akzeptablen Risiko machen.

LG Tom
 
Leider bist du nicht willens, sachlich zu diskutieren bzw. hast du den Artikel nicht gelesen oder verstanden.

Die angeklagte Hebamme war im Berufsverband aktiv und erfahren.
Ich bin ein bisschen enttäuscht von Dir. Ich kann mich natürlich an den Fall erinnern. Ich habe nur argumentiert, dass ein Fall eine Statistik (die Gegenteiliges behauptet) nicht widerlegt. Wir alle wissen, dass Fliegen die sicherste Art des Reisens ist. Daran ändert auch ein einzelner Absturz wie German Wings 9525 nichts. Du argumentiert so ähnlich. Du ziehst einen Unglücksfall aus dem Hut und sagst, Hausheburten seien generell unsicher. So argumentieren gewisse politische Parteien, aber auf dieses Niveau möchte ich mich nicht hinunter begeben.
 
Leider bist du nicht willens, sachlich zu diskutieren bzw. hast du den Artikel nicht gelesen oder verstanden.

Die angeklagte Hebamme war im Berufsverband aktiv und erfahren.

Trotzdem hat sie eine Zweitgebärende nach vorangegangenem Kaiserschnitt für heimgeburtstauglich erachtet.
Sie müsste wissen, daß eine Uterusruptur drohen kann und hat somit grob fahrlässig gehandelt. Noch dazu ohne Überwachung der kindlichen Herztöne.

Im schlimmsten Fall sterben Mutter und Kind.

Aber die Fachleute hier, wissen ja Bescheid...
Ich sehe jetzt nicht inwiefern das meinem Beitrag widersprechen würde. Hausgeburten sind der Statistik zu folge sicher, wenn mögliche Risiken vorher von Ärztlicher Seite ausgeschlossen wurden. In dem Fall war es eine Risikogeburt, dieser Ausschluss ist also nicht erfolgt. Ob die Hebamme außerdem noch Fehler gemacht hat ist im Moment offen. Allerdings machen Fachleute manchmal Fehler, egal ob Hebamme oder Arzt. Also auch hier würde ich das nicht als Widerspruch sehen, es sei denn wir wollen jetzt versuchen eine Statistik zu erstellen wer öfter Fehler macht, Hebammen oder Ärzte.
Niemand hat hier behauptet wir sollten "zurück in die Steinzeit" und Hausgeburten ohne medizinische Versorgung durchführen.
 
wenn sich die Nabelschnur um den Hals des gerade zu gebärenden Kindes liegt, bist Du im Krankenhaus besser aufgehoben.

Hab ich (leider) live bei der Geburt meiner Zwillinge miterlebt und war heilfroh, dass meine Frau im Spital entbunden hat.

Dass das passieren kann, damit hatten wir trotz bester Betreuung nicht gerechnet bis mein Zweitgeborener mit tiefblauem Gesicht und ohne zu atmen da war.

Die Reaktion der Ärzte und Schwestern (bei Zwillibgsgeburten ist es ganz anormal dass mehrere Leute dabei sind) war unglaublich professionell und blitzartig.

Nach wenigen Minuten war das Problem beseitigt und wir hatten die beiden im Arm.
 
Es hat aber auch gute Gründe, warum das immer mehr Frauen wollen, und die liegen in der subtilen Werbung dafür. Wie auch hier.
Die Gründe liegen was ich so mitbekomme sehr viel mehr daran, dass Frauen schlechte Erfahrungen mit Medizinern machen und häufig nicht ernst genommen werden, bzw. bei Geburten und generell gynäkologischen Themen Ärzte auch mal davon ausgehen, dass Informed Consent nicht notwendig ist, oder Schmerzen weniger ernst genommen werden als bei Männern.
Das treibt manche Menschen halt in die Schwurbel Ecke. Aber die wären dafür nicht empfänglich, wenn sie nicht vorher die schlechten Erfahrungen machen würden. Was den Kreis wieder schließt zum Ursprungsthema.

In der EU sind übrigens die Länder mit der höchsten Sterblichkeitsrate bei der Geburt nicht diejenigen mit der Höchsten Rate an Hausgeburten. Wichtig finde ich, dass in den Niederlanden (dem EU Land mit der höchsten Rate an Hausgeburten), diese eingebettet in das Gesundheitssystem stattfinden, das außerdem großes Vertrauen genießt. Nur mit diesem Vertrauen in Ärztlichen Rat kann einer fundierte Entscheidung gemacht werden.
 
Ist der Ausgang dieses Prozesses relevant für die Diskussion an sich?

Nein.

Ich gehe davon aus, daß die Hebamme freigesprochen wird, wenn die Mutter ihr wichtige medizinische Informationen vorenthalten hat, wie in dem Zeitungsartikel erwähnt.

Was anderes: 500 Geburten klingt nach viel Berufserfahrung, aber: das entspricht in 20 Berufsjahren nur wenig mehr als 2 Geburten pro Monat. Das gäbe mir zu denken.
 
Was anderes: 500 Geburten klingt nach viel Berufserfahrung, aber: das entspricht in 20 Berufsjahren nur wenig mehr als 2 Geburten pro Monat. Das gäbe mir zu denken.
Glaubst du dass wenn sich jemand als Hebamme auf Hausgeburten und Begleitung spezialisiert, die Babys am Fließband zur Welt kommen?
Ich kenne durch mein früheres Umfeld viele Kinder die als Hausgeburt kamen und es für die Mutter oft schwierig war, jemanden zu finden der zu der Zeit bereit ist.
Sie kann ja schlecht, just wenn es denn losgeht, woanders beschäftigt sein.
Sie begleiten ja auch oft Geburten ins Spital, so eine hatte ich, da hätte ich mich gefreut wenn sie gesagt hätte, du das geht erst am Dienstag...
 
Ich glaube gar nichts, sondern stelle sachlich fest, daß 2 Geburten pro Monat wenig sind.

Es ist mir schon klar, daß eine frei schaffende Hebamme noch anderes zu tun hat, wie Geburtsvorbereitungskurse, Stillberatung, Nachsorge etc.
 
Hi,

Ich glaube gar nichts, sondern stelle sachlich fest, daß 2 Geburten pro Monat wenig sind.

das kommt halt drauf an. Ich meine, wenn eine Baufirma 2 Häuser pro Monat baut, ist das eher viel als wenig. Kommt halt auch aufs Haus an und die Baufirma, Anzahl der Mitarbeiter etc.

Wenn eine Hebamme eine Frau begleitet, vom sagen wir 7. Monat bis zum Abstillen, sagen wir ein Jahr lang, was bleibt da übrig? So grob gerechnet hat das Jahr 52 Wochen, davon 6 Wochen Urlaub, 1 Woche Krankenstand, 2 Wochen Feiertage, bleiben 43 Wochen zu 40 Stunden, aufgeteilt auf 25 Frauen im Jahr bleiben knapp unter 70 Stunden pro betreuter Frau, oder für den Zeitraum der Betreuung 7 Stunden pro Monat.

Das scheint mir nicht sehr viel, also würde ich meinen, 25 Geburtsbetreuungen im Jahr werden sich schon eher am maximal Leistbaren einer Hebamme bewegen.

LG Tom
 
Das scheint mir nicht sehr viel, also würde ich meinen, 25 Geburtsbetreuungen im Jahr werden sich schon eher am maximal Leistbaren einer Hebamme bewegen.

LG Tom
Die vielen Geburten wird sie vorher im Spital begleitet haben. Eine Hebamme macht sich ja nicht gleich auf den Weg für Hausgeburten nach der Ausbildung.
 
Ich glaube gar nichts, sondern stelle sachlich fest, daß 2 Geburten pro Monat wenig sind.
Ich würde meinen dass 2 Geburten mit ordentlicher Vor und Nach Betreuung, Kunden Akquise, Werbung, Fortbildung, Beratungsgesprächen usw... Kein schlechter Schnitt sind.

Ich weiß nicht was so eine Hebamme verlangt, aber wenn sie sich mit 2 Geburten pro Monat das Leben finanzieren kann... Schön für sie!

Und vermutlich für alle Beteiligten von der Zeit und der Individuellen Betreuung her besser als im KH wo die Schwestern und Ärzte irgendwas bei 2 bis 5 Geburten pro Schicht durchdrücken oÄ.

Aber wie schon erwähnt: die Reaktionszeit und das Risiko würden mich trotzdem vom Thema Hausgeburt abhalten.
 
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