Grundsätzlich finde ich eine "eigene Anlaufstelle" sehr interessant. Allerdings sollte eine solche mehr auf "das Umfeld" abzielen. Ich persönlich glaube nämlich nicht, dass "die Anderen" an sich ein wirkliches Problem haben mit Leuten, die eine Behinderung "mit sich herumschleppen".
Soll heißen:
Ich sehe mehr ein Problem darin, dass man als Aussenstehender gegenüber Betroffenen keinen allgemein gültigen Level findet, um mit demjenigen umzugehen.
Die Lernphase, die ein Betr. durchmacht, um sich damit abzufinden, ist bestimmt keine Einfache, und nimmt bestimmt ganz unterschiedlich Zeit in Anspruch.
Als Aussenst. ist es aber von vornherein nicht abzuschätzen, inwieweit dieser Prozess schon durchlaufen ist.
Klingt vielleicht jetzt kompliziert, ich versuch's mit 'nem Beispiel:
Ein Kollege und Mitarbeiter ist seit seinem 12. Lebensjahr an einem Auge erblindet.
Schon ca. 20 Jahre her, und als "Behinderung" jetzt im Vergleich bestimmt als Kleinigkeit einzustufen, aber für 'ne Erklärung bestimmt akzeptabel.
Ich weiß nicht mehr genau was der Auslöser war, auf jeden Fall hat ihn irgend etwas im Gesicht getroffen, und die Sprache kam auf "...stö da vua, des hättsd ins guade Aug kriegt"
Er: "Dann schau i di nimmer an!"
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Was mich als Aussenstehender irritiert, ist das Unwissen, wie weit der Betroffene sein Schicksal schon verarbeitet hat und wie er selbst damit umgeht.
Irritierend ist diese Unwissenheit schlichtweg dadurch, weil ich ihm nicht bewusst verletzend-, unsensibel-, usw. entgegnen will.
Das äußert sich dann zumeist in peinlichem Schweigen und kläglichen Umschreibungen, oder sonstigem.
Vielleicht recht unfair, aber hier sollte es an dem Betroffenen liegen, auf Aussenstehende einzugehen und seinen "Level" zu vermitteln.
Denn auf der einen Seite wird unsensibles Verhalten vom Einen genauso verurteilt, wie es von einem Anderen aber wieder als Beleidigung aufgefasst wird, weil er schlichtweg schon "drüber steht".
"Allgemeiner Umgang miteinander unter Deutung gewisser, gängiger Signale"
Ich glaub', des kann gar ned funktionieren, eben, weil es von so unendlich vielen Faktoren abhängt.....
Ehrlich gesagt "meide" ich lieber jene Leute mit offensichtlicher Behinderung, um peinliche "Fettnäpfchen" von vornherein zu vermeiden.
An sich ist dies aber keinesfalls als Abneigung zu deuten, ich will es einfach nicht auch noch herausfordern, denn eigentlich möchte ich auch Behinderte nicht extra behandeln müssen.
Ich hoffe, des war allgemein halbwegs verständlich formuliert um zu "übernasern" worums mir geht...