Der Cuckold: Wenn der Mann geil wird, wenn die Frau Sex mit fremden Männern hat

  • Autor Autor Magazin-Jürgen
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Hast du schon einmal von einem Cuckold gehört? Wahrscheinlich, denn nach Auswertung von Suchmaschinenanfragen ist es im Bereich Sex der zweitmeiste Begriff überhaupt nachdem gesucht wird. Nichtsdestotrotz gehen wir heute der Frage nach: Was ist ein Cuckold eigentlich wirklich?

Von der Lust, der Partnerin beim Sex zuzusehen​

Grob definiert ist ein Cuckold ein Mann, der seinen Lustgewinn daraus bezieht, seiner Partnerin beim Sex mit fremden Männern zuzusehen oder zu wissen, dass seine Partnerin – in dem Zusammenhang oft Hotwife oder Cuckoldress genannt – mit einem Fremden Sex hat, wo er selbst nicht dabei ist. Das unterscheidet Cuckolding auch vom klassischen Wifesharing. Cuckolding ist also ein Sextrend, den bestimmt nicht für jeden Mann vorstellbar ist. Aber wie schon erwähnt: Das ist eine zusammenfassende Definition, denn ganz so einfach ist es nicht.

Cuckolding – Ein Sextrend nicht für jeden Mann​

Innerhalb des Cuckoldings gibt es noch einmal verschiedene Abstufungen, auch die Intentionen, was einen Mann dazu bewegt, ein Cuckold zu sein, sind recht unterschiedlich. Was alle Cuckolds gemeinsam haben: Sie nehmen am Geschehen nicht teil, sondern bleiben in der Zuseherrolle. Das unterscheidet einen Cuckold auch von einem Wifesharer.

Der Ursprung dieser Sexpraktik liegt, wie bei vielen Dingen aus dem Reich von Erotik und Sex, im BDSM-Bereich, wo es um Machtgefälle geht, im Englischen auch Power Exchange genannt. Dabei ist die dominante Person die Frau, der Mann hat den devoten Part über.

Beim Cuckolding spielt Ehrlichkeit und Vertrauen eine große Rolle, wenn die Frau Sex mit einem anderen Mann – der auch Bull genannt wird – hat, dann immer im Wissen und Einverständnis des Cuckolds. Cuckolding hat daher nichts mit (heimlichen) Fremdgehen zu tun. Auch wenn die Frau mit anderen Männern Sex hat, ist die emotionale Bindung zum Cucki, wie der Cuckold auch genannt wird, wesentlich größer als zum Sexpartner.

Ziegelmauer mit rosa Leuchtschriftzug Cuckold

Ziegelmauer mit rosa Leuchtschriftzug "Cuckold" - pixs:sell / stock.adobe.com

Woher bezieht der Mann beim Cuckolding seinen Lustgewinn?​

Diese Frage ist nicht so leicht zu beantworten, Je nach Ausprägung des Cuckolds (siehe Abstufungen im Cuckolding) und Neigungen des Mannes kann es unterschiedliche Gründe haben, woraus der Cuckold seinen Lustgewinn bezieht.

Sehr oft ist der Mann devot. Je nach Veranlagung des Mannes erregt ihn die Vorstellung, dass seine Partnerin Sex mit einem oder mehreren fremden Männern hat. Viele Cuckolds genießen es auch, wenn sie ihr voyeuristisches Verlangen ausleben können und der Partnerin beim Sex mit einem anderen Mann zusehen können.

Auch die Eifersucht und die Angst, die eigene Partnerin an einen anderen Mann verlieren zu können, kann für einen Cuckold lustbringend sein. Diese Angst ist sehr oft unbegründet und spielt nur im Kopf des Cuckis eine Rolle, da – wie schon erwähnt – die emotionale Bindung der Frau zu ihrem Cuckold sehr ausgeprägt und in der Regel wesentlich stärker ist als zu ihrem Liebhaber.

Sehr oft spielt auch Demütigung eine Rolle. Die dominant veranlagte Frau genießt dabei die Demonstration des Machtgefälles innerhalb der Partnerschaft, der Cuckold wiederum kann es als eine Art Belohnung und besondere Auszeichnung empfinden, wenn seine Partnerin ihn demütigt und somit volle Aufmerksamkeit schenkt. Der Cuckold sieht in diesem Fall nicht die Demütigung an sich, sondern die Wertschätzung seiner Partnerin ihm gegenüber.

Woher kommt das Wort Cuckold?​

Der Begriff Cuckold stammt aus dem Englischen und ein sogenanntes Kunstwort. Es leitet sich von Cuckoo ab, was auf Deutsch so viel heißt wie Kuckuck. Hintergrund ist das sogenannte Kuckuckskind, also ein Kind von einem fremden Mann, dass die Frau ihrem Partner unterjubelt. Ähnlich also wie ein Kuckuck, der seine Eier in fremde Nester legt und diese von anderen Vögeln ausbrüten lässt.

Ziegelmauer mit rosa Leuchtschriftzug Hotwife

Ziegelmauer mit rosa Leuchtschriftzug "Hotwife" - pixs:sell / stock.adobe.com

Abstufungen im Cuckolding: Die verschiedenen Formen von Cuckolds​

Innerhalb des Cuckoldings gibt es per Definition 3 Abstufungen, wobei je nach Neigung und Ausprägung die Grenzen ineinander fließend sind.
  • Cuckold C1 oder der C1 Cucki
    Oftmals ist das C1 Cuckold der Einstieg in die tieferen Ebenen des Cuckoldings. Beim C1 Cuckold ist die devote Neigung nicht so stark ausgeprägt, auch das Power Exchange findet im Nicht-BDSM-Kontext nur bedingt statt. Der Cucki holt sich die Lustbefriedigung alleine beim Zusehen der Partnerin, wie sie Sex mit einem anderen Mann hat, meist begleitet durch Masturbation. Der Bull wird sehr oft gemeinsam ausgesucht.

    Wenn bei einem C1 Cuckold Dominanz ausgelebt wird, dann ist es sehr oft der Fall, dass der Cuckold sich nur widerwillig unterwirft. Die dominante Partnerin greift dann gerne auf Hilfsmittel zurück wie zum Beispiel auf Peitschen oder Paddels, zur „Bestrafung“ kann der Cuckold auch gefesselt werden, um auf diese Weise machtlos dem Sex zwischen seiner Partnerin und deren Liebhaber zusehen zu müssen.

    Beim C1 Cucki steht der Voyeurismus im Vordergrund, beim Sex will er auf alle Fälle dabei sein und das Treiben miterleben. Oft findet er seine Befriedigung auch im Fotografieren oder Filmen seiner Partner beim Sex mit dem anderen Mann.

  • Cuckold C2 oder C2 Cucki
    Die wohl bekannteste Stufe ist C2, die meisten Personen meinen diese Stufe des Cuckoldings, wenn sie über Cuckolding reden, oder haben diese Ausprägung der Sexpraktik im Sinn.

    Im C2 Cuckolding sucht sich die Hotwife im Großen und Ganzen ihren Bull selbst aus und bestimmt auch weitgehend das Sexleben ihres Cuckolds. Sehr oft legt nur die Partnerin fest, wann, wo und mit welchem Bull sie Sex hat. Auch ob der Cucki dabei sein wird, bestimmt in den meisten Fällen die Hotwife.

    Oftmals ist der Cuckold auf Keuschheit, also Sexentzug, gesetzt und muss einen Peniskäfig tragen, so dass er während der Sexspiele von Hotwife und Bull nicht masturbieren kann. Der Cucki darf nur dann Befriedigung erhalten, wenn seine Partnerin es erlaubt.

    Bei C2 Cuckolding trifft sich die Howife auch ohne Beisein des Cuckis mit ihrem Bull, entweder in einem separaten Raum im gemeinsamen Eigenheim, häufig aber auch außer Haus. Der Cuckold bekommt für diesen Zeitraum meistens Aufgaben übertragen, wie sich um den Haushalt kümmern oder Ähnliches.

  • Cuckold C3 oder C3 Cucki
    C3 Cuckolding ist die extremste und am meisten ausgeprägte Stufe im Cuckolding. Beim C3 Cucki übernimmt die Hotwife die vollkommene Kontrolle über sein Leben, das betrifft nicht nur sein Sexualleben, sondern auch sein Privatleben in vollem Umfang. Die Stufe C3 ist somit eine FLR (Female Lead Relationship) im Cuckolding, wo der devote Partner sein Leben total fremdbestimmt lebt (und darin seine Erfüllung findet).

    Nicht selten, dass dem Cuckold überhaupt kein Sex mit seiner Hotwife erlaubt ist und Sex deshalb auch nicht miteinander praktiziert wird. Die emotionale Bindung zwischen Hotwife und Cuckold ist nach wie vor gegeben und fester Bestandteil der Beziehung. Sehr oft wird der Cucki auch keusch gehalten, er muss einen Peniskäfig tragen und darf diesen nur ablegen, wenn es ihm die Cuckoldress erlaubt. Sehr oft wird der Cucki auch dauerhaft keusch gehalten.

    Im C3 Cuckolding gibt es auch extremere Formen, wo die gesamte Beziehung durch Demütigung und Erniedrigung geprägt ist, der Cuckold seine Hotwife auch im privaten Leben mit „Herrin“ ansprechen muss, ein Tattoo oder Branding trägt, dass als Zeichen nach außen hin symbolisiert, dass der Cucki das Eigentum seiner Cuckoldress ist.

    Nicht selten in dieser extremen Ausformung der Beziehung ist es so, dass die Cuckoldress mit einem Bull sogar alleine, also ohne ihrem Partner, in den Urlaub fährt, während er zu Hause bleibt. Auch Fremdschwängerungen sind durchaus ein Thema, der Cuckold nimmt das bereitwillig hin und lässt sich ohne Widerstand als Vater in die Geburtsurkunde eintragen.

    Auch die öffentliche Demütigung, die Schwangerschaft im Freundeskreis offen anzuführen und dass der Cucki als „impotenter, nichtsnutziger Mann“ unterwürfig ein Kuckuckskind groß zieht, wird als Zeichen seiner Ergebenheit und Liebe zu seiner Cuckoldress ertragen. Sein Leben dreht sich nur mehr um die Zufriedenheit seiner Herrin, die sein Leben in allen sexuellen und privaten nichtsexuellen Belangen diktiert.

Gemeinsamkeiten von C1 bis C3​

Was für alle 3 Klassifizierungen zutrifft: Der Cuckold ist im Sexleben, aber auch in der Beziehung, sehr oft devot und unterwürfig. Nach außen hin muss das aber nicht unbedingt sichtbar sein, so kann ein Cuckold zum Beispiel in seinem Job durchaus eine Führungsposition innehaben.

Auch unabhängig von der Klassifizierung ist es, ob der Cuckold beim Liebesspiel zwischen Bull und Hotwife zu bestimmten Diensten herangezogen wird. So kann es zum Beispiel vorkommen, dass er Leckdienste zum Anheizen der Cuckoldress erbringen muss oder die Vulva und den Penis nach dem Sex säubern oder sauber lecken muss.

FAQ's zum Thema Cuckolding​

↘ Ich habe normal Sex mit meiner Partnerin, bin weder devot noch ein klassischer Wife Sharer. Dennoch genieße ich es, meiner Partnerin beim Sex mit anderen Männern zuzusehen und nicht mit zu machen. Was ist falsch mit mir?
Gar nichts ist falsch mit dir! Die Welt der Erotik ist ein sehr weites und nicht immer lässt sich alles kategorisieren. So lange ihr, also deine Partnerin und du, mit eurer Sexualität und wie ihr sie auslebt, zufrieden seid, ist alles in bester Ordnung und du brauchst dir darüber keine Gedanken machen.

Übrigens: Schon gewusst? Cuckolding bei Frauen und homosexuellen Personen​

Nicht nur für Männern ist Cuckolding vorbehalten. Es gibt auch Frauen, die an dieser Spielart durchaus Gefallen finden, das weibliche Pendant zum Cuckold nennt man Cuckquean.

Auch wenn Cuckolding vorwiegend bei heterosexuellen Paaren ausgelebt wird, ist es auch bei gleichgeschlechtlichen Paaren denkbar, dass ein Cuckold-Beziehung eingegangen wird.

Deine Meinung, Erfahrungen und Tipps sind gefragt!​

Du bist dran! Uns interessiert deine Meinung zum Thema Cuckolding. Kannst du die Intentionen verstehen, woraus ein Cuckold seine Erfüllung bezieht? Lass uns an deinen Gedanken teilhaben, klick unten auf eines der Themen und lass uns deine Meinung wissen! Du hast bereits Erfahrung mit Cuckolding? Du bist vielleicht ein Cuckold oder eine Hotwife? Wie bist du auf diesen Lebensstil aufmerksam geworden und wie lebst du ihn aus? Weiß dein soziales Umfeld davon und falls ja, wie reagierten deine Freunde/Familie, als sie davon erfuhren? Hast du vielleicht Tipps für Interessierte, die zwar die Neigung haben, aber sich nicht trauen, diese auszuleben? Wir freuen uns auf deinen Erfahrungsbericht und einen Einblick in deine Welt der Erotik!

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Über den Autor
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Mein Name ist Jürgen. Ich bin beruflich schon lange in die Themen Sex, Erotik und zu einem großen Teil auch Gesundheit involviert. Aber auch in meiner Freizeit bin ich sehr oft mit diesen Bereichen in Berührung, ständig auf der Suche nach neuen Erkenntnissen oder aber auch Themen, die kontroversiell diskutiert werden.

Kategorie Fetisch & BDSM

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